CHAM: Verlegt die Amag ihren Sitz in den Ennetsee?

Die Amag will ihre Administration an einem Ort zusammenlegen. Mit im Rennen ist die Gemeinde Cham, in der der Autoimporteur und -händler schon heute gut vertreten ist.

Charly Keiser
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Einfahrt zur Amag in Cham. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 15. Februar 2017))

Einfahrt zur Amag in Cham. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 15. Februar 2017))

Der Schweizer Autoimporteur und Autohändler Amag sucht einen neuen Konzernsitz. Dies schrieb Ende Januar die «Bilanz». Im Rennen um den neuen Konzernsitz ist auch Cham, dies zusammen mit Birrfeld und Dübendorf, wo die Amag ebenfalls grosse Immobilien besitzt.

«Was in der ‹Bilanz› steht, ist nicht falsch», bestätigt Dino Graf, Leiter Corporate Communica­tion der Amag und Mitglied der Konzernleitung. Es gehe beim Projekt darum, die Administration zu bündeln und so Synergien zu nutzen. «Die Chancen für Cham sind intakt», antwortet Graf und sagt auf die Frage, ob Cham dank der Steuersituation einen gewissen Vorteil habe: «Nicht zwingend. Denn die Steuern sind nicht prioritär.» Die Amag sei an zahlreichen Orten und zahle dort auch weiterhin Steuern, erklärt Graf. Bei der Zusammenlegung gehe es primär um Bürojobs und die Administration. Der Entscheid, wo der neue Konzernsitz hinkomme, soll etwa bis Mitte Jahr fallen, ergänzt Graf. Und von dann weg dauere es mindestens zwei Jahre, bis der Umzug vollzogen sei.

Umzug bis Ende 2019

Die Administration der Amag ist bislang auf drei Orte verteilt. So wird heute der Import der VW-, Audi-, Skoda-und Seat-Fahrzeuge in Schinznach (AG) und Buchs (ZH) abgewickelt. Die Finanzen, das Personal und die Informatik werden in Buchs und Zürich administriert und die stark wachsende Amag Leasing ist in Baden-Dättwil domiziliert. Bis spätestens Ende 2019 sollen alle unter ein Dach ziehen, schreibt die «Bilanz». Amag-Chef Morten Hannesbo wolle mehr Kooperation und kürzere Transport­zeiten. Bis zu 900 der rund 5600 Amag-Mitarbeiter sollen an einem Ort beschäftigt werden. Dazu brauche es mehrere hundert Parkplätze und gute ÖV-Verbindungen. Auch «New Mobi­lity»-Konzepte sollen die Anbindung verbessern, etwa Lösungen für Velos und Autos mit den Partnern «Catch a Car» und «Sharoo», an denen die Amag beteiligt ist.

Konzernleitung käme nach Cham

Gesucht wurde ein Ort in der «Greater Zurich Area», zu der der Kanton Zug bekanntlich gehört, wie die Bilanz in Erfahrung gebracht hat. Sollte Cham den Zuschlag erhalten, käme auch die Konzernleitung mit Morten Hannesbo in den Kanton Zug. Denn der Hauptsitz ist bislang am Zürcher Utoquai untergebracht. Das denkmalgeschützte Gebäude am Utoquai gehört der Amag-Eigentümerfamilie Haefner. Dort soll künftig der Autobauer Maserati einen Teil des Showrooms im Parterre, der bisher Audi vorbehalten war, beziehen. Es sei zudem geplant, zahlreiche Büros zu Luxuswohnungen umzubauen.

«Wir sind sehr erfreut, dass Cham als Standort in der Evaluation ist», sagt Chams Gemeindepräsident Georges Helfenstein. «Und natürlich würde es uns noch mehr freuen, wenn wir den Zuschlag tatsächlich bekommen würden.»

Charly Keiser

charly.keiser@zugerzeitung.ch