Mehr Coronafälle im Kanton Zug: Private Treffen sind Infektionsherde

In den letzten Tagen ist im Kanton Zug die Zahl neuer Infektionen mit Covid-19 deutlich angestiegen.

Harry Ziegler
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Einkaufspassage Metalli in der Stadt Zug.

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Bild: Maria Schmid (Zug, 11. Mai 2020)

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zug macht darauf aufmerksam, nachdem die Coronaneuinfektionen im Kanton Zug deutlich angestiegen sind, dass die Abstands- und Hygieneregeln dringend einzuhalten sind – auch im privaten Rahmen. Die Erkenntnisse aus dem Contact-Tracing zeigen laut Medienmitteilung der Gesundheitsdirektion dabei: «Viele Ansteckungen finden bei Treffen im Familien- und Freundeskreis statt.»

Laut Website der Gesundheitsdirektion (Stand Montag, 5. Oktober, 8 Uhr) wurden in den letzten 24 Stunden 35 neue Fälle registriert. Die 7-Tages-Inzidenz beträgt 41,7 pro 100000 Einwohner. Gemeldet werden zwei Hospitalisationen. Seit Beginn der Pandemie wurden im Kanton 485 Fälle und 9 Todesfälle registriert.

Situation erfordert erhöhte Aufmerksamkeit

Kantonsarzt Rudolf Hauri schätzte die Lage gestern folgendermassen ein: «Nach mehr als zwei Wochen mit 7-Tages-Inzidenzen unter 20/100000 haben letzte Wochen die Fallzahlen deutlich zugenommen, die Inzidenz ist über das Wochenende sprunghaft auf über 40 angestiegen. Die Zahl der Hospitalisierten bleibt klein. Das Contact-Tracing war tageweise sehr stark ausgelastet, funktioniert aber. Die Anzahl der Personen in Quarantäne aus dem Contact-Tracing ist bereits deutlich angestiegen.»

Das bedeutet laut Lagebeurteilung des Kantonsarztes, dass sich sowohl die epidemiologische Lage als auch die Lage des Contact-Tracing auf «Stufe 2 – erhöhte Aufmerksamkeit» befinden. Die Lage ist also angespannt und verlangt eine erhöhte Aufmerksamkeit. «Die Ansteckungszahlen müssen stabilisiert werden können, sonst müssen einschneidende Massnahmen ins Auge gefasst werden», lässt sich Gesundheitsdirektor Martin Pfister in der Mitteilung zitieren.

Kühles Wetter erhöht das Ansteckungsrisiko

Das Contact-Tracing der aktuellen Fälle zeigt auf, dass Treffen im Familien- und Freundeskreis zu vergleichsweise vielen Ansteckungen führen. Aufgrund der kühleren Temperaturen finden solche Treffen vermehrt in Innenräumen statt, was das Ansteckungsrisiko deutlich erhöht. «Durch laute Gespräche oder gar Singen steigt das Ansteckungsrisiko an solchen Anlässen weiter an», betont der Zuger Kantonsarzt Rudolf Hauri. Die Zuger Gesundheitsdirektion appelliert deshalb eindringlich an alle Zugerinnen und Zuger, die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln einzuhalten:

  • Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten
  • Schutzmasken tragen, falls der Abstand nicht eingehalten werden kann
  • Regelmässiges Händewaschen, Verzicht auf Umarmen oder Händeschütteln
  • Keine Teilnahme von Personen, welche Symptome zeigen

Neben dieser Empfehlung an die Bevölkerung prüft die Gesundheitsdirektion auch laufend weitere Massnahmen, damit die Ausbreitung des Coronavirus rechtzeitig gebremst werden kann. «Wir befinden uns an einem entscheidenden Punkt in dieser Pandemie. Jetzt gilt es, nicht nachzulassen», betont Martin Pfister.

Informationen zur aktuellen Lage gibt es hier: www.zg.ch/behoerden/gesundheitsdirektion und www.bag.admin.ch

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