CHAM: Spenglermeister Gisler: «Schnuppern verhilft zur guten Berufswahl»

Den passenden Beruf zu finden, ist für Jugendliche eine echte Herausforderung. Es ist deshalb wichtig, dass Eltern, Wirtschaft und Schule zusammenspannen. Die Informationsveranstaltung «Berufswahl» ermöglicht dies.

Martin Mühlebach
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Arlinda Krasniqi, Zarifa Zakomac und Chiara Valles (von links) lassen sich von Sandra Limacher erklären, wie eine Frisur entsteht. Sandra Limacher ist Coiffeuse beim Chamer Geschäft Coiffure Luzia.Bild: Stefan Kaiser (Cham, 6. März 2017)

Arlinda Krasniqi, Zarifa Zakomac und Chiara Valles (von links) lassen sich von Sandra Limacher erklären, wie eine Frisur entsteht. Sandra Limacher ist Coiffeuse beim Chamer Geschäft Coiffure Luzia.Bild: Stefan Kaiser (Cham, 6. März 2017)

Martin Mühlebach

redaktion@zugerzeitung.ch

Rund 500 Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe 2 und der Sekundarschule fanden sich gestern im Lorzensaal zu einer Informationsveranstaltung zur Berufswahl ein. Yvonne Kraft, die Projektleiterin und Vorstandsmitglied des Ressorts Bildung des Kantons Zug, betonte gleich zu Beginn: «Für die Zuger Wirtschaftskammer und den Gewerbeverband hat dieser Event eine grosse Bedeutung. Den Schülern kann aufgezeigt werden, welche Vielfalt an Berufen ihnen nach dem Schulaustritt zur Verfügung steht.» Das duale Berufsbildungssystem mit einer Ausbildung in einem Betrieb, dem Besuch der Berufsfachschule und den überbetrieblichen Kursen biete den Jugendlichen eine berufliche Grundausbildung mit attraktiven Perspektiven.

Die Kids nahmen die Gelegenheit gerne wahr, sich von den 26 am Event teilnehmenden Firmen informieren zu lassen. Vom Chamer Spenglermeister Peter Gisler erfuhren sie, dass die Lehrmeister grossen Wert auf eine gute Sozialkompetenz legen würden. Gisler betonte: «Schnuppern verhilft zur guten Berufswahl. Die Jugendlichen merken schnell einmal, ob ihnen der Beruf zusagt, und die Feedbacks der Mitarbeiter zeigen auf, ob die Schnuppernden über die nötige Sozialkompetenz verfügen.»

Das Interesse der Jugendlichen ist gross

Grosses Interesse zeigten die Jugendlichen vor allem an den Ständen, wo sie einfache Arbeiten ausführen konnten. Der Chamer Elektroinstallateur Peter Annen erklärte den Schülern, wie ein TV-Stecker montiert wird. Kaum erklärt, machte sich der elfjährige Ahmed Ali Hussein an die Arbeit. Peter Annen stellte mit Genugtuung fest, dass der Junge den Stecker mühelos zu montieren vermochte. Ahmed Ali Hussein platzte beinahe vor Freude und Stolz, ehe er verkündete: «Wenn ich in ein paar Jahren vor der Berufswahl stehe, frage ich Herrn Annen, ob ich bei ihm schnuppern darf.» Die Fünftklasslehrerin Chiara Landis befand: «Es ist gut, dass bereits die Primarschüler einen Einblick in die Berufswelt erhalten, obschon die Berufswahl für sie noch nicht unmittelbar bevorsteht.»

Erich Herzog, der Präsident des Gewerbevereins Cham, sagte: «Das örtliche Gewerbe freut sich, sich an dieser Informationsveranstaltung zu präsentieren und den Stellenwert der Handwerksberufe aufzeigen zu dürfen. Dem, der einen Handwerksberuf ergreift und eine berufliche Matura macht, stehen alle Türen offen für eine steile Karriere.» Matthias Schurtenberger vom Zuger Bauernverband stellte ein grosses Interesse an der breiten Grundausbildung der Landwirte fest, die es ihnen ermöglicht, durch Weiterbildung in verwandten Berufen Fuss zu fassen. Monika Gisler, Lehrerin der Mittelstufe 2, die Lernende während ihrer beruflichen Ausbildung als Coach begleitet, gab zu Protokoll: «Der heutige Event hat den Schülerinnen und Schülern einen guten Einblick in die verschiedenen Berufe ermöglicht. Dass einige Schüler gefragt haben, ob sie noch länger als geplant bleiben dürften, zeigt auf, dass sich der Besuch dieser Informationsveranstaltung gelohnt hat.» Der Chamer Schulpräsident Beat Schilter ergänzte: «Diese Veranstaltung war für die Schüler, die sich ein erstes Bild von der Berufswahl machen konnten, gleichermassen wertvoll wie für das Gewerbe, das Werbung in eigener Sache machen konnte.»

Referate und Podiumsdiskussion

Am Abend stand ein Treffpunkt für Eltern, Wirtschaft und Schule auf dem Programm. Referate des Zuger Bildungsdirektors Stephan Schleiss, von Beat Schuler, dem Leiter des Amts für Berufsbildung, und des Berufs- und Laufbahnberaters Bruno Ruoss sowie eine Podiumsdiskussion rundeten den Event ab.

Hinweis

Weitere Veranstaltungen finden am 13. März in Neuheim (Lindenhalle), am 21. März in Oberägeri (Mehrzweckanlage Maienmatt), am 28. März in Rotkreuz (Saal Dorfmatt) und am 4. April in Baar (Aula Oberstufe Sennweid) statt. Die Anlässe beginnen jeweils um 13.30 Uhr. Weitere Infos gibt es unter www.berufswahlzug.ch