CHAM/HÜNENBERG: «Zurück zur Natur» auch im Garten

Steingärten und exotische Blumen werden abgelöst von heimischen Pflanzen und Sträuchern. Diesen Trend haben auch die Ennetsee-Gemeinden erkannt und das Projekt Natur-Kur lanciert.

Carmen Rogenmoser
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Marguerite Sutter (links) und Markus Baumann (Cham) im Garten von Renate Huwyler in Hünenberg. (Bild: Stefan Kaiser (4. Mai 2017))

Marguerite Sutter (links) und Markus Baumann (Cham) im Garten von Renate Huwyler in Hünenberg. (Bild: Stefan Kaiser (4. Mai 2017))

Carmen Rogenmoser

carmen.rogenmoser@zugerzeitung.ch

Bienen schwirren gemeinsam mit Libellen durch die Luft, und Schmetterlinge flattern von Blume zu Blume. Die Pflanzen der Magerwiese bewegen sich im Wind. Ein Traum für jeden Gartenbesitzer. Von allein kommen die Insekten allerdings nicht. Sie müssen mit den passenden Pflanzen angelockt werden. In der Regel sind das heimische Gräser und Blüten. Dass das auf immer grösseres Interesse stösst, haben auch die Gemeinden Cham und Hünenberg erkannt.

Gemeinsam haben sie das Pilotprojekt Natur-Kur lanciert und bieten Fachberatungen für den Aufbau eines Naturgartens an. «Wir setzen uns für mehr Natur in Privatgärten ein», erklärt Urs Felix, Fachperson Sicherheit und Umwelt der Gemeinde Hünenberg. Er hat das Thema mit Manuela Hotz, Projektleiterin Umwelt der Gemeinde Cham, in Angriff genommen. Nun können sich Bewohner bis zum 31. Oktober 2017 kostenlos eine Fachberatung für ihren Garten oder ihren Balkon holen. Die Beratung übernimmt Marguerite Sutter von Pro Natura Zug.

Auch Balkongärtner können mitmachen

Im Garten von Gemeinderätin Renate Huwyler (CVP) in Hünenberg, wo über das Projekt informiert wird, ist die neue Richtung bereits erkennbar. «Vor ein paar Jahren haben wir den Teich in einen Naturteich umgewandelt», erklärt sie. Auch blühen rund um das kleine Gewässer je länger je mehr heimische Pflanzen wie etwa Hauswurz oder Bachnelkenwurz. «Im Sommer haben wir nun tatsächlich mehr Besuch von Libellen und Bienen», freut sie sich. Die Gemeinderätin ist vom Projekt begeistert. Gefragt sind aber nicht nur Garten-, sondern auch Balkoneigentümer. «Auch in einem Blumenkistli kann man anderes pflanzen als die gewohnten Geranien», sagt Expertin Marguerite Sutter.

Als Ansporn, das Projekt auch tatsächlich umzusetzen, winkt entweder ein Apéro-Korb der Zuger Bäuerinnen oder eine Wildpflanze im Wert von 100 Franken. «Unser Ziel sind zehn Beratungen in jeder Gemeinde», sagt Urs Felix. Je nachdem werde das Projekt dann weitergeführt. «Private Gartenbesitzer und Liegenschaftsverwaltungen können damit einen persönlichen Beitrag zur Biodiversität direkt vor der eigenen Tür leisten.» Renate Huwyler ihrerseits möchte den Garten auch noch «einheimischer» gestalten: «Ich bin überzeugt, dass wir damit mit dem Trend gehen.» Zurück zur Natur, zum Lokalen, gilt nun also auch für die kleinen Biotope vor der Haustür.

Hinweis

Am Sonntag, 21. Mai, von 14 bis 16.30 Uhr ist Silvia Meister Gratwohl, Garten-Ratgeberin bei SRF 1, zu Gast im Ziegelei-Museum in Hagendorn. Zusammen mit Marguerite Sutter informieren die Gemeindevertreter über Natur-Kur.