CHAM: Zum Entspannen greift er zur Gitarre

Der Schwinger Pirmin Reichmuth sorgt mit seinen Leistungen für Furore – Frauen geraten ins Schwärmen.

Luc Müller
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Pirmin Reichmuth war in seiner jungen Karriere schon oft erfolgreich - was sich auch in seinem Zimmer zeigt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Pirmin Reichmuth war in seiner jungen Karriere schon oft erfolgreich - was sich auch in seinem Zimmer zeigt. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Pirmin Reichmuth wirkt ganz entspannt – zum ersten Mal seit Tagen hat er ein bisschen Zeit für sich. In solchen Momenten greift der 18-jährige Chamer gerne zur Gitarre. «Das ist ein grosses Hobby von mir», sagt der 1,96 Meter grosse Hüne mit dem kräftigen Händedruck.
Am vergangenen Sonntag sorgte er am Innerschweizer Schwing- und Älplerfest in Cham mit dem Einzug in den Schlussgang, auch wenn er den gegen Reto Nötzli verlor, für Furore. «Nach dem Innerschweizerischen war viel los. Ich bekam sehr viele SMS und Gratulationen auf Facebook. Auch von Leuten, die ich nicht kenne», verrät Reichmuth. Ja, darunter seien auch viele Grüsse von Frauen gewesen, sagt er und lächelt verschmitzt. Momentan ist er Single. «Neben dem Sport hätte ich schon Zeit für eine Freundin – wenn es die Richtige ist. Sie muss vor allem auch sportlich sein, aber überhaupt nicht zwingend aus dem Schwingumfeld kommen.» Inzwischen hätten sich auch die Anfragen nach einer Autogrammkarte gehäuft. «Der Respekt seitens der Spitzenschwinger ist merklich gestiegen. Sie werfen jetzt auch mal einen Blick zu mir und kennen mich langsam.» Und auch Harry Knüsel, der wie Reichmuth im Schwingklub Cham-Ennetsee aktiv war und der einzige Schwingerkönig aus der Innerschweiz ist (siehe Box), schaut nun öfter im Schwingkeller in Cham vorbei. «Er gibt mir wichtige Tipps, was die Schwingtechnik betrifft», erzählt er.
Nun Berufsmatura im Blick
Nicht nur im Sägemehlring war Pirmin Reichmuth in den letzten Monaten gefordert, sondern auch beruflich: Im April hat er seine Lehrabschlussprüfung erfolgreich abgeschlossen. Auch hier hat er zum Abschluss seiner Metzgerlehre, die er im aargauischen Abtwil absolviert hat, brilliert. Mit dem Notendurchschnitt von 5,4 war er der Beste seines Faches im Kanton Aargau, wo er die Prüfung abgelegt hat. «Zudem habe ich vor zwei Monaten noch die Autoprüfung gemacht. Da kam alles zusammen, das war schon ein bisschen stressig.»
Nach den Ferien wird er nun am Gewerblich-industriellen Bildungszentrum Zug (GIBZ) die Berufsmatura anpeilen. «Metzger war mein Traumberuf, doch nun habe ich gemerkt, dass ich das nicht mein Leben lang machen will. Darum gehe ich nun weiter zur Schule.»

Sportlich wird der 18-Jährige bereits am Sonntag beim Rigi-Schwinget wieder zu sehen sein – falls das Wetter dieses Fest zulässt. Wird dies um eine Woche verschoben, würde der Rigi-Schwinget mit dem Zugerberg-Schwinget, der am 20. Juli stattfindet, zusammenfallen. «In dem Falle würde ich mich für das Schwingfest auf der Rigi entscheiden. Läuft alles nach Plan und wird kein Fest verschoben, bin ich auch auf dem Zugerberg dabei.»

Und was ist mit dem legendären Kilchberg-Schwinget, der am 14. September auf dem Programm steht und für den die Schwinger vom Eidgenössischen Schwingerverband selektioniert werden? «Ich habe in meinem Umfeld schon gehört, dass ich vielleicht eingeladen werde. Obwohl man eigentlich fünf gewonnene Kränze in einem Jahr braucht. Ich habe in dieser Saison aber erst drei nach Hause nehmen können», so Pirmin Reichmuth.

Ein persönlicher Konditionstrainer

Neben dem Frühjahrs-Schwinget in Cham und dem Baarer Abendschwinget hat er in diesem Jahr auch den Morgarten-Schwinget gewonnen. Falls er nun auch noch beim Zugerberg-Schwinget siegreich ist – wäre das einmalig. Denn bisher gelang es noch keinem heimischen Schwinger, alle Zuger Schwingfeste zu gewinnen. «Das habe ich auch schon im Hinterkopf gehabt», bestätigt der junge Chamer. Gestern und heute hat der 96 Kilogramm schwere Athlet («mein Traumgewicht liegt bei 110 Kilogramm») noch trainiert. Seit November nimmt er zusätzlich zwei Mal die Woche die Dienste eines Konditionstrainers in Anspruch: «Wir trainieren vor allem die Schnellkraft. Das braucht es heute, um im Schwingsport mithalten zu können.»