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Wie soll Cham in Zukunft aussehen?

In einem Mitwirkungsanlass konnte Chams Bevölkerung ihre Wünsche und Sorgen ins Raumentwicklungskonzept einbringen.
Dorotea Bitterli

Engagement und Sitzleder wurden vorausgesetzt bei allen, welche der Einladung des Chamer Gemeinderates folgten, an der Auftaktkonferenz der Ortsplanungsrevision «Vision 2040» mitzuwirken: Am Freitagabend und Samstagmorgen fanden sich ungefähr 120 Chamerinnen und Chamer aller Alters- und Berufsschichten während eines insgesamt achtstündigen Anlasses zu angeregter Diskussion zusammen. Der Bevölkerung den Puls gefühlt hatte bereits im April ein «Stimmungsbarometer» an der Choma, und im Mai-Juni eine von der Jugend- und Gemeinwesenarbeit JGWA durchgeführte «Sozialraumanalyse». «Wie soll Cham im Jahr 2040 aussehen?», lautete die Frage, und es war den Behörden wichtig, vor allem auch junge Menschen zu erreichen.

Punkt 18 Uhr begrüsste Gemeindepräsident Georges Helfenstein im Namen der anwesenden Gemeinderäte die Mitwirkenden, welche sich in 15 Gesprächszirkeln um je einen Ortsplan und einen Flipchart gruppiert hatten. Die beiden Moderatorinnen Britta von Wurstemberger und Inger Schjold der externen Organisationsentwicklungsfirma «frischer wind» leiteten darauf eine Kennenlernphase ein. In einer rasch hergestellten Atmosphäre des vertraulichen «Du» verstand es Mirjam Landwehr, Projektleiterin Planung und Hochbau, den technischen Begriff «Raumentwicklungskonzept REK» herunterzubrechen: «Es geht in dieser Phase noch nicht um Gesetze, sondern um die Vision, die wichtigen Themen, wie etwa das Zentrum, die Freiräume, die Ökologie, die Siedlungsstruktur. Heute Abend definieren Sie diese Themen. Später kommen die fachlichen Analysen hinzu.» Im März 2020 werde es dann eine Ergebniskonferenz geben, deren Resultate Ende 2020 in das endgültige REK einfliessen würden, und dieses sei dann die Basis für alle Gesetzesänderungen, so Landwehr.

«Wir kritisieren auf hohem Niveau»

«3000 Jahre Geschichte in 15 Minuten» – unter diesem Motto versuchte der Historiker Michael van Orsouw das «Gestern» der Ortschaft Cham zu fassen. Die Geschichte bestehe aus Ge-Schichten, wie eine Crèmeschnitte, und jede Schicht entspräche einem Narrativ, welcher die Identität des Ortes ausdrücke: «Ich bin eine Pfahlbauersiedlung, ein Dorf um eine Kirche, eine Altstadt um eine Burg, ein Industrieort und schliesslich eine See-Stadt.»

Vor diesem grösseren Hintergrund wurden die Teilnehmenden gebeten, sich auszutauschen über die Fragen: «Was finden wir gut in Cham?» und «Was finden wir weniger gut?» Die Resultate der einstündigen Diskussion, an grossen Stellwänden festgehalten, zeigten bereits deutlich, was unter den Nägeln brennt: der zunehmende Verkehr, das fehlende Zentrum, die unpersönlichen Plätze, unbezahlbarer Wohnraum, nichtverbundene Inseln. Immer wieder drang jedoch der Tenor durch: «Cham hat grundsätzlich eine hohe Lebensqualität – wir kritisieren auf hohem Niveau.» Die Sorge um den Schutz der Umwelt, des guten Zusammenlebens mit Flora und Fauna schimmerte allenthalben durch. Und so ragte Bauchef Rolf Ineichens Satz im zweiten Teil des Abends hervor: «Es wird keine neuen Einzonungen geben!» Cham erwarte Wachstum, aber die Siedlungsentwicklung soll nach innen, in die Verdichtung, gehen.

«Ich bin ein kritischer, aufmerksamer Bürger, ich will mitreden», begründete Remy Schelbert (39) seine Anwesenheit. «Ich komme hierher vor allem als Mutter, denn die Zukunft gehört unseren Kindern», erklärte Manuela Käch. Die 17-jährige Leslie Beck findet es wichtig, «als junge Generation die Verantwortung für die Zukunft mitzutragen». Und die politisch interessierten Brüder Tobias (16) und Darius (18) Niederer meinten: «Es ist cool, Teil eines demokratischen Prozesses zu sein. Wenn etwas schief geht, können wir nicht sagen, wir seien nicht gefragt worden.» Den allgemeinen Wunsch nach konkreten Umsetzungen aber brachte der 22-jährige Klimabewegte Frederic Moeri auf den Punkt: «Ich hätte gern, dass wir nicht für die Zukunftsfähigkeit planen, sondern für die reale Zukunft.»

Hinweis

Weitere Infos zu Chams Ortsplanungsrevision und Raumentwicklungskonzept «Vision 2040» finden Sie auf: www.cham.ch/nutzungsplanung.

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