Corona halbiert die Umsätze der Schifffahrt auf dem Zugersee

Fehlende Passagiere und gestrichene Extrafahrten sowie Gruppenreisen: Auch die Zugersee Schifffahrt leidet stark unter den coronabedingten Einbussen. Die Umsätze gingen um die Hälfte zurück.

Tijana Nikolic
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Ein Schiff der Zugersee-Flotte bei der Anlegestelle in Cham.

Ein Schiff der Zugersee-Flotte bei der Anlegestelle in Cham.

Bild: Stefan Kaiser (Cham, 1. September 2020)

Die coronabedingte Passagierflaute auf den Schweizer Seen wird immer prekärer. Die Schifffahrtsgesellschaften vermelden beispielsweise Einbussen von 40 Prozent auf dem Neuenburgersee oder gar 70 Prozent auf dem Bielersee. Auch die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) berichtete letzte Woche von sich halbierenden Passagierzahlen. Wie sieht es aktuell bei der Zugersee Schifffahrt aus? «Nachdem wir Anfang Jahr eine regelrechte Euphorie verspürt haben und viele Reservationen an Extrafahrten registrieren durften, hat sich das Blatt nach Ausbruch der Coronakrise gewendet», sagt Philipp Hofmann, Leiter Schifffahrt Zugersee.

Infolge der geltenden Schutzbestimmungen konnten viele Fahrten wie beispielsweise die Tanzfahrten gar nicht durchgeführt werden. Das Ausbleiben von Gruppenreisen sowie die Zurückhaltung bei der Ausführung von Events spüre man sehr stark. «Im Moment liegen wir bei den Frequenzen deutlich unter dem Vorjahr. Die Umsätze gingen etwa um die Hälfte zurück», so Hofmann.

Starke Verbundenheit mit Expats

Ausländische Gäste, welche auf der schnellen Durchreise sind, gehören laut Hofmann nicht zu den Stammkunden auf den Schiffen des Zugersees: «Diese sind in Zug generell wenig anzutreffen. Wir spüren jedoch eine starke Verbundenheit mit den hier lebenden Expats, welche gerade die Sonntags-­Brunchfahrten oder die After-­Work- und Lunch-Fahrten rege besuchen.» Viele dieser Stammkunden würden der Zuger Schifffahrt weiterhin die Treue halten. Hofmann und sein Team würden sich auf einen goldenen Herbst auf dem Zugersee freuen. Die Gäste der Zugersee-Schiffe würden die Fahrt mit oder ohne Maske geniessen. Denn die Gesellschaft habe die Herausforderung, zwei unterschiedliche Schutzkonzepte unter einen Hut zu bringen. «Auf den Schiffbereichen wo das ÖV-Schutzkonzept greift, gilt eine Maskenpflicht, während im Gastrobereich das Schutzkonzept analog der Gastronomie gilt, also die Maske nicht zwingend getragen werden muss», erklärt Hofmann.

Die Mitarbeitenden würden sich die Zeit nehmen, um diese komplexe Situation jeweils gut zu erklären. «Da unsere Mitarbeitenden zum grössten Teil auch als Kundenberater für den Öffentlichen Verkehr der Zugerland Verkehrsbetriebe unterwegs sind, haben sie sich bereits ans Maskentragen gewöhnt», führt Hofmann aus.

Doch er habe nicht nur Verluste zu beklagen, sondern berichtet darüber, dass die Schifffahrt dank einer neuen Gastropartnerschaft auf dem Zugersee auch neue Gäste dazugewinnen konnte. «Wir bieten Rundfahrten mit rein regionalen Spezialitäten an – ein Angebot, das gerade unsere lokalen Kunden begeistert.»