CHAM: So zahlt sich Hilfe später aus

Die Ennetseegemeinde will ein neues Modell der Nachbarschaftshilfe mit Zeitgutschriften einführen. Damit übernimmt sie eine Vorreiterrolle

Silvan Meier
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Wäsche bügeln: eine der vielen Aufgaben, die Freiwillige in den Kiss-Genossenschaften für andere übernehmen. (Bild Stefan Kaiser)

Wäsche bügeln: eine der vielen Aufgaben, die Freiwillige in den Kiss-Genossenschaften für andere übernehmen. (Bild Stefan Kaiser)

Die Gemeinde lanciert ein neues Modell der Nachbarschaftshilfe. Sie will eine so genannte «Kiss»-Genossenschaft gründen. Und so funktioniert das Modell: Wer sich ehrenamtlich für einen Senior einsetzt und ihm beispielsweise die Wäsche bügelt oder die Einkäufe erledigt, erhält dafür Zeitgutschriften, die später für ähnliche Hilfeleistungen eingelöst werden können. Genossenschaften nach diesem Muster existieren bereits in Luzern und Obwalden – und das äusserst erfolgreich, wie Marianne Marchello, Geschäftsleiterin der Kiss-Genossenschaft Obwalden sagt.

Eine der treibenden Figuren hinter der Ausbreitung der neuen Nachbarschaftshilfe ist Susanna Fassbind. Die Zugerin ist Co-Präsidentin des Vereins Kiss. Für sie ist die Genossenschaft in Cham nur der Anfang. Sie möchte das auch Vierte Säule genannte Modell in allen Zuger Gemeinden einführen. «Wir führen Gespräche», sagt sie. Auch der Kanton stehe hinter der Idee.