CHAM: Sieben Bewerber wollen Papieri-Lagerhaus umnutzen

Für die Umnutzung des Lagerhauses auf dem Papieri-Areal sind sieben Konzepte eingegangen. Darunter sind zwei Bewerber, die bereits im November ihre Absichten äusserten.

Andrea Muff
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Das Lagerhaus auf dem Papieri-Areal steht für eine Umnutzung bereit. (Bild: Maria Schmid (Cham, 25. Januar 2017))

Das Lagerhaus auf dem Papieri-Areal steht für eine Umnutzung bereit. (Bild: Maria Schmid (Cham, 25. Januar 2017))

Andrea Muff

andrea.muff@zugerzeitung.ch

Die Möglichkeiten, was auf 5400 Quadratmetern des heutigen Papieri-Areals entstehen könnte, sind zahlreich. Die besagte Fläche tritt die Grundeigentümerin Cham Paper Group Schweiz AG als Planungsausgleich an die Gemeinde Cham ab, sobald der Bebauungsplan rechtskräftig ist. Darauf befinden sich das Lagerhaus, im Volksmund Langhaus, angrenzende Bahngleise und eine Bauparzelle, auf der heute Parkplätze sind. Das Ziel der Gemeinde Cham ist es, das Langhaus so umzunutzen, dass die Bevölkerung davon profitieren kann.

Deshalb hat sie kurz nach der Abstimmung über den Bebauungsplan und die Zonenplanänderung im Oktober einen Ideenwettbewerb lanciert. Die Bewerbungsfrist ist am 20. Januar abgelaufen. «Bei uns sind sieben Bewerbungen zur Umnutzung des Lagerhauses, der Gleise und der Bauparzelle auf dem Papieri-Areal eingegangen», verrät Basil Stocker, Projektleiter Hochbau und Liegenschaften, auf Nachfrage. «Dieser Rücklauf freut uns sehr, zumal es sich um eine vielschichtige und spannende Ausgangslage handelt.»

Voraussichtliche Entscheidung im April

Nun werden die Konzepte einer Vorprüfung unterzogen. «Ungefähr Mitte Februar werden die Bewerbungen vom Auswahlgremium ausgewertet und beurteilt», erklärt Stocker die nächsten Schritte. Mitte März stellen die Projektverfasser ihre Ideen dem Gremium vor. Aufgrund dieser Präsentation wählt das Auswahlgremium diejenigen Bewerber aus, mit denen ein Umnutzungsvertrag ausgearbeitet werden soll. Dieser Entscheid wird daraufhin dem Gemeinderat unterbreitet. Über den Antrag befindet dieser dann voraussichtlich im April. Das Auswahlgremium setzt sich aus zwei externen Fachvertretern, aus Vertretern der Cham Paper Group sowie aus dem Gemeindehaus zusammen – insgesamt neun Personen.

Die Intention der Gemeinde fasst Basil Stocker so zusammen: «Wir wünschen uns eine vielfältige, lebendige und attraktive Nutzung.» Ob sich unter den sieben Bewerbern der eine oder andere Kandidat finden wird, der diese Punkte erfüllt, kann Basil Stocker noch nicht sagen. «Wir können erst zu einem späteren Zeitpunkt über die konkreten Inhalte berichten.» Auch über die Projektverfasser dürfe er keine Angaben machen. Nur so viel: «Wir können bereits verraten, dass es sich mehrheitlich um lokale Bewerber handelt. Dies freut uns insofern, als dass damit die Verbundenheit der Region mit dem Areal widergespiegelt wird.»

Zwei Bewerber sind bekannt

Vom Inhalt zweier Eingaben hat die «Zuger Zeitung» dennoch Kenntnis. Denn im November luden der Chamer Kulturcheckin und der Verein Papierisch zum Brainstorming ins Café Plaza in Cham ein (Ausgabe vom 19. November 2016). Dabei kamen einige Ideen wie Flohmärkte, Konzerte oder Werkstätten zur Sprache. Das Ziel des Abends war: ein gemeinsames Konzept unter dem Namen IG Langhuus bei der Gemeinde einzugeben. Was damals nicht auf Anhieb klappte, funktionierte aber bis zum 20. Januar: «Ja, wir haben ein Konzept unter diesem Namen eingereicht», bestätigt Xaver Inglin von Papierisch, der sich zusammen mit Nic Baschung, Roman Ambühl und Thomas Hauser als Geburtshelfer der IG Langhuus sieht. Das Langhaus soll «Raum für alle denkbaren Projekte» bieten. «Vom Repair-Café bis zur Ausstellung und von der Lesung bis zum Flohmarkt ist unter diesem ‹Dach› alles möglich.» Dies ist dem Projektbeschrieb auf www.langhuus.ch zu entnehmen.

Nach dem Abend im Café Plaza wurde an vier weiteren Besprechungen das Konzept entwickelt. Inzwischen seien ungefähr 30 Personen Mitglied der IG, so Inglin. «Die offizielle Gründung erfolgt nach der Projektzusage durch die Gemeinde.» Auf die Frage, ob die Chancen, ausgewählt zu werden, gut stünden, antwortet Xaver Inglin mit einem knappen: «Ja, absolut.»

Im November waren die Mitglieder der IG Freestyle-Halle Zug ebenfalls im Café Plaza und bekundeten ihr Interesse an der Umnutzung des Langhauses. Ihre Idee: eine Skater- und Parkour-Anlage aufzustellen. An diesem Abend wurde gar eine mögliche Zusammenarbeit mit den Kulturschaffenden vor Ort diskutiert.

Marut Kiatprasert, Präsident der Interessengemeinschaft, sagt: «Wir haben uns entschieden, das Projekt vorerst allein einzureichen, was aber nicht heisst, dass wir nicht offen für eine Zusammenarbeit beziehungsweise für Synergien sind.» Ziel sei es, dem Freestyle-Sport eine Plattform zu geben. «Zusätzlich möchten wir unsere Türen auch für Kulturanlässe öffnen.» Auch Marut Kiatprasert blickt zuversichtlich in Richtung Präsentation: «Wir hoffen das Beste, damit der Kanton Zug bald um eine Freestyle-Halle reicher wird.»