Coronapandemie
Zug, die Schweiz und der Rest der Welt – Regierung soll sich auf die Suche nach Impfstoff-Produzenten begeben

Es ist mittlerweile gebräuchlich, dass die öffentliche Hand und private Unternehmen bei gemeinsamem Interesse eng zusammenarbeiten. Public-private-Partnership (PPP) – öffentlich-private Partnerschaft – nennt sich das. Der Kanton Zug soll in Sachen Corona-Impfstoff diesbezüglich nach Partnern suchen.

Harry Ziegler
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Der Kanton Zug soll mit Herstellern von Corona-Impfstoffen verhandeln, um eine zusätzliche Impfstoffproduktion in Gang zu bringen. Im Bild die Lonza in Visp, wo der Covid-19-Impfstoff der US Biotech-Firma Moderna produziert wird.

Der Kanton Zug soll mit Herstellern von Corona-Impfstoffen verhandeln, um eine zusätzliche Impfstoffproduktion in Gang zu bringen. Im Bild die Lonza in Visp, wo der Covid-19-Impfstoff der US Biotech-Firma Moderna produziert wird.

Bild: Keystone/Alessandro Della Valle (25. März 2021)

Die CVP-Kantonsparlamentarier Thomas Meierhans (Steinhausen), Laura Dittli (Oberägeri) und Peter Rust (Walchwil) fordern den Regierungsrat in der Motion «Zug investiert in eine Impfstoffproduktion in Form einer Public-private-Partnership-Zusammenarbeit» auf, sofort Verhandlungen mit Produzenten von Corona-Impfstoffen aufzunehmen. Dies, «damit der Kanton Zug als öffentliche Hand zusammen mit der Privatwirtschaft in eine zusätzliche Impfproduktion investieren kann». Zu bevorzugen seien dabei Hersteller von mRNA-Impfstoffen. Dem Kantonsrat sollen «so rasch als möglich Angebote und ein dazugehöriger Investitionskredit zur Genehmigung vorgelegt werden».

Laut Motionstext sei trotz einschneidender Massnahmen ein Ende der aktuellen Pandemie nicht abzusehen. Hoffnung brächten da nur neu entwickelte Impfstoffe, speziell solche nach dem mRNA-Verfahren. «Impfstoff, der mit dieser Methode produziert wird, kann rasch gegen weitere Mutationen des Virus angepasst werden.» Nur: Die Produktion kann die weltweite Nachfrage bei weitem nicht decken. Und da der Bund nicht gewillt sei, mit Privaten zusammen die Impfstoffproduktion der Schweiz auszubauen, müsse der Kanton Zug dies – als wichtiger Standort der Pharmaindustrie – selber an die Hand nehmen.

«Damit wollen die Motionäre nicht, dass der Kanton Zug selbst Impfstoff herstellt, sondern, wie wir es gewohnt sind, partnerschaftlich mit der Privatwirtschaft zusammenarbeitet»,

heisst es im Motionstext. Der Kanton Zug könne mit einer Investition in die Impfstoffproduktion einen wichtigen Beitrag leisten, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.

Zug first, dann die anderen

Selbstverständlich stünde der so produzierte Impfstoff zuerst der Zuger Bevölkerung zur Verfügung, dann der ganzen Schweiz und schliesslich dem Rest der Welt. «Denn vor allem in ärmeren Ländern grassiert das Virus am schlimmsten und birgt das Risiko von Virus-Mutationen in sich. Früher oder später werden uns diese Risiken einholen.»

Bliebe Zug untätig, würden die Kosten zur Krisenbewältigung weit höher zu stehen kommen als eine Investition in eine Impfstoffproduktion, prophezeien die Motionäre. Stimmen die bisher in den Medien genannten Zahlen, dass eine Produktionsstrasse für 50 Millionen Franken zu haben sei, dann wäre der Beitrag für den Kanton Zug realistisch. Und: «Im besten Fall könnte sich die Investition sogar später für den Kanton auszahlen.»