Corona-Situation wirkt sich auf  den Verkehr im Kanton Zug aus

Aufgrund der besonderen Lage rund um das Coronavirus ist der Verkehr stark zurück­­gegangen. Dies hat auch einen Einfluss auf die Umwelt.

Drucken
Teilen
Auf der Artherstrasse gibt es seit dem 17. März 2020 deutlich weniger Verkehr.

Auf der Artherstrasse gibt es seit dem 17. März 2020 deutlich weniger Verkehr.  

Bild: Stefan Kaiser, (Zug, 30. Januar 2020)

(haz) Das Leben in der Schweiz und im Kanton Zug steht seit dem 17. März 2020 nahezu still. Es wird im Home-Office gearbeitet, Schulen, Läden und Restaurants sowie viele weitere Betriebe und Einrichtungen sind geschlossen. Dies wirkt sich auf den öffentlichen wie individuellen und kommerziellen Verkehr aus, schreibt die kantonale Baudirektion in einer Medienmitteilung.

Deutlicher Einbruch

Anhand der Daten der drei Verkehrszählanlagen beim Grindel–Bibersee in Cham, an der Nordstrasse und der Artherstrasse in Zug, lässt sich besagter Einfluss auf den Verkehr auf Zugs Kantonsstrassen gut ablesen. So fuhren ab dem 1. und bis und mit 16. März  total 6850 Fahrzeuge pro Werktag beim Grindel–Bibersee vorbei. Im selben Zeitraum passierten die Nordstrasse 18'550 und die Artherstrasse 8700 Fahrzeuge. Ab dem 17. März, seit die besondere Lage des Bundes gilt, und bis Ende März, wurden deutlich weniger Fahrzeuge an den drei Stellen gezählt.

In Cham nahm das Aufkommen der Fahrzeuge von Montag bis Freitag um 29 Prozent ab, an der Artherstrasse um 21 Prozent und an der Nordstrasse gar um 36 Prozent. Speziell zu erwähnen sind hier der Montag, 30. März, der an der Arther­strasse wohl wegen des Schnees und Regens geringere Durchfahrten verzeichnete, sowie der Samstag, 28. März, an dem wegen des schönen Wetters in Cham und an der Artherstrasse mehr Ausflugsverkehr zu verzeichnen war, heisst es in der Mitteilung weiter. Die Nordstrasse wird vor allem von Pendlern genutzt, weshalb das Wetter dort kaum einen Einfluss auf das Verkehrsaufkommen hat.

Geringere Emissionen

Das geringere Verkehrsaufkommen wirkt sich deutlich auf das Strassenbild aus. Der «Stop-and-go-Verkehr» hat sich auf den Zuger Hauptverkehrsachsen während der Morgen- und Abendspitzenstunden weitgehend aufgelöst. Die verbliebenen Pendlerzüge sind nur noch schwach besetzt. Im selben Ausmass, wie der Verkehr abgenommen hat, haben auch die Luftschadstoff- und die Klimagasemissionen (CO2) des Verkehrs abgenommen. Für eine deutlich wahrnehmbare Abnahme des Strassenlärms ist der Verkehrsrückgang, zumindest auf der Artherstrasse, vermutlich zu gering.

Einfluss des Wetters

Im Umfeld der Artherstrasse sank im Laufe des Monats März die Stickoxidbelastung um rund 24 Prozent, während die Feinstaub-Belastung (PM10) bei der in der Nachbarschaft gelegenen Messstation Postplatz (abrufbar unter www.inluft.ch) um das Dreifache zunahm. Dieser scheinbare Widerspruch muss noch vertieft analysiert werden. Gesichert ist, dass das vorherrschende Wetter einen prägenden Einfluss auf die Luftschadstoff- und damit die kurzzeitige Gesundheitsbelastung der Bevölkerung hat. Zwischen den Emissionen am Auspuff und der gesundheitsrelevanten Immissionsbelastung werden die Luftschadstoffe in der Atmosphäre umgewandelt, verdünnt oder bei Inversionslagen angereichert.

Während der zweiten Märzhälfte wurde Saharastaub durch Höhenwinde nach Mitteleuropa verfrachtet. Das anhaltend trockene und frühlingshafte Wetter verhinderte das Auswaschen der Staubpartikel, wodurch die Partikelkonzentration anstieg.