Coronalage verschärft sich
Kanton Zug weitet Reihentests auf die Primarschulen aus

Neu werden Reihentests ab der 4. Primarklasse gemacht. Die Lage in den Primarschulen verschärft sich gemäss Regierungsrat zusehends.

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(haz) Seit den Sportferien mussten auf der Oberstufe der gemeindlichen, Privat- und Sonderschulen sowie an den kantonalen Mittelschulen keine Klassen geschlossen werden. Wer an den Reihentests teilnahm, blieb von Quarantäne verschont. Damit konnte das Ziel, einen möglichst ungestörten Präsenzunterricht zu gewährleisten, auf der Sekundarstufe erreicht werden. Als Nebeneffekt sind auf dieser Stufe zum Beispiel auch Berufswahlveranstaltungen wieder möglich. Die Teilnahmequote von 99 Prozent zeigt klar, dass die Reihentests einem Bedürfnis entsprechen.

Zunehmend eingeschränkter Schulbetrieb

Anders als während des bisherigen Verlaufs der Pandemie rücken laut Medienmitteilung der Bildungsdirektion Infektionen unter Kindern immer stärker in den Fokus. Insbesondere bei Kindern im Primarschulalter steigt die Ansteckungsrate gegenwärtig an. Auch im Kanton Zug haben die nachgewiesenen Infektionen bei Schülerinnen und Schülern in Klassen unterhalb der Sekundarstufe in den letzten Wochen zugenommen. So wurde allein in der letzten Woche (Kalenderwoche 11) bei 35 Schülerinnen und Schülern der Primar- und der Kindergartenstufe eine Infektion mit dem Coronavirus festgestellt. Seit dem Schulbeginn nach den Sportferien (22. Februar 2021) mussten 105 Schülerinnen und Schüler dieser Schulstufen in Quarantäne geschickt werden. 5 Klassen wurden gesamthaft in Quarantäne geschickt. Die Isolations- und Quarantänemassnahmen führten und führen zu erheblichen Einschränkungen des Schulbetriebs. Dazu lässt sich Bildungsdirektor Stephan Schleiss in der Medienmitteilung zitieren:

«Zurzeit entdecken wir an den reihengetesteten Schulen der Sekundarstufe weniger Fälle als in der Primarschule, wo wir bloss im Verdachtsfall testen.»

Ab der 4. Klasse und weiterhin ohne Masken

Mit Hilfe von Reihentests für alle Primarschullehrpersonen, Hausdienst und weiteres Schulpersonal sowie für die Kinder ab der 4. Klasse soll nun auch die angespannte Lage an den Primarschulen verbessert werden. Ein Verzicht auf eine Teilnahme ist möglich. Da die Schülerinnen und Schüler die normierten Spuckproben wöchentlich selbst abgeben, wäre eine Durchführung der Reihentests mit Schülerinnen und Schülern der 1. bis 3. Klasse zum jetzigen Zeitpunkt nicht verhältnismässig. Die Entwicklung wird aber beobachtet. Die Reihentests ermöglichen zudem, von einer Ausdehnung der Maskenpflicht auf die Primarschule abzusehen.

Der Regierungsrat rechnet damit, dass sich durch diese Massnahme auch in den Primarschulen die Zahl der Isolations- und Quarantänemassnahmen merklich verringern wird. Die Tests starten am Montag der Karwoche (29. März), je nach Möglichkeiten der Schulen auch gestaffelt. Vor den Frühlingsferien wird ein erstes Mal Bilanz gezogen.

«Wir wollen offene und sichere Schulen. Damit entsprechen wir einem grossen Bedürfnis in der Bevölkerung»,

wird Bildungsdirektor Stephan Schleiss in der Medienmitteilung zitiert. «Die Reihentests ab der 4. Klasse dienen diesem Ziel. Zentral bleibt für alle Schulstufen, dass die Abstands- und Hygieneregeln sowie die Schutzkonzepte eingehalten werden.»