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CHAM: Zahlreiche verborgene Oasen warten auf die Besucher

Am Europäischen Tag des Denkmals erkundeten Besucher den Weiler Niederwil. Sie erfuhren Interessantes über schwarze Magie und Geranien.
Carina Blaser
Der Weiler Niederwil hat einige hübsche Plätze zu bieten. (Bild Stefan Kaiser)

Der Weiler Niederwil hat einige hübsche Plätze zu bieten. (Bild Stefan Kaiser)

Er gehört nicht zu den Orten, die im Kanton viel Beachtung erhalten. Die Rede ist vom Weiler Niederwil in Cham. Im Rahmen der Führungen zum Europäischen Tag des Denkmals konnte der Weiler am Samstag erkundet werden. Rund 16 Besucher nutzten die morgendliche Frische des heissen Spätsommertages, um an der ersten Führung mit Bauernhausforscher Benno Furrer und Margrit Ackermann, Mitarbeiterin beim Amt für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug, durch den kleinen Ort teilzunehmen. Die Reise in die fast vergessenen Gärten und Traditionen führte auf ihrem Weg zurück in die Vergangenheit an sieben Posten des idyllischen Niederwils vorbei. «Auf unserer Führung wollen wir einen Bezug herstellen von Haus, Garten, Brauchtum und den Menschen, die zu dieser Zeit gelebt haben», erklärte Benno Furrer. Der Bauernhausforscher kennt sich aus und belieferte die Teilnehmer während einer Stunde mit vielen Informationen. Zu erfahren war etwa, dass das Schmücken der Häuser mit Geranien und anderen Blumen eine junge Tradition ist und insbesondere mit dem Tourismus und der Reformbewegung ihren Aufschwung erlebte. Oder dass früher vor einem Holunderbaum der Hut gezogen wurde, da man glaubte, er würde von Hausgeistern bewohnt und vor schwarzer Magie schützen.

Grosses Interesse

Die Europäischen Tage des Denkmals werden in der Schweiz seit 1994 durchgeführt. Die Schweizer Fachstelle für Denkmalpflege und Archäologie organisiert Führungen, Exkursionen und andere Aktivitäten. In diesem Jahr stehen die Tage unter dem Motto «Oasen». Im Kanton Zug wurden dazu am Wochenende diverse verborgene Gärten ins Licht gerückt. «Es ist erstaunlich, auf wie viel Interesse unsere Führungen gestossen sind», erklärt Stefan Hochuli, Leiter des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie des Kantons Zug. «Insbesondere die Führungen in die privaten Gärten in Rotkreuz und Cham sind vollständig ausgebucht. Wir hätten mindestens doppelt so viele Rundgänge anbieten können», sagt Hochuli weiter. Zusätzlich zu den neun Exkursionen durch die geheimen Grünräume im Kanton fand am vergangenen Mittwoch auch eine Podiumsveranstaltung mit dem Thema «Sehnsucht Freiraum» in Zug statt.

Viel Neues erfahren

Doch zurück in die «Oasen» in Niederwil. Benno Furrer und Margrit Ackermann weihten die Besucher an diesem Samstag auch in die Geheimnisse des Gartens ein. Das Wort Garten sei eine Ableitung des Worts Gerte. Dies wiederum bedeute «biegsame Ruten, die den Garten umrunden und von der Landfläche abtrennen», erklärte Furrer. Man erfuhr, dass die Römer Buchs als Gestaltungsmöglichkeit, Heilkräuter, Rosen und Liliengärten in die Schweiz brachten; dass mittelalterliche Gärten ihren Standort gewechselt haben, je nach Zeit der Nutzung, und nicht umzäunt waren; dass Nussbäume gepflanzt wurden, um mit ihrem Duft der Blätter die Fliegen beim Miststock zu vertreiben und mit dem Nussöl das ewige Feuer der Kirche zu speisen.

Die Besucher wurden auch darauf hingewiesen, ein Auge auf die Gartenzäune zu werfen. Denn in Hünenberg und Cham gab es einen besonderen Dorfschmied, der seine Handschrift auf den Zäunen hinterliess. «Wir sind aus dem Aargau angereist und werden noch mehrere Führungen besuchen. Dieser erste Rundgang in Niederwil ist sehr kompakt und liefert viele Informationen. Niederwil ist aber wahrlich auch ein Bijou», sagte ein Teilnehmer. «Meine Mutter ist hier in Niederwil aufgewachsen», erzählte Andrea Schelbert, die auch am Rundgang dabei war, und ergänzt: «Trotzdem haben wir noch viel Neues gelernt über die Gärten und ihre Bedeutung.» Kaum hat sie das gesagt, ging es auch schon weiter mit interessanten Fakten. So erfuhr man etwa mehr über Stechpalmen, die das Haus vor Feuer schützen sollten, oder über die frühere Arbeitsteilung von Mann und Frau und wie die Wasserversorgung im Hause Einzug hielt. Es war ein breites Programm – und dies war nur eine Station der Europäischen Tage des Denkmals im Kanton Zug.

Carina Blaser

Bildergalerie: Mehr Impressionen vom Rundgang finden Sie unter www.zugerzeitung.ch/bilder

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