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CHAM: «Wir können alles brauchen, was sauber und ganz ist»

Das Kesselhaus der Cham Paper Group ist vielseitig nutzbar. Nach der Biennale ist jetzt der Verein «Helfen Sie helfen» eingezogen.
Rita Regez beim Einrichten ihres neuen Sortierzentrums im Kesselhaus der Cham Paper Group. (Bild Stefan Kaiser)

Rita Regez beim Einrichten ihres neuen Sortierzentrums im Kesselhaus der Cham Paper Group. (Bild Stefan Kaiser)

Auf den ersten Blick mutet das Szenario etwas surreal an: Ein Kleiderständer mit sauber aufgehängten Blusen und Kostümen steht vor aufgetürmten Holzpaletten und leeren Kartonkisten. Das Licht in der Industriehalle ist dämmerig. Doch schnell merkt man, dass hier eifrig gearbeitet und eingerichtet wird. Die Chamerin Rita Regez steht an einem grossen Tisch und erklärt: «Die Schachteln werden zuerst mit Plastik ausgelegt. Man weiss ja nie, wo sie genau landen, und es wäre schade, wenn unsere saubere Ware vor dem Auspacken schon dreckig wird.»

Denn alles, was in der Halle herumsteht – angefangen bei Kleidern bis hin zu Rollatoren und Sitzkissen für Gartenstühle – wird sorgfältig verpackt und nach Rumänien oder in die Ukraine geschickt. Erst diese Woche konnte der Verein «Helfen Sie helfen» (siehe Box) in das Kesselhaus einziehen.

Zwischennutzung des Kesselhauses

Das zentrale Gebäude der ehemaligen Papierfabrik wird dem Verein im Sinne einer Zwischennutzung von der Cham Paper Group zur Verfügung gestellt. «Und dies gratis und franko», sagt Regez erleichtert. Die Chamerin begutachtet die zu packenden Kleider ganz genau. «Da bin ich heikel. Sauber und ganz müssen die Spenden sein. Die Leute haben ja nicht die Möglichkeit, die Sachen erst noch zu waschen.» Regez besucht die Anlaufstellen in Rumänien und der Ukraine oft selber. Die Lastwagen chauffieren ihre Ladung direkt vor Ort. Dabei werden sie bis oben hin vollgepackt: «Wir wollen ja keine Luft verschicken», erklärt sie.

Ohne die vielen Helfer würde es nicht gehen. «Es braucht ein immenses Netzwerk, hier und in Osteuropa», so die 57-Jährige. Beim Sortieren und Verpacken helfen ihr rund zehn Frauen. Viele pensionierte Männer kommen zum Beladen der 40-Tönner vorbei. «Es gibt Lismergruppen, die extra für uns stricken», ergänzt Regez. Sie sei mit einem pensionierten Uhrmacher befreundet, der sich um gespendete Uhren kümmert. Ein weiterer Kollege holt regelmässig Bananenkisten im Coop. Zusätzlich komme es immer wieder zu Spontanaktionen. «Bei der Kirche St. Thomas in Inwil haben wir alles mitgenommen, was nicht niet- und nagelfest war», sagt Regez. Ob nun Fenster, Lavabos oder die Kirchenbänke, gebraucht werden könne alles.

Carmen Desax

Hinweis

Spenden werden jeweils montags von 9.30 bis 10.30 Uhr und freitags von 14 bis 15 Uhr im Kesselhaus entgegengenommen. Weitere Informationen bei Rita Regez: 076 277 84 24.

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