Corona
Zuger Regierungsrat hebt Maskenpflicht an Schulen teilweise auf – Luzern wartet ab

Aufgehoben wird die Maskenpflicht für die Lehrpersonen sowie Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1. Die Bildungsdirektion empfiehlt den Schulen, im Unterricht auf das obligatorische Tragen von Masken zu verzichten.

Harry Ziegler
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Seit dem 12. Februar gilt – auf Beschluss des Zuger Regierungsrats – eine Maskenpflicht für die Schulen der Sekundarstufe 1. Dabei handelt es sich um die Unterstufe Gymnasium, die Sekundarschule sowie Realschule und Werkschule. «In Absprache mit dem Kantonsarzt empfiehlt die Bildungsdirektion den Schulen, nach Pfingsten im Unterricht auf das obligatorische Tragen der Masken zu verzichten», teilt die kantonale Bildungsdirektion mit. Ab dann wird die Maskenfrage wieder auf Stufe Schutzkonzepte der Schulen angesiedelt. Die Empfehlung, den Unterricht ohne Maske zu gestalten, gelte für die Lehrpersonen der Kindergarten- und Primarstufe sowie für die Lehrpersonen und Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1.

Nicht aufgehoben wird die Maskenpflicht auf der Sekundarstufe 2 – also in kantonalen Mittelschulen, Gymnasien sowie bei Brückenangeboten und in der Berufsbildung. Ab Sekundarstufe 2 schreibt der Bund Masken im Unterricht vor. «Wir sind trotz Reihentests leider daran gebunden. Die reihengetesteten Mittelschulen wollen aber die Maskenpflicht auf dem Pausenplatz aufheben. Das finde ich im Moment eine verhältnismässige Lösung», erklärt der Bildungsdirektor Stephan Schleiss.

«Schutz bleibt wichtig» – Luzern hält an Maskenpflicht fest

(cgl) Anders als im Kanton Zug wird die Maskenpflicht in Luzern auf der Sekundarstufe 1 nicht aufgehoben. Dies erklärt Regula Huber, Leiterin Kommunikation der Bildungs- und Kulturdirektion auf Anfrage. «Ansteckungen finden auch in diesem Alter statt», schreibt Huber. Zudem seien die Impfungen in der Bevölkerung und bei den unter 18-Jährigen «nicht so weit fortgeschritten, dass wir den Schutz der Lernenden und der Lehrpersonen lockern können». Diese Haltung decke sich mit jener in diversen anderen Kantonen. Das Departement beobachte die weiteren Lockerungsschritte des Bundesrates und werde bei Bedarf entsprechende Anpassungen an den Rahmenschutzkonzepten vornehmen.

Wie die aktuellsten Zahlen der Bildungs- und Kulturdirektion zeigen, haben die Coronafälle an den Luzerner Schulen abgenommen. Am 12. Mai waren an den Volksschulen 83 Personen in Isolation und 222 in Quarantäne (6 Klassen). An den Gymnasien waren mit Stand 18. Mai 15 Personen in Isolation und 31 in Quarantäne (1 Klasse). An den Berufsfachschulen sind mit Stand 17. Mai 30 Personen in Isolation und 40 in Quarantäne.

Entwicklung begünstigt den Entscheid

Ab Pfingstmontag also werden die Schulen wieder für Maskenfragen zuständig sein. «Sie legen ihren Umgang mit den Masken in den Schutzkonzepten fest, die von der Bildungsdirektion überprüft werden», sagt Schleiss. «Auf diese Weise können die Schulen rasch handeln. Die Bildungsdirektion empfiehlt den Schulen, ab kommender Woche im Unterricht auf die Masken zu verzichten. Dort ist der Maskenverzicht pädagogisch besonders wertvoll.» Die Schulen werden aufgrund der Situation vor Ort entscheiden. Vor dem Hintergrund der günstigen Entwicklung mache es Sinn, dass der Regierungsrat die Verantwortung zurückgebe. Dazu komme, dass die Behörden wegen der Reihentests sehr gut über das Infektionsgeschehen im Bild seien. «Positiv getestete Personen bleiben zu Hause, bevor sie andere anstecken», sagt Stephan Schleiss.

Mindestabstände – ein theoretischer Wert

Im Kindergarten und auf Primarstufe hätten die Zuger Kinder nie Masken getragen. Dort hätten nur die Lehrer Masken getragen. «Mindestabstände sind auf diesen Stufen eher ein theoretischer Wert. Ab der 7. Klasse ist es anders», so Schleiss. Lehrer und Schüler tragen dort seit Februar Masken. Aber: «Weil sich die Fallzahlen gut entwickeln und wir Reihentests machen, können wir jetzt auf allen Stufen im Schulzimmer auf Masken verzichten.» Und weiter:

«Auf den Gängen, wo die Durchmischung gross ist und ein Gewusel herrscht, empfehlen wir das im Moment noch nicht.»

Bei einer Verschlechterung der Lage seien laut Schleiss Ausnahmen, aber auch «ein Rückkommen auf die Lockerungen» möglich.

Für den Bildungsdirektor ist klar, dass die im Kanton nicht unumstrittenen Reihentests an den Schulen ebenso wie die Entwicklung der Fallzahlen für die Aufhebung des Regierungsratsbeschlusses ausschlaggebend waren. «Der erfreuliche Impffortschritt trägt natürlich dazu bei», führt der Bildungsdirektor aus. «Die Zuger Schüler und Lehrer nehmen freiwillig und schweizweit überdurchschnittlich oft an den Reihentests teil. Dieses Engagement ist ausschlaggebend», sagt er und ergänzt: «Überhaupt: Die Zuger Schulen haben den Präsenzunterricht trotz Corona immer voll mitgetragen. Aus tiefer pädagogischer Überzeugung. Dafür gebührt ihnen die Anerkennung aller Zugerinnen und Zuger.»