Corona-Virus: Erste Zuger Unternehmen treffen Massnahmen

Das Corona-Virus hat auch Auswirkungen auf den Kanton Zug. Firmen, die im asiatischen Raum zu tun haben, sind vorsichtig.

Fabian Gubser
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Es fällt auf, wenn man durch Zug geht: Chinesische Touristen, die meist in Gruppen durch die Stadt schlendern, sind fast gänzlich verschwunden. Dies wegen des grassierenden Corona-Virus und des von der chinesischen Regierung verhängten Verbots von Gruppenreisen ins Ausland.

Chinesische Gruppenreisende in der Neugasse in Zug.

Chinesische Gruppenreisende in der Neugasse in Zug.

Bild: Werner Schelbert (22. Juli 2017)

Zwar beklagen sich die Zuger Tourismusunternehmen noch nicht lauthals, mit wirtschaftlichen Einbussen allerdings rechnen die meisten. Unter anderem wohl die Schmuckbranche. Zwar sind nur wenige auf asiatische Gruppenreisende spezialisiert. Aber laut der Besitzerin eines Zuger Schmuck- und Uhren-Geschäfts setzt beispielsweise das Haus Lohri in der Stadt Zug auf Gruppenreisende aus Asien. Trotz mehrmaliger Kontaktversuche war der Besitzer für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Videokonferenzen statt persönliche Treffen

Auch bei in Zug ansässigen Firmen hat das Corona-Virus Auswirkungen. Beim international tätigen Unternehmen Siemens etwa verfolgt ein spezielles, global aufgestelltes Team die Entwicklungen rund um die Krankheit. Bezüglich der Partner in China sagt ein Siemens-Sprecher: «Eine zentrale Massnahme ist, dass wir anstatt persönlichen Treffen oder Geschäftsreisen nach China, wenn immer möglich Videokonferenzen einberufen.»

Noch strikter sind die Massnahmen bei Johnson & Johnson. Sprecher Thomas Moser sagt: «Wir beschränken die Reisen nach und von China vorerst für die nächsten 30 Tage auf geschäftskritische Reisen. Alle Reisen nach und aus China erfordern eine besondere Genehmigung.»

Vereinzelt Stornierungen bei den Hotels

Die Zuger Hotellerie wurde vorerst noch verschont. «Aktuell spürt man erst wenige Auswirkungen des Corona-Virus», bestätigt Patrizia Hofstetter, Leiterin Zug Tourismus. Aber:

«Wir nehmen an, dass die Buchungen von chinesischen Reisegruppen für nächsten Sommer abnehmen werden, falls sich das Virus in dem Ausmass weiterentwickelt.»

Diese kämen vor allem in den Sommermonaten in den Kanton. Bezüglich Touristen von anderen asiatischen Ländern könne man zurzeit noch nichts sagen. Zug Tourismus verfolge zurzeit die Hinweise des Bundesamtes für Gesundheit, das bereits ein Merkblatt für Hotelbetriebe herausgab. Besondere Vorkehrungen sind gemäss Letzterem aber nicht nötig.

Bei gewissen Betrieben kam es aber bereits zu Stornierungen: «Wir hatten ungefähr zehn Stornierungen von chinesischen Reisegruppen für Februar und März», sagt Jasmin Hilpertshauser, stellvertretende Direktion des Hotels Swiss Ever in Cham. Da im Winter der Anteil an asiatischen Gästen im Gegensatz zum Sommer sehr gering sei, habe dies das Geschäft jedoch nicht gross beeinflusst.

«Bezüglich des Corona-Virus merken wir bisher wenig, wir hatten erst zwei Absagen», sagt eine Verantwortliche des Hotel Löwen am Landsgemeindeplatz. Grundsätzlich habe man eher Geschäftsleute und keine Gruppen aus dem asiatischen Raum.

Beim Hotel City Garden hingegen spüre man gar keine Auswirkungen. «Wir haben fast ausschliesslich Gäste, die aus geschäftlichen Gründen nach Zug kommen», sagt Front Office Manager Jonas Renggli. Grundsätzlich habe man nur wenige asiatische Gäste.