Corona
In Zuger Zentren wird mehr getestet, seit dies gratis ist

In der Andreasklinik wurden doppelt so viele Tests pro Tag wie zu Beginn durchgeführt, im Kantonsspital stieg die Zahl von 200 auf 250 Tests pro Tag. Mit den Reihentests in Unternehmen hat der Kanton erste, gute Erfahrungen gemacht.

Vanessa Varisco
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Den Härtetest vor Ostern hat das Testzentrum auf dem Gebiet der ehemaligen Spinnerei Baar wohl bestanden: In jener Zeit liessen sich bis zu 330 Personen pro Tag testen. Derzeit sind es deutlich weniger; nur rund 60 Personen pro Tag. Zu beklagen gibt es denn auch sonst scheinbar wenig. Gemäss Gesundheitsdirektor Martin Pfister ist der Betrieb in jenem Testcenter einwandfrei angelaufen. Getestet werden hier ausschliesslich Personen ohne Symptome.

Wer symptomfrei ist, lässt sich im Impfzentrum testen.

Wer symptomfrei ist, lässt sich im Impfzentrum testen.

Bild: Maria Schmid (Baar, 11. Januar 2021)

Klar gesagt werden kann, dass die Testoffensive sich auf die Anzahl der Tests ausgewirkt hat. Und dies an den beiden Standorten in Baar beim Kantonsspital und in der Chamer Andreasklinik. Zur Veranschaulichung: Im Kantonsspital stieg die Zahl der Tests von 200 auf 250 pro Tag, in der Andreasklinik von 50 auf 100. Der Zuger Regierungsrat führt erklärend dazu an: «Die Zahlen schwanken dabei jeweils von Tag zu Tag. Vor Schulferien oder Feiertagen nimmt etwa die Zahl der Tests für Reiseatteste jeweils spürbar zu.» So wie eben in den Tagen vor Ostern. Auch beim Testzentrum auf dem Spinnerei-Areal schwankt die Nachfrage, man wählte deshalb ein dynamisches System: Bei höherer Nachfragen werden mehr Termine vergeben als bei tieferer Nachfrage.

Walk-ins, also das Testen, ohne sich vorher anzumelden, die gibt es im Kanton Zug nicht mehr. Auch nicht beim Kantonsspital, auch diese Änderung sei «problemlos umgesetzt» worden. Vorteil dabei ist, dass sich keine Warteschlangen mehr bilden.

Menschen ohne Symptome greifen zum Selbsttest

Neben dem Testen in den Zentren, für welches der Bund die Kosten übernimmt, wurden überdies die Selbsttests eingeführt. Fünf Stück davon können pro Monat und Person gratis bezogen werden. Beeinflusst das die Testrate in den Zuger Zentren? Ja, lautet die Antwort des Gesundheitsdirektors:

«Seitdem die Selbsttests abgegeben werden, sind die Testzahlen an den Testcentern leicht gesunken.»

Was darauf hindeute, dass Menschen ohne Symptome eher auf einen Selbsttest zurückgreifen. Über Zahlen zu abgegebenen und durchgeführten Selbsttests verfügt man allerdings nicht. Ergänzend fügt Pfister an, dass sich regelmässig Personen, die einen positiven Selbsttest hatten, bei den Zentren für einen nachträglichen PCR-Test melden. Die Gesundheitsdirektion hebt hervor, dass Selbsttests sich nicht für Menschen mit Symptomen eignen. Diese sollen sich gratis in einem Zentrum testen lassen, appelliert Pfister.

Zusammenarbeit mit der Hirslanden AG

Testen, so zeigt sich die Gesundheitsdirektion überzeugt, ist nebst der Einhaltung von Schutzkonzepten und dem Impfen eine wichtige Säule. Früh hat man deshalb Massentests an Schulen angeordnet. Auch in Unternehmen soll das Testen gefördert werden. Der Kanton Zug arbeitet deshalb mit der Hirslanden AG zusammen. Diese betreibt eine Plattform, über welche sämtliche Prozesse der Reihentests abgewickelt werden können. Die Gesundheitsdirektion zeigt sich überzeugt, dass dies die Reihentests für Betriebe und Organisationen deutlich vereinfacht. Für die testwilligen Betriebe fallen keine Kosten an.

Wo die Tests der Firmen durchgeführt werden, ist abhängig von der Art. Bei der Verwendung von Antigen-Schnelltests würden die Tests durch eine geschulte Person in der Firma oder in einer Apotheke durchgeführt. Pfister ergänzt: «Bei der Verwendung von PCR-Speicheltests erfolgt die Probeabnahme zu Hause oder in der Firma, deren Auswertung in einem Labor.»

Wie und ob Massentests sich auf die Positivitätsrate auswirken, kann die Zuger Gesundheitsdirektion deshalb nicht sagen, weil diese vom BAG auf nationaler Ebene berechnet wird. Was man allerdings kennt, ist die Höhe der die Positivitätsrate in Firmen: Jene ist mit 4,5 Promille deutlich höher als an Schulen, wo sie 0,7 Promille beträgt. Der Regierungsrat unterstreicht aber: «Die Reihentests in den Firmen haben jedoch erst begonnen. Es wird sich in den kommenden Wochen zeigen, wie sich diese Zahl entwickelt.» Man ist aber zufrieden, nachdem man erste Erfahrungen gesammelt hat. Martin Pfister:

«Diese Reihentests erreichen ihr Ziel und bringen unentdeckte Ansteckungen hervor. Dadurch können die Ansteckungsketten rasch unterbrochen werden.»