Leserbrief
Chancen erkennen und nicht Probleme suchen

«Die Gutscheine der Stadt geben zu reden», Ausgabe vom 6. August

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Als erste Exekutive der Schweiz hat der Zuger Stadtrat den Versand von 100-Franken-Gutscheinen pro Kopf für die Stadtzuger Bevölkerung vorgeschlagen, mit dem Ziel, den privaten Konsum zu stärken und das gebeutelte, lokale Gewerbe zu unterstützen. Diese innovative Massnahme wurde am 2. Juni vom Grossen Gemeinderat der Stadt Zug bestätigt und in der Folge auch von anderen Exekutiven im ganzen Land übernommen. Die Gutscheine sind einlösbar in allen Geschäften der Vereinigung Pro Zug (mit Ausnahme von Migros und Coop), was eine effiziente Einlösung dieser Gutscheine sicherstellt, da auf ein bestehendes und bewährtes System zurückgegriffen werden kann und vorwiegend das lokale Gewerbe begünstigt wird.

Nach Versand der Gutscheine stört sich CSP- Gemeinderätin Monika Mathers erneut daran, dass die Gutscheine nicht in allen, sondern nur in vielen Geschäften eingelöst werden können. Anstatt diese einfallsreiche Massnahme zu loben und hervorzuheben, dass die Gutscheine in über 160 Geschäften der Stadt Zug eingelöst werden können, scheint Frau Mathers die Nadel im Heuhaufen suchen zu wollen. Oder ist es ein verzweifelter Versuch, nach 23 Jahren im Grossen Gemeinderat der Stadt Zug, das politische Sommerloch Sinn stiftend füllen zu wollen?

Ich habe meinen Gutschein in einem kleinen lokalen Geschäft eingelöst, wobei der Ladenbesitzer sehr euphorisch ein Mäppchen gezeigt hat, mit all den Gutscheinen, die bereits bei ihm eingelöst wurden und wie sinnvoll für ihn diese Massnahme sei. Gerade in solchen unsicheren Zeiten tun wir uns als Politiker gut daran, in neuen Ansätzen Chancen und Möglichkeiten zu sehen und nicht Probleme und Gefahren herauf zu beschwören.

Etienne Schumpf, Faktionschef FDP, Grosser Gemeinderat Stadt Zug