CHRÖÖPFELIMEE-SINGEN: Ein Ständchen für die Liebe

Am Valentinstag zogen elf Gesangsgruppen durch die Zuger Altstadt. Die Paare zeigten ihre Dankbarkeit mit einem Korb voller traditionellem Inhalt.

Abinaya Sivarajah
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Die Gesangsgruppe Nonebene besingt das Paar beim Hotel Ochsen Sandra und Michael Häfeli. (Bilder Werner Schelbert)

Die Gesangsgruppe Nonebene besingt das Paar beim Hotel Ochsen Sandra und Michael Häfeli. (Bilder Werner Schelbert)

Die Fasnachtszeit ist vorbei, die gute und heitere Stimmung bleibt. Insgesamt elf Gesangsgruppen unterhielten gestern beim traditionellen Chrööpfelimee-Singen zehn Paare musikalisch. Zahlreiche Zuschauer wollten sich den Brauch nicht entgehen lassen. Trotz Kälte und Regen wagten sich die neugierigen Zugerinnen und Zuger warm eingepackt auf ihre Balkone oder gar in die Altstadt. Unter grauem Himmel gelang es den Gruppen nicht nur die Herzen der Paare, sondern auch jene der Schaulustigen zu erwärmen. Susan Berry, Expat aus Kanada, meinte: «Ich sehe so etwas zum ersten Mal und finde es wunderbar. In so einer dunklen Jahreszeit und bei so einer Kälte wird mir gleich warm ums Herz.» Ihr Mann, Ken Berry, fügt hinzu: «Die Gruppen sind wunderbar organisiert, und der Brauch ist einzigartig.»

Die Gesangsgruppe «Nonebene» und das Paar Sandra Häfeli und Michael Häfeli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
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Im Bild beim Rathauskeller die Gruppe «Xang» und die Liebenden Karin Christensen und Martin Würmli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Im Bild beim Rathauskeller die Gruppe «Xang» und die Liebenden Karin Christensen und Martin Würmli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Karin Christensen und Martin Würmli senden in ihrem Korb Köstlichkeiten nach unten. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
«Füür und Flamme» singen für Sandra Häfeli und Michael Häfeli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Die Gruppe «Xang» und die Liebenden Karin Christensen und Martin Würmli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
«Füür und Flamme» singen fürSandra Häfeli und Michael Häfeli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
De Gruppe «Xang». (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Sandra Häfeli und Michael Häfeli freut sich über den Gesang. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Beim Chrööpflimee-Singen in Zug. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
Sandra Häfeli und Michael Häfeli freut sich über den Gesang. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
«Füür und Flamme» singen für Sandra Häfeli und Michael Häfeli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
«Nonebene» singen für Sandra Häfeli und Michael Häfeli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)
«Nonebene» singen beim Ochsen für Sandra Häfeli und Michael Häfeli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Die Gesangsgruppe «Nonebene» und das Paar Sandra Häfeli und Michael Häfeli. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

«Ein wertvoller und schöner Brauch»

Ernst Moos, Mitglied der Zunft der Schneider, Tuchscherer und Gewerbsleute, meint: «Ich finde das Chrööpfelimee-Singen ist ein wertvoller und auch schöner Brauch», und ergänzt: «Ich hänge auch an ihm und möchte, dass er noch viele Jahre weitergeführt werden kann.» Er ergänzt zufrieden: «An Nachwuchs fehlt es uns zum Glück nicht.» Früher wurden die Fenster mit einer roten Laterne dekoriert, damit der verliebte Mann das Haus seiner Partnerin besser finden konnte, heute orientieren sich vielmehr die Gruppen an den roten Lichtern. Ruedi Leemann aus der Gesangsgruppe Jodlerdoppelquartett meinte: «Ich muss nur nach dem Licht Ausschau halten und weiss, ob ich an der richtigen Adresse bin.» Während das Jodlerdoppelquartett in traditioneller Kleidung und mit Jodeln begeisterte, sorgte die Gruppe Xang mit instrumenteller Begleitung und Tanzeinlagen für strahlende Gesichter.

Passende Dekoration

Die Gruppe Honigmond, zu englisch Honeymoon, also Flitterwochen, leuchtete mit Lichterketten dekoriert im Dunklen und sorgte so für leuchtende Augen. Die Bemühungen der Gruppen blieben nicht unbelohnt. Wie schon vor mehr als hundert Jahren liessen die besungenen Paare einen an einem Seil befestigten Korb mit Wein und Chrööpfeli von ihrem Balkon oder Fenster runter. Besonders vor dem passend mit grossen Herzen dekorierten Hotel Ochsen, fanden sich viele Schaulustige ein. Gebannt verfolgten sie wie sich die Gruppe Füür und Flamme einen musikalischen Geschlechterkampf lieferte. «Dass der Brauch in diesem Jahr ausgerechnet auf den Valentinstag fällt, ist natürlich etwas ganz besonderes», meint Ernst Moos. Nach einer kurzen Pause, in welcher sich die Gruppen mit Suppe im Hotel Ochsen stärkten, gingen die musikalische Unterhaltung und der wertvolle Zuger Brauch bis um 23.30 Uhr weiter.

Abinaya Sivarajah