CHAM: Zeichen für Wärmeverbund stehen günstig

Eine Machbarkeitsstudie zeigt das grosse Potential eines Wärmeverbundes in der Gemeinde Cham auf. Aus diesem Grund will die Gemeinde die Idee eines Wärmeverbundes weiterverfolgen.

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Mit der Abwärme der Pavatex AG sollen Liegenschaften im Gebiet Röhrliberg beheizt werden. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Mit der Abwärme der Pavatex AG sollen Liegenschaften im Gebiet Röhrliberg beheizt werden. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

In Cham könnte ein Wärmeverbund wirtschaftlich umgesetzt werden, wäre ökologisch sinnvoll und sowohl von der Technik als auch vom Zeithorizont her machbar. Dies zeigen die Resultate einer von der Gemeinde in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie, heisst es in einer Medienmitteilung vom Freitag. 

Die Studie zeigt auf, wie ein solcher Wärmeverbund konzipiert werden sollte und wann welche Wärmequelle erschlossen werden müsste. Konkret sieht das Konzept zwei Heizentralen vor: eine für die sogenannte Hochtemperaturwärme der Pavatex und eine für die Niedertemperaturwärme der Kläranlage.

Etappenweise Umsetzung

In einer ersten Ausbauetappe ginge es darum, die Abwärme der Pavatex AG im hohen Temperaturbereich zu nutzen. Dies für die Beheizung von bestehenden Liegenschaften, insbesondere im Gebiet Röhrliberg.

In der zweiten Etappe sollen die Abwärme auf tieferem Temperaturniveau dazukommen sowie eine zweite Heizzentrale erstellt werden, um die Fernwärme der Kläranlage Schönau (ARA) zu nutzen.

Die dritte Etappe sieht die Beheizung der Neubaugebiete Cham Nord und des Papieri-Areals mit Niedertemperatur-Fernwärme der ARA vor. Laut Konzept gäbe es damit noch ausreichend Abwärme, um weitere Vorhaben in den Gebieten Hagedorn, Rumentikon und Lindencham zu realisieren.

Kosten von rund 16 Millionen Franken

Um den Wärmeverbund im Vollausbau zu realisieren, wird mit Kosten von rund 16 Millionen Franken gerechnet. Die Realisierung der ersten Ausbauetappe ist mit rund 7 Millionen Franken veranschlagt. Die Wirtschaftlichkeit wäre insbesondere ab der Ausführung der zweiten Ausbauetappe günstig. Mit einem kalkulierten Wärmepreis von voraussichtlich 13 Rappen pro Kilowattstunde (KWh) im Endausbau beurteilen die Experten der Machbarkeitsstudie die Markt-Chancen der Fernwärme insgesamt als gut.

Der ökologische Nutzen des Wärmeverbunds wird gemäss Studie in der C02-Bilanz deutlich. Ein Vergeich zeigt, dass die C02-Emissionen im Vergleich zur Beheizung mit Erdgas um bis zu 80 Prozent reduziert werden könnten. Zudem könne ein hoher Anteil der Industrie- und Kläranlagen-Abwärme genutzt werden, die sonst ungenutzt verloren geht. Ein weiterer positiver Effekt sei, dass das gereinigte ARA-Abwasser durch die Wärmenutzung zusätzlich abgekühlt und dadurch die unerwünschte Erwärmung der Lorze veringert wird.

Der Zeitpunkt für die Umsetzung des Wärmeverbundes sei jetzt günstig, da die Pavatex AG bis Ende 2015 eine Abluftreinigungsanlage nach dem neusten Stand der Technik installieren wird. Mit dem Papieri-Areal und Cham Nord stehen zudem zwei grosse Überbauungen in absehbarer Zeit vor der Realisierung, die von Anfang an durch den Wärmeverbund versorgt werden könnten.

Ziel: Investor im Herbst

Die Gemeinde möchte das erkannte Potential ausschöpfen und gemeinsam mit der Pavatex und der Kläranlage Schönau die Realisierung des Wärmeverbundes vorantreiben. Ziel ist es im Herbst 2014 einen Investor und Betreiber zu bezeichnen, bis im Sommer 2015 die Detailplanung vorzunehmen und die nötigen Bewilligungen einzuholen, damit die erste Ausbauetappe des Wäremverbundes auf die Heizsaison 2016/2017 realisiert werden kann.

pd/zim

HINWEIS
Öffentlicher Informationsanlass «Energieplan und Machbarkeitsstudie Wärmeverbund Cham»: Dienstag, 13. Mai, 19.30 bis 21 Uhr, Lorzensaal Cham.