CHAM/KNONAU: Zug will einen Platz für Fahrende schaffen

Für 830'000 Franken will die Zuger Regierung auf Chamer Gemeindegebiet einen Durchgangsplatz erstellen. Die Nachbargemeinden haben keine Freude.

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Das Grundstück befindet sich direkt an der Kantonsgrenze zu Zürich - und in der Nähe des Kieswerks Risi. (Bild ZugMap.ch)

Das Grundstück befindet sich direkt an der Kantonsgrenze zu Zürich - und in der Nähe des Kieswerks Risi. (Bild ZugMap.ch)

«Dem Kanton Zug steht es gut an, seine Toleranz auch gegenüber den Fahrenden unter Beweis zu stellen.» Das schreibt der Regierungsrat in einer Vorlage. Und er hat auch einen Plan, wie er Toleranz beweisen will. Der Kantonsrat soll einen Kredit von 830'000 Franken sprechen. Damit könnte ein dauerhafter Durchgangsplatzes für Fahrende entstehen.

Geplant ist dieser in Oberwil bei Cham, an der nördlichen Grenze zur Gemeinde Knonau im Kanton Zürich.

Auf 6400 Quadratmetern soll ein abschliessbarer Platz mit Sanitärbauten für maximal zehn Gespanne (Wohnwagen mit Zugfahrzeug) realisiert werden. Für die Trinkwasser- und Stromversorgung müssten Zuleitungen gezogen werden.

Die Risi AG, die das daneben stehende Kieswerk betreibt, hat laut Zuger Regierung zugesichert, dass sie ihre Anschlüsse für den Betrieb des Durchgangsplatzes gegen Entgelt zur Verfügung stelle. Die Fahrenden sollen für den Standplatz eine Tagesgebühr von 5 bis 10 Franken bezahlen.

Auf keine grosse Gegenliebe stösst der Plan in Knonau. Der geplante Standort liege sehr nahe der Zürcher Gemeinde, moniert deren Gemeindepräsident Walter von Siebenthal. «Die Zu- und Wegfahrt würde immer über Knonauer Gebiet führen. Zudem liegt er in unmittelbarer Nähe einer gemischten Gewerbe- und Wohnzone. Nicht weit davon entfernt ist zudem eine reine Wohnzone. Das erachte ich nicht als ideal.»

Yvonne Anliker

Den ausführlichen Artikel zum Thema lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung