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Chamer Nachwuchstalent setzt andere Prioritäten

Noel Burkart spielt in der 2. Mannschaft des SC Cham. Das Angebot, mit der 1. Mannschaft trainieren zu können, lehnt er ab.
Martin Mühlebach
Entspannt im Hirsgarten am Zugersee: Noel Burkart. (Bild: Stefan Kaiser, Cham, 9. September 2019)

Entspannt im Hirsgarten am Zugersee: Noel Burkart. (Bild: Stefan Kaiser, Cham, 9. September 2019)

Der erst 17-jährige Noel Burkart, der seit den F-Junioren ununterbrochen die Farben des SC Cham trägt, spielt seit der letzten Saison als Flügelstürmer des Reserve-Teams in der 2. Liga regional. Da der ehemalige Mittelfeldakteur sehr talentiert ist, schlug ihm sein Trainer Pascal Nussbaumer vor, seine fussballerischen Fähigkeiten im erweiterten Kader der 1. Mannschaft (Promotion League) zu verfeinern. Während viele Nachwuchskicker dieses Angebot wohl sofort angenommen hätten, lehnte Burkart ab.

Der vom Mittelfeld- zum Flügelspieler umfunktionierte Fussballer verfügt nach eigenen Angaben über «ein ausgeprägtes Ausdauervermögen und eine gute Spielübersicht». Ausbaufähig sei jedoch die Schnelligkeit. Zur Begründung, warum er lieber in der 2. Mannschaft verbleibt, statt mit dem Fanionteam zu trainieren, verrät Burkart: «Ich schaue lieber Eishockey als Fussball. Und als grosser EVZ-Fan möchte ich – wenn immer möglich – im Stadion sein, wenn die Zuger Hockeycracks übers Eis flitzen.»

Viel Verantwortung und Komplimente

Da er im dritten Lehrjahr als Schreiner stecke und seit kurzem frisch verliebt sei, wolle er nicht alles auf die Karte Fussball setzen. Ihm schwebe vor, dereinst eine Familie zu gründen und als Monteurschreiner tätig zu sein, da er den direkten Kontakt mit den Kunden der Arbeit in der Schreinerei vorziehe. Stets freundlich, korrekt und positiv denkend, seien Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit seine charakterlichen Stärken. Sozusagen als Bestätigung schiebt Burkart nach: «In der 2. Mannschaft des SC Cham bin ich für die Finanzen zuständig. Zusammen mit meiner Mutter mache ich an jedem Sonntagabend die Buchführung.» Diese verantwortungsvolle Aufgabe nehme er gerne auf sich, da er sich im Team sehr wohl fühle.

Noel Burkart, der es gerne mit freundlichen, aufgestellten Leuten zu tun hat, freut sich über das ehrliche Kompliment, das er kürzlich von einer Frau erhalten hat. Freudestrahlend erzählt er: «In ihrem Auftrag musste ich einen quadratischen Bilderrahmen aus Ahorn anfertigen. Als mein Chef der Auftraggeberin den Rahmen vorbeibrachte, rief er mich in der Werkstatt an. Er teilte mir umgehend mit, dass sich die Frau riesig gefreut habe, dass der Rahmen all ihren Erwartungen und Wünschen entspreche.» Wie ein ehrlich gemeintes Kompliment mag Noel auch gemeinsame Unternehmen mit seiner Familie. Er schwärmt heute noch von einem Flug mit seinen Eltern, Grosseltern und dem um drei Jahre älteren Bruder Yannick nach Djerba. «Es war mein erster Flug, den ich im Alter von neun Jahren antreten durfte, so Noel Burkart.

«Als das Flugzeug von der Piste abhob und ich in den Sitz gedrückt wurde, überkam mich ein unglaubliches Glücksgefühl.»

Er wisse heute noch, wie fasziniert er während des Fluges aus dem Fenster geguckt habe und vor Freude immer ausgeflippt sei, wenn er weit unten ein Fussballstadion erblickt habe. Stets in Erinnerung bleibe ihm auch der während der Ferien in Tunesien mit einer Reisegesellschaft unternommene Ausflug in die Sahara. «Nach der Überquerung des Hohen Atlas sahen wir, so weit das Auge reichte, nur noch Sand, Sand und nochmals Sand. Dieses Bild versetzte mich in ungläubiges Staunen.»

Verfolgerduell ohne Burkart

Am Samstag, um 18.30 Uhr, empfängt der Tabellenvierte Cham II (7 Punkte) den Tabellendritten Luzerner Sportclub (9 Punkte). Noel Burkart sagt: «Der LSC ist eine Stimmungsmannschaft. Meine Teamkollegen sind gut beraten, den Luzernern frühzeitig den Schneid abzukaufen, damit sie ihr technisch gutes Kombinationsspiel nicht wunschgemäss aufziehen können.»

Dass Burkart von seinen Teamkollegen spricht, statt zu sagen: «Wir müssen den Luzernern den Schneid abkaufen», lässt erahnen, dass er nicht spielen wird. Nicht weil er verletzt oder gesperrt ist – ganz einfach, weil er andere Prioritäten setzt. Burkart erklärt: «Am Samstagabend trägt der EV Zug sein erstes Spiel der Meisterschaft 2019/20 aus. Das lasse ich mir nicht entgehen, ich werde statt auf dem Chamer Eizmoos in der Bossard-Arena in Zug sein.»

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