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COMEDY: Marco Rima: «Der Applaus ist gerechtfertigt»

Marco Rima feierte in Cham Premiere mit seinem Programm «Made in Hellwitzia». Dabei war er sich auch nicht zu schade, ein bisschen Bein zu zeigen.
Die Sprüche von Marco Rima, hier bei seinem Auftritt im Lorzensaal, muss man immer mit einem Augenzwinkern nehmen. (Bild Maria Schmid)

Die Sprüche von Marco Rima, hier bei seinem Auftritt im Lorzensaal, muss man immer mit einem Augenzwinkern nehmen. (Bild Maria Schmid)

Susanne Holz

Marco Rima ist ein ganz Lieber, und er bringt einen ausverkauften Saal zum Lachen. Er muss dazu nicht mal in kurzen hellblauen Uniform-Shorts auf der Bühne stehen.

Als er es dann trotzdem tut, lacht der Saal noch mehr, und zudem wissen nun alle: Marco Rima hat sexy Beine, sportlich sehen sie aus und irgendwie knuffig. Hellblaue Uniform-Shorts stehen ihm wirklich gut.

Es geht um die Schweiz

Am Aschermittwoch hat der 53-jährige Schweizer Kabarettist mit seinem neuen Programm «Made in Hellwitzia» Premiere gefeiert im ausverkauften Lorzensaal in Cham. Es wurde ein lustiger Abend mit vielen Lachern und stehenden Ovationen für den Künstler, der mit seiner Familie in Oberägeri lebt und nun bis Mitte Dezember durch die ganze Schweiz tourt. Weshalb man eigentlich gar nicht so viele Witze im Voraus verraten will – was gar nicht so leicht ist. Ein paar müssen es halt schon sein.

Beispielsweise: «Jura, der schwarze Schimmel, äh, Fury» Marco Rima zum Thema Fernsehen, das früher auch noch besser war. Oder: «Wenn die die Hände aufmachen, dann fallen sie von den Bäumen» – Marco Rima über seine Tessiner Verwandtschaft. Oder auch: «Stützstrümpfe machet mi heut scho a bissle geil» – Marco Rima zur Tatsache, dass er älter geworden ist. Man ahnt, worum es beim neuen Programm geht: um die Schweiz, um typisches Schweizer Denken und um ein spezielles Gewächs aus diesem Land – um den Kabarettisten selbst.

Dabei ist er charmant, frech, politisch absolut korrekt und irgendwie knuffig. Im Interview mit dieser Zeitung hat Marco Rima erklärt: «Ich bediene bewusst die sexistische Attitüde, genauso wie die rassistische, mit dem erklärten Ziel, sie zu demaskieren.»

Dieses Vorhaben gelingt ihm gut. Wenn Rima sagt: «Lassen wir das Thema Frauen, es gibt Wichtigeres», dann lachen darüber auch die vermeintlich weniger wichtigen Personen. «Danke für den Applaus», sagt der Komiker, «er ist gerechtfertigt.» Arrogant sei er allerdings natürlich nicht, dazu sei er schlicht zu intelligent.

Begleitet wird der Kabarettist von seiner dreiköpfigen Band. Also da wären: Lolek (Cyrill Camenzind) an der Gitarre, Bolek (Patrik Meier) am Bass und Piotr (Nico Looser) an den Drums. Wie Rima selbst sorgt diese Band für ein ziemliches Tempo und ziemlich viel gute Laune. Denn auch die Musiker dürfen mitunter ein bisschen Bein zeigen. Gesäumt ist dieses am oberen Ende ebenfalls in Hellblau allerdings handelt es sich bei Lolek, Bolek und Piotr nicht um die Shorts eines Stewards, sondern um die Röckchen der Stewardessen.

Wie ein süsser Delfin

Den Steward gibt der Protagonist. Der schwingt seine kräftigen Beine: «Gestatten, Ihr Steward.» Allen Vielfliegern nach Thailand verspricht der Steward ganz spezielle Boni mit garantierter Nachhaltigkeit. «Und sollte alles in die Binsen gehen, dann kommt Flipper oder sonst so ein Hai.»

Wenn Rima Flipper sagt, dann klingt er dazu wie ein süsser Delfin. Wenn er Hai sagt, sagt uns sein Gesicht: «Schrrrreckliche» Angst. Das alles macht einen nicht geringen Teil seines Charmes aus: Er kann perfekte Grimassen schneiden, und er beherrscht die Lautmalerei.

Marco Rimas Witz ist leicht, dabei aber durchaus intelligent oder auch «tiefgründig an der Oberfläche», wie es im Programmheft heisst. «Tiefe Täler, hohe Berge», so beschreibt er sein Land. «Perfekt zum Abgrenzen.» Das Wappentier von Hellwitzia? Das müsste laut Rima irgendetwas zwischen Maulwurf und Igel sein.

Und immer wieder nimmt der Mann mit den diabolischen Löckchen auf der Stirn sich selbst und sein fortschreitendes Alter auf den Arm. Er sei fit für den Ökihof, so Rima. Abteilung Flaschen. Und überall Haare. Aus den Ohren, aus der Nase. Brazilian Waxing helfe da nicht mehr, wohl eher eine Brandrodung.

Zu guter Letzt bedankt sich der Comedy-Star bei all seinen Freunden in den ersten Reihen für den Support.

Auf ein Wiedersehen, Marco Rima. Sehr gerne in hellblauen Shorts.

Hinweis

Weitere Tourneedaten finden Sie unter www.marcorima.ch.

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