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Christine Kamm-Kyburz ist verstorben

Mit der Zugerin verliert das Kunsthaus Zug eine seiner wichtigsten Gönnerinnen und Mäzenatinnen.
Christine Kamm-Kyburz (†). (Bild: Stefan Kaiser, Mai 2015)

Christine Kamm-Kyburz (†). (Bild: Stefan Kaiser, Mai 2015)

Am 28. Januar 2019 ist Dr. Christine Kamm-Kyburz im Alter von 69 Jahren nach einer schweren Krankheit ruhig eingeschlafen, wie das Kunsthaus Zug mitteilt. Christine Kamm, ihr Mann Peter und ihre Schwester Christa waren als Stiftungsgründer und Gönner für das Kunsthaus besonders prägende Persönlichkeiten.

Bereits im jungen Alter von 22 Jahren trat Christine Kamm-Kyburz 1971 in den Vorstand der Zuger Kunstgesellschaft ein und blieb es bis zu ihrem Tod. Die junge Kunst- und Architekturhistorikerin engagierte sich in den 1980er-Jahren im Kunsthaus Zug in der Unter Altstadt ehrenamtlich für Ausstellungen und Publikationen. Sie blieb im Vorstand als Mitglied der Programm- und Ankaufskommission tätig. 2015 übernahm sie interimistisch das Präsidium und ermöglichte eine Neuformierung des Vorstands. 2016 wurde sie zum Ehrenmitglied gewählt.

Seit der Gründung der Stiftung der Freunde Kunsthaus Zug gehörte Christine Kamm-Kyburz zum Kreis der Kunsthaus-Gönner. Zusammen mit ihrem verstorbenen Ehemann Peter Kamm und dessen Schwester Christa Kamm gründete sie 1998 die Stiftung Sammlung Kamm mit dem Zweck, die hoch bedeutenden Bestände der internationalen und besonders der Wiener Moderne (Klimt, Hoffmann, Moser, Gerstl, Schiele, Kokoschka, Wotruba u.v.a.) im Kunsthaus Zug der Zuger Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Gemeinsam hatte man die in der Schweiz einmalige Sammlung der Eltern Kamm, die in enger Kooperation mit dem Wiener Bildhauer Fritz Wotruba in den 1950er und 1960er-Jahren entstanden war, zusammenbehalten, erforscht und ergänzt. Damit sollte ein Beitrag zur langfristigen Aufwertung des Kulturstandortes Zug geleistet werden.

Dank der Sammlung erlebte das Kunsthaus zahlreiche Blüten während der vergangenen 20 Jahre, zuletzt die grosse Humor-Ausstellung mit nationalen und internationalen Leihgaben. Das Kunsthaus Zug ist zu einer Marke auf der Museumslandkarte weltweit geworden. Als international anerkannte wissenschaftliche Fachfrau für die Wiener Moderne, insbesondere für die Architektur und das Design, aber auch als Kennerin der regionalen Kunst und Kultur war Christine Kamm-Kyburz für das Kunsthaus stets eine hilfreiche Kollegin und Anlaufstelle.

Umfassende Verdienste

Die private Sammlertätigkeit zeitgenössischer Kunst des Ehepaars Peter und Christine Kamm-Kyburz führte 2009 zur grossen Schenkung der Werkgruppe Roman Signer an das Kunsthaus Zug. Nach dem Tod von Peter Kamm setzte sich Christine Kamm-Kyburz ein für das Zustandekommen von Signers Skulptur «Seesicht» in der Stadt Zug als Bestandteil der Kunsthaus-Sammlung. Auf die bevorstehende Ausstellung des Künstlers im Kunsthaus Zug hat sie sich sehr gefreut.

Ihre Interessen und Engagements im kulturellen Bereich von Kunst, Architektur und Design über den Schweizer und Zuger Heimatschutz bis zum Schweizer Landschaftsschutz waren breit und gross; in allen Bereichen hat sie kompetent publiziert, schwerpunktmässig auch über die historische Zuger Architektur, deren Wertschätzung und Sicherung ihr ein grosses Anliegen war. Die diskrete mäzenatische Förderung des aktuellen künstlerischen Schaffens in der Zentralschweiz war ihr ebenso wichtig. Allgemein gab es für sie keine trennenden Grenzen von Alt und Neu, Berühmt und Unbekannt, Lokal und International, von hoher und angewandter Kunst. Sie war Allrounderin und Spezialistin gleichermassen, offen und neugierig, begeisterungsfähig und kritisch. Mit grossem Engagement hat Christine Kamm-Kyburz sich ein Leben lang und bis zuletzt für die Entstehung und Entwicklung des Kunsthaus Zug eingesetzt und dessen heutiges Profil mitgeprägt. (fae/pd)

Der Gedenkgottesdienst findet statt am Mittwoch, 13. Februar, um 14 Uhr in der Kirche St. Oswald in Zug.

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