CHAM: Wer hier weiterfährt, dem droht eine Busse

Im Bereich der Bushaltestelle Alpenblick werden immer wieder Velofahrer angehalten, die auf dem Trottoir fahren. Ein Betroffener sieht das Problem bei der Signalisation. Handlungsbedarf bestehe nicht, heisst es seitens des Kantons und der Polizei.

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Eine gelbe Bodenmarkierung im Gebiet Alpenblick zeigt an, dass von Zug her kommende Velofahrerinnen und -fahrer hier die Strassenseite wechseln müssen. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 1. September 2017))

Eine gelbe Bodenmarkierung im Gebiet Alpenblick zeigt an, dass von Zug her kommende Velofahrerinnen und -fahrer hier die Strassenseite wechseln müssen. (Bild: Werner Schelbert (Cham, 1. September 2017))

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch

 

Die Wartezeiten für Velofahrer am Verkehrsknoten Alpenblick gehören seit bald zwei Jahren der Geschichte an. Im Oktober 2015 wurde der neue Veloweg zwischen Zug und Cham eingeweiht – seitdem können Zweiradfahrer die viel befahrene Kreuzung komfortabel umfahren.

Doch die neue Veloachse bringt auch Nachteile mit sich. Auf der Zugerstrasse, im Bereich der Bushaltestelle Alpenblick, werden nämlich immer wieder Radfahrer auf dem Trottoir erwischt. Zum Beispiel der Sohn von René Baumgartner aus Cham. Er wurde von einer Polizeipatrouille angehalten, als er von der Kreuzung in Richtung Shell-Tankstelle unterwegs war, und musste eine Busse bezahlen. René Baumgartner ärgert sich: «Ich habe mir die Situation selber angesehen und bin der Meinung, dass man hier den Velofahrern keine klaren Regeln setzt.» Die Signalisierung bei der Lichtsignalanlage – wo die von Zug herkommenden Velofahrer die Strasse überqueren müssen – sei unklar. Es gebe nach der blauen Velotafel mit dem Pfeil nach rechts keine Velofahrverbotstafel oder eine veränderte Beschaffung des Weges. «Viele fahren hier geradeaus weiter, wo dann die Polizei wartet und sie in die Falle tappen.»

«Überfordernde Situation für Velofahrer»

Für die Velofahrer sei die Situation beim Alpenblick überfordernd, sagt René Baumgartner. «Man ist im Bereich der Lichtsignalanlage damit beschäftigt, sich auf den vielen Verkehr, die entgegenkommenden Velos und die Fussgänger zu konzentrieren. Noch schwieriger ist es, wenn man sich im Quartier nicht auskennt.» Für den Chamer steht fest: «Es wurde bei der Planung nicht an jene Velofahrer gedacht, die sicher von der Kreuzung zum Bahnhof Alpenblick fahren wollen.»

Diese Kritik kann man beim Kanton, der den neuen Veloweg geplant und gebaut hat, nicht nachvollziehen. «Dass auf dem Weg von Zug nach Cham die Querung der Zugerstrasse notwendig ist, war schon immer klar, da aus Platzgründen die Weiterführung eines kombinierten Rad-/Fussweges bis nach Cham Zentrum nicht realisiert werden kann», sagt Stefan Bürgler, Projektleiter beim Amt für Raumplanung. «Um eine grösstmögliche Sicherheit gewährleisten zu können, wurde die durch die Lichtsignale gesicherte Querung bei der Lichtsignalanlage gewählt.» In dicht besiedelten Gebieten mit begrenzten Flächen würden zwangsläufig Situationen entstehen, die am besten durch gegenseitige Rücksichtnahme bewältigt werden könnten.

Eine ähnliche Auskunft erhält man seitens der Zuger Polizei. «Unseres Erachtens ist die Signalisation klar und verständlich», sagt die Kommunikationsverantwortliche der Zuger Polizei, Judith Aklin und verweist unter anderem auf die gelbe Bodenmarkierung, die mit einem Pfeil nach rechts und einem Fahrradpiktogramm versehen ist. Es bestehe kein Handlungsbedarf für weitere Massnahmen. Man habe nebst der Kritik von René Baumgartner keine weiteren Rückmeldungen von Velofahrern zur Signalisation erhalten. «Hingegen sind bei der Polizei Meldungen von Fussgängern eingegangen, wonach Velofahrer das Trottoir im Bereich der Bushaltestelle befahren und dadurch wartende Busbenützer sowie andere Fussgänger gefährden würden.» Aufgrund dieser Hinweise habe die Zuger Polizei gezielt Kontrollen durchgeführt und fehlbare Radfahrer gebüsst. «Im Interesse der Verkehrssicherheit wird die Zuger Polizei auch weiterhin von allen Verkehrsteilnehmenden korrektes Verhalten im Strassenverkehr einfordern und Verstösse konsequent ahnden.»

Ordnungsbusse kostet 40 Franken

Eine Ordnungsbusse wegen «Unerlaubten Befahrens des Trottoirs» kostet 40 Franken. Auf die Frage, ob die Zuger Polizei auf den Veloweg im Gebiet Alpenblick ein besonderes Augenmerk lege, sagt Aklin: «Velofahrer werden nicht nur im Gebiet Alpenblick kontrolliert. Wir führen auf dem ganzen Kantonsgebiet allgemeine Kontrollen durch, bei denen alle Verkehrsteilnehmenden ermahnt oder gebüsst werden, wenn sie sich nicht korrekt im Strassenverkehr verhalten.»