CHESSLETE ZUG: Fröhliche Fasnachtseröffnung zur frühen Stunde

Aus allen Richtungen strömen die Fasnächtler zum Landsgemeindeplatz. Einige Guggenmusigmitglieder proben noch ein letztes Mal vor ihrem grossen Auftritt. Langsam füllt sich der Platz.

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Los Contineros hatten einen langen Tag, nach der Chesslete spielten sie am Kinderumzug. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Los Contineros hatten einen langen Tag, nach der Chesslete spielten sie am Kinderumzug. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Auch die eingefleischten Fasnächtler können sich das Gähnen teilweise nicht verkneifen. Doch die Vorfreude siegt über die Müdigkeit. Und sonst verkürzt ein «Kafi Zwätschge» die Wartezeit. Dann ist es endlich so weit. Das gespannte Warten hat ein Ende: Kurz vor 5 Uhr wird die Zuger Chesslete mit einem Knall eröffnet. Bereits zum 30. Mal.

Monsterkonzert
Tobias Strub, Vorstandsmitglied der Vereinigung Zuger Chesslete, sagt: «Wegen des Jubiläums haben wir einige spezielle Sachen geplant.» Die verschiedenen Guggenmusigen sind in diesem Jahr gleichzeitig aus mehreren Richtungen zum Landsgemeindeplatz marschiert. «Diesen Sternmarsch wollen wir im nächsten Jahr wieder machen.» Zudem habe es in diesem Jahr endlich wieder einmal ein richtiges Monsterkonzert gegeben, so Strub.

Familiäre Atmosphäre
Für eine perfekte Chesslete fehle höchstens noch der eine oder andere Fasnächtler. Mit der Stimmung ist Strub jedoch zufrieden: «Gegen mehr Stimmung sage ich natürlich nie Nein.» In Anbetracht der Uhrzeit sei er jedoch zufrieden mit der Atmosphäre auf dem Landsgemeindeplatz.

Überhaupt sei die Chesslete in Zug etwas Einmaliges, so Strub. «Man ist unter Zugern, es treten Guggenmusigen aus vielen Zuger Gemeinden auf, und dank den Extrabussen ist man schnell wieder zu Hause.» Auch Fasnächtler Pascal Weingärtner aus Zug gefällt die örtliche Chesslete: «Hier in Zug ist es um einiges familiärer als in Luzern. Man trifft viele bekannte Gesichter.» Zudem sei die Stimmung total gut. Allerdings gehe für ihn die Fasnacht erst nach der Chesslete richtig los.

Dies sieht Larissa Büchi aus Oberwil etwas anders: «Nach der Chesslete werde ich endlich einmal schlafen gehen.» Denn sie ist seit 23 Uhr wach. Es habe sich jedoch gelohnt, so lange auf den Beinen zu bleiben. «An der Chesslete trifft man viele Kollegen, und es ist lustig.» Die Stimmung könnte jedoch noch ein bisschen besser sein, so Büchi.

Roland Steiner aus Unterägeri findet, dass sich die Jubiläumschesslete nicht gross von den vorherigen unterscheidet: «Es ist wie immer. Die Stimmung ist nicht schlecht.» Die Chesslete gehöre zur Fasnacht, es sei ein guter Brauch. «Wenn man nach dem Feiern noch nicht nach Hause will, ist die Chesslete eine gute Gelegenheit, um weiter zu feiern.» Zudem treffe man hier auch Leute an, die über «47+» sind.

30 weitere Jahre
Ob er selber auch im gehobenen Alter noch die Zuger Chesslete besuchen wird, sei dahingestellt. Auf jeden Fall weiss Tobias Strub schon ganz genau, was er sich für die nächsten 30 Jahre Zuger Chesslete wünscht: «Schönes Wetter, geile Stimmung und möglichst viele fröhliche Leute.»

Miriam Scherer