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CHAM: Widerstand gegen Grossprojekt

Der Bebauungsplan des Papieri-Areals kommt bald vors Volk. Nun verschaffen sich auch die gegnerischen Stimmen Gehör.
Andrea Muff
Das Papieri-Areal in Cham aus der Vogelperspektive. (Bild PD / Andreas Busslinger)

Das Papieri-Areal in Cham aus der Vogelperspektive. (Bild PD / Andreas Busslinger)

Eine grosse Abstimmung steht bevor. Gross vor allem im Sinne der zu bebauenden Fläche: Denn die Chamer Stimmbevölkerung kann über den Bebauungsplan Papieri-Areal sowie die Teiländerung der Bauordnung und den Zonenplan befinden. Es geht um die Fläche von 120 000 Quadratmetern, das sind ungefähr 17 Fussballfelder. Innerhalb von 15 Jahren sollen auf dem Papieri-Areal 900 bis 1250 Arbeitsplätze und 900 bis 1200 Wohnungen, inklusive 100 preisgünstige, entstehen. Mit der Post flatterte diese Woche aber nicht nur das Abstimmungscouvert in die Briefkästen der Haushalte, sondern auch ein Flugblatt des Vereins Mehr Wert Cham. Dessen Vertreter äussern sich zusammen mit der SP und dem Kritischen Forum (Krifo) kritisch über das geplante, neue Quartier nördlich des Ortszentrums und empfehlen die Vorlage zur Ablehnung.

Lebloses Quartier

Alex Briner vom Verein Mehr Wert Cham nimmt sogleich vorweg: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen eine Bebauung, uns missfallen verschiedene Punkte und die Art des Vorgehens.» Vor allem ein Punkt stösst bei den Vereinsmitgliedern auf Kritik: «Damit das Areal sich zu einem Quartier entwickeln kann, muss ihm Leben eingehaucht werden», sagt Briner. Das sei mit dem vorliegenden Bebauungsplan nicht der Fall. Das gegnerische Lager lobt dabei die bauliche Entwicklung des Suurstoffi-Areals in Rotkreuz, denn dieses vereine eine Hochschule mit Arbeitsplätzen und Wohnungen. «Das Gymnasium Ennetsee hätte auf dem Papieri-Areal für eine Belebung gesorgt. Doch davon wollten der Investor und die Gemeinde nichts wissen.»

Für den Verein gibt es aber noch mehr Kritikpunkte. Darunter fällt auch das erhöhte Verkehrsaufkommen: «1710 Parkplätze sind zu viele, und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist zu dürftig», bemängelt Briner den Bebauungsplan. Zudem spüre er eine gewisse Skepsis im Verein, ob die Umfahrung Cham-Hünenberg in näherer Zukunft überhaupt gebaut wird. «Seit bald zehn Jahren ist nicht viel passiert», präzisiert Alex Briner. So würde der zusätzliche Verkehr das Ortszentrum belasten. Zudem sei mit der grossen Anzahl von Parkplätzen das Ziel einer 2000-Watt-Gesellschaft kaum erreichbar.

Neu und öffentlich zugänglich

Ein weiterer Punkt in der Nein-Argumentation ist die Mehrwertabschöpfung, die bei der Umzonung nicht ins Gewicht falle. «Durch die Umzonung bekommt das Grundstück einen wesentlich höheren Wert. Die Gemeinde hat dafür aber nur 18 000 Quadratmeter Land bekommen. Das ist ein Trostpflaster», führt Briner aus.

Der Gemeinderat sieht im Bebauungsplan viel Potenzial: «Wir möchten, dass die Vision von bis zu 1250 Arbeitsplätzen zur Realität wird», schreibt Bauchef Rolf Ineichen auf Anfrage. Dem Gemeinderat sei bewusst, dass das Finden von geeigneten Nutzern für die grosse Gewerbefläche – mindestens 42 500 Quadratmeter – auch Arbeit bedeute. Die Parkplatzanzahl sei bereits von über 2000 reduziert worden. «Zudem ist die Verbesserung des öffentlichen Verkehrs grundsätzlich ein stetiges Anliegen des Gemeinderates, unabhängig vom Papieri-Projekt», nimmt Ineichen Stellung. Optimierungen seien heute schon im Gespräch. Zur Mehrwertabschöpfung: «Das gesamte Gelände ist bereits in einer Bauzone, und es gibt keine gesetzliche Grundlage für eine Mehrwertabschöpfung im Kanton Zug», so der Bauchef und versichert: «Die Einwohnergemeinde profitiert aber auf mehreren Ebenen.» Zudem bekomme Cham ein neues, öffentlich zugängliches Quartier.

Für die anderen örtlichen Parteien – CVP, GLP, FDP und SVP – steht bereits vor der Parolenfassung fest, dass sie sich nicht dem Nein-Komitee anschliessen werden. «Das Projekt ist bei den bürgerlichen Parteien im Grundsatz unbestritten», sagt Arno Grüter, Präsident der FDP Cham.

Andrea Muff

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