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CHAM: Walter Andreas Müller setzt sich für Tiere ein

Die Ennetseeklinik und der Tierschutzverein Zug kümmern sich um verletzte Findeltiere. Kürzlich haben sie zum prominent besetzten Benefizanlass in den Lorzensaal geladen.
Wolfgang Meyer
Walter Andreas Müller zieht das Publikum im Lorzensaal in seinen Bann. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 27. März 2018))

Walter Andreas Müller zieht das Publikum im Lorzensaal in seinen Bann. (Bild: Stefan Kaiser (Cham, 27. März 2018))

204 verletzte Findeltiere behandelte die Ennetseeklinik im vergangenen Jahr. Wildtiere oder herrenlose Haustiere. Mangels zahlungskräftiger Besitzer übernimmt die Klinik die Kosten. 38000 Franken für Verbrauchsmaterial waren es im letzten Jahr. Der Gesamtaufwand mit Arbeitsstunden und allem, was dazugehört, liege rund drei- bis viermal Mal höher. «Als Tierarzt hat man eine hohe moralische Verpflichtung in solchen Situationen», erklärte der Veterinärmediziner und Geschäftsleiter der Ennetseeklinik, Dieter Fretz, am vergangenen Dienstag im Chamer Lorzensaal. Die Klinik lud zum Fundraising für Findeltiere bei Kultur und kühlen Getränken.

Der Roman «Die Konferenz der Tiere» aus der Feder des Kinderbuchautors Erich Kästner erzählt, wie sich die Tiere zusammenschliessen, um unter den Menschen den Weltfrieden zu erzwingen. Es war Kästners erster Roman nach dem Zweiten Weltkrieg und trägt dessen Wut auf die Blindheit der Menschen in sich. Der bekannte Schauspieler und Radiomoderator Walter Andreas Müller strickte die Geschichte als ausdrucksstarker Vorleser geschickt um die Zuhörer. Ergänzt wurden seine Erzählungen vom Pianisten Olivier Schnyder und vier seiner Schüler, die das Publikum trotz ihrer jungen Jahre mit einem unerwartet virtuosen Spiel verblüfften.

Mitorganisiert wurde der Anlass vom Tierschutzverein TSV Zug, der ebenfalls Findeltiere aufnimmt, behandelt und vermittelt. Letztes Jahr wurde so 685 Tieren geholfen.

Während die Ennetseeklinik die Kosten für ihr Engagement als Unternehmen trägt, finanziert sich der Tierschutzverein Zug ausschliesslich über Spenden. Insgesamt 153000 Franken wendete der TSV Zug im vergangenen Jahr für die Hilfe an Findeltieren auf. Der Anlass im Lorzensaal ist dafür gedacht, einen Teil der Kosten dieser Arbeiten zu decken. «Davon sind wir an der Ennetseeklinik noch weit entfernt», sagt Dieter Fretz.

Abgeben statt verenden lassen

Die Kosten für Saal und Künstler übernahm die Ennetseeklinik vollumfänglich. «Uns geht es heute Abend darum, die Bevölkerung für unsere Arbeit zu sensibilisieren.» Fretz will aufzeigen, dass es Möglichkeiten gibt, verletzte Tiere abzugeben. Und dazu ermutigen, beim nächsten Mal hinzuschauen, wenn man ein verletztes Tier findet. «Die Alternative besteht darin, dass das Tier vor Ort verendet, das wollen wir nicht», stellt er klar. «Wir machen eine wichtige Arbeit und tragen diese zurzeit selber. Mein Ziel ist es, dass jeder einen kleinen Teil dieser Verantwortung mitträgt.»

Den Verweis auf gravierendere Missstände in der Welt lässt Fretz nicht gelten: «Natürlich gibt es schlimmere Dinge als ein angefahrenes Tier am Strassenrand. Aber ich bin davon überzeugt, dass, wenn sich jeder in seinem Bereich engagieren würde, diese Welt ein viel besserer Ort wäre.»

Wolfgang Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

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