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CHAM: Wie alles begann

Die Geschichtsschreibung des Kantons hat ihren Anfang vermutlich in Cham. Das Staatsarchiv Zürich verfügt über die älteste Urkunde, die sich auf Zug bezieht. In der Schlosskapelle St. Andreas hängt eine Kopie.
Die Pergamenturkunde von 858 n. Chr. ist von König Ludwig persönlich unterzeichnet. (Bild: PD/Staatsarchiv des Kantons Zürich)

Die Pergamenturkunde von 858 n. Chr. ist von König Ludwig persönlich unterzeichnet. (Bild: PD/Staatsarchiv des Kantons Zürich)

In der Krypta der Schlosskapelle zu St. Andreas in Cham hängt recht unauffällig – die Kopie einer Urkunde von 858. Das Original befindet sich im Staatsarchiv Zürich. Es handelt sich um das älteste bekannte Dokument, das sich auf den Kanton Zug bezieht. Mit dem Abfassen dieser Urkunde begann sozusagen die Zuger Geschichtsschreibung. Im 9. Jahrhundert – vielleicht auch schon früher – war Chama ein Maierhof (Königshof, curtis indominicata), dessen Zentrum möglicherweise auf der Halbinsel St. Andreas lag.

Der Zuger Historiker Jürg Johner weiss, dass das Gebiet des Maierhofes Cham damals in etwa von Hausen bis nach Meierskappel reichte. Fünf Jahre vor Entstehung dieser Urkunde hatte der ostfränkische König Ludwig der Deutsche, Sohn Kaiser Ludwigs des Frommen und Enkel Karls des Grossen, welchem unter anderem der Chamer Hof gehörte, die Fraumünsterabtei zu Zürich anstelle eines älteren Klosters gegründet. Als Äbtissin hatte er seine Tochter Hildegard eingesetzt, welcher er die Neugründung überschrieb. Nach deren Tod im Jahre 856 (oder 859) trat ihre Schwester Berta das Amt als Klostervorsteherin an.

Ludwig schenkte der Fraumünster­abtei eine ansehnliche Menge an Landbesitzen, unter anderem Grundstücke im Urnerland, Horgen, Langnau und per 16. April 858 also auch den Maierhof Cham. Politisch gesehen lag Cham damals im Kreis Thurgau im Herzogtum Alamannien (späteres Schwaben), wie der Zuger Professor Bonifaz Staub (18161887) in einer historisch-geografischen Beleuchtung der Urkunde schreibt. Bald nach der Schenkung gehörte Cham zum Zürichgau, der vom Thurgau abgetrennt worden war. Aus der Urkunde geht hervor, dass die Schenkung des Hofes Cham für das Seelenheil von Ludwigs Grossvater Karl und Vater Ludwig gelten sollte.

Die Chamer Pergamenturkunde von 858 ist mit karolingischer Minuskel-Schrift in lateinischer Sprache abgefasst. Geschrieben wurde sie in Frankfurt, einem der Hauptwohnorte König Ludwigs. Er höchstselbst hat die Urkunde unterzeichnet und sie mit seinem Siegel versehen. Sein Vizekanzeler fungierte als Co-Unterzeichner. Bonifaz Staub schliesst aus dem Inhalt der Urkunde, dass der Hof zu Cham wohl eines der ersten Siedlungsgebiete im heutigen Kanton Zug gewesen ist.

Andreas Faessler

Hinweis

Mit «Hingeschaut!» gehen wir wöchentlich mehr oder weniger auffälligen Details mit kulturellem Hintergrund im Kanton Zug nach.

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