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CHOLLERHALLE: Zuger Kultur fehlt die Jugend

Der Kulturtempel am Stadtrand ist auf gutem Weg. Doch die Publikumsstruktur in Zug bedeutet eine gewisse Herausforderung. Andreas Gröber stellt sich ihr.
Andreas Faessler
Andreas Gröber geht die Schwierigkeiten guten Mutes an, mit denen die Chollerhalle zu kämpfen hat. (Bild Stefan Kaiser)

Andreas Gröber geht die Schwierigkeiten guten Mutes an, mit denen die Chollerhalle zu kämpfen hat. (Bild Stefan Kaiser)

Das Kulturleben in Zug hat seine ureigene Dynamik, die sich von vielen anderen Regionen in der Schweiz in gewisser Hinsicht deutlich unterscheidet. Diese Dynamik geht nicht etwa vom Angebot der Kulturstätten im Kanton aus, sondern eher vom Publikum. Das hat Andreas Gröber beobachtet und festgestellt. Seit 2011 leitet er die Chollerhalle und hat sich in diesen zwei Jahren ein gewisses Bild machen können, wie das Zuger Publikum «tickt» respektive was besonders gut ankommt und was weniger. Er ist zum Schluss gekommen, dass die Altersstruktur der Kulturkonsumenten in Zug eine wesentliche – wenn nicht die wichtigste – Rolle spielt. «Hier ist die junge Altersklasse von 20 bis 30 Jahren deutlich untervertreten», sagt Gröber. Das Durchschnittsalter des Zuger Publikums liege darüber. Und folglich seien bestimmte Anlässe entsprechend schlecht besucht. «Das ist ein Zuger Phänomen», meint Gröber, der in Winterthur in einer ähnlichen Position tätig war, bevor er nach Zug gekommen ist. «Veranstaltungen, die in Winterthur brechend voll waren mit jungen Leuten, ziehen hier in Zug oft gerade mal eine Handvoll von ihnen an.»

Seine Vermutung: Die jungen Zuger studieren, arbeiten oder wohnen vielfach nicht in ihrem Heimatkanton, pendeln oder sind gar weggezogen und nehmen somit eher am auswärtigen Kulturleben teil. «Das Wohnen im Kanton Zug ist für sie vermutlich einfach zu teuer geworden.»

Programm muss angepasst werden

Angesichts dieses Phänomens sieht Gröber bloss eine wirksame Massnahme: Er muss das Programm in der Chollerhalle der Publikumsstruktur anpassen. So hat er das Angebot auf dem Gebiet Rock und Indie bereits reduziert, denn das ziele eher auf die Jüngeren ab. «Dieses Genre wird von der Galvanik gleich nebenan gut abgedeckt und läuft dort auch ganz gut», weiss Gröber. Ohnehin achtet er darauf, was andernorts läuft, und lässt dies zusätzlich in seine Programmgestaltung einfliessen. «Die Chollerhalle steht im Prinzip zwischen der Galvanik und der TMGZ. Da ist es wichtig, keiner dieser beiden Stätten programmmässig in die Quere zu kommen.» Darauf sei früher nicht geachtet worden, wie er zu Beginn seiner Tätigkeit in Zug festgestellt habe. Und dieses Abstimmen auf die anderen hat sich als wirksame Massnahme erwiesen: Gröber zieht eine erfreuliche Bilanz und sieht die Chollerhalle auf dem richtigen Weg. «Mein Team und ich haben hier unser Dreijahresziel bereits jetzt nach etwas mehr als zwei Jahren erreicht.» Der Kulturtempel am Stadtrand hat es geschafft, sich insbesondere auf dem Gebiet des Schweizer Rock und der Landescharts einen Namen bis weit über die Kantonsgrenzen hinaus zu machen. «Und auch mit Funk und Soul läuft es immer besser», ergänzt Gröber, denn das ziehe gleichermassen die älteren Zuschauer an und passe zudem gut zur Chollerhalle.

Flexible Halle

Andreas Gröber kommt auf die In­fra­struktur der Chollerhalle zu sprechen. «Wir haben mittlerweile die Möglichkeiten dieser Halle weitgehend ausgelotet. Sie hat sich zu unserer Freude als viel flexibler erwiesen als anfangs gedacht.» Die Bühne oder auch die Akustik bieten grosszügige Anpassungsmöglichkeiten. Zudem hat die Chollerhalle seit vergangenem Jahr eine neue, leistungsstarke Soundanlage, und derzeit wird der Backstagebereich ausgebaut und vergrössert. «Das alles macht die Chollerhalle natürlich auch für die auftretenden Bands attraktiver», ist Gröber überzeugt. Ein Wermutstropfen bleibt: Die von der Strasse zurückversetzte Lage des Kulturtempels am Stadtrand, die dadurch fehlende Laufkundschaft und die ungünstige Parkplatzsituation sind Faktoren, mit denen die Leitung der Chollerhalle wohl oder übel leben muss.

«Das tut weh»

Mit gemischten Gefühlen schaut Andreas Gröber der anstehenden Kürzung der jährlichen Subvention durch den Kanton um 10 Prozent entgegen, welche 2014 erfolgt. «Das tut weh und wird wohl auch das Programm beeinflussen, denn wir werden vor allem Anlässe aus den defizitären Bereichen Kulturförderung und experimentelle Kultur streichen müssen.» Er hoffe, dass der erfreuliche Aufwärtstrend in der Chollerhalle dennoch anhalten wird und die Folgen der Kürzung nicht zu frappant ausfällt. Gröber: «Es ist zur Zeit unabsehbar.»

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