Corona macht dem Zuger Seefest den Garaus

Wegen der Pandemie wird der Grossanlass um ein Jahr verschoben – für Zug Sports eine finanzielle Herausforderung.

Laura Sibold
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Die Schweizer Band Zebop spielte am Seefest im vergangenen Jahr auf der Rössliwiese. 2020 fällt das Seefest ins Wasser.

Die Schweizer Band Zebop spielte am Seefest im vergangenen Jahr auf der Rössliwiese. 2020 fällt das Seefest ins Wasser.

Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 22. Juni 2019)

Der Stadtrat hat entschieden: Aufgrund der aktuellen Lage mit dem Coronavirus findet das Zuger Seefest am letzten Juniwochenende nicht statt. «Die Absage ist uns nicht leicht gefallen. Wir haben alle Kriterien und Argumente eingehend geprüft und kamen zum Schluss, dass eine Absage unausweichlich ist», bedauert Stadtpräsident Karl Kobelt. Die aktuelle Lage und die weitere Entwicklung seien zu unsicher, um eine derartige Grossveranstaltung durchführen zu können.

Darüber hinaus konnten keine sinnvollen Verschiebedaten gefunden werden, da diese schon durch andere Anlässe besetzt sind. «Das nächste freie Datum wäre Anfang Oktober gewesen. Das Seefest soll aber ein Sommerfest bleiben. Wir bedauern die Absage, stehen jedoch hinter dem Entscheid des Stadtrates», betont Daniel Schärer, der das Seefest als Präsident von Zug Sports organisiert.

Substanzielles Problem könnte existenziell werden

Finanziell hat die Absage des Seefestes grosse Konsequenzen für Zug Sports. Dass man alle Umsätze verliere, schmerze sehr, so Schärer. Doch der Rückhalt der Sponsoren und Partner sei gross, fast alle würden sich nun finanziell beteiligen und auch nächstes Jahr im Boot bleiben. Der grösste Beitrag kommt mit 120'000 Franken aus dem Topf der Stadt Zug. Noch ist unklar, ob die Stadt einen Teil des bisherigen Planungsaufwandes übernimmt. «Sollten wir von der Stadt dieses Jahr gar keinen Beitrag erhalten, würde das aus einem substanziellen Problem ein existenzielles machen», gibt Schärer zu und sagt nicht ohne Selbstironie:

«Das Fest, welches wir gerettet haben, könnte uns nun – wenn alle Stricke reissen – den Nacken brechen.»

Er vertraue aber auf Stadtrat und Stadtparlament, dass eine Lösung gefunden werden kann. Zug Sports hat in den letzten acht Monaten bereits viel Arbeit in die Organisation des Seefests gesteckt. So hat das Fest ein neues Konzept erhalten. Es soll künftig nachhaltiger und persönlicher sein und einen Treffpunkt für alle Zuger bilden. Nicht aller Aufwand sei umsonst gewesen, so könnten etwa die neue Strategie sowie das Programm in die Planung für das Seefest vom 26. und 27. Juni 2021 einfliessen, verrät Schärer. Der Samstag soll eher laut, der Sonntag mit einer Tavolata eher gemütlich werden. Er habe einen guten Eindruck von Stadtrat und Stadtparlament und hoffe nun auf breite Unterstützung, um bald mit der Planung des Zuger Seefestes 2021 fortfahren zu können.

Der Waldparcours wird Anfang Mai eröffnet

Gute Nachrichten kann Schärer bezüglich eines anderen Projektes vermelden. Ab dem 2. Mai soll die Bevölkerung den Waldparcours in Oberwil benutzen können. Der Parcours verbindet Kunst und Sport mit 12 Posten und will zur Bewegung von Körper und Geist anregen. «Nach bald drei Jahren Planung wird der Waldparcours zur richtigen Zeit fertig. Er soll Menschen in der anspruchsvollen Zeit Energie geben sowie gleichzeitig Beschleunigen und Entschleunigen», sagt Daniel Schärer. Der Eröffnungsanlass wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt, weitere Informationen gibt es unter www.waldparcours.ch.

Schärer treibt derzeit zudem die Planung des Zug Sports Festivals voran, das vom 14. bis 16. August stattfinden soll. Ende Mai wolle man über die Durchführung entscheiden. Falls auch das Zug Sports Festival ins Wasser falle, werde es finanziell eng, befürchtet Schärer. «Doch unsere Partner stehen hinter uns und ich habe Vertrauen in die Stadt und den Kanton. Das macht Mut.»

Bis 26. April finden keine Veranstaltungen statt. Einige Zuger Veranstalter haben ihre Anlässe bereits abgesagt, darunter der Wings for Live Worldrun, die Zuger Springkonkurrenz, das Zentralschweizer Sportfest sowie der Zytturm-Triathlon. Das Genuss Film Festival wurde auf 17. bis 24. September verschoben.