Leserbrief

Corona-Virus: Hysterie oder nicht?

Zur Berichterstattung über die Verbreitung des Virus Covid-19, Corona-Virus

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Kürzlich wollte ich ein Handdesinfektionsmittel in der Stadt Zug kaufen. Es ist wirklich überall in sämtlichen Apotheken und Grossverteilern ausverkauft, und zwar innerhalb eines Tages. Zuhause kann man die Hände waschen, ist man aber länger unterwegs, ist man froh um ein Desinfektionsmittel. Man weiss nicht einmal, wie lange es geht, bis wieder Nachschub kommt. Ich finde es fahrlässig, dass die Apotheken nicht besser vorbereitet sind.

Ursula Hacker, Zug


In der Schweiz sterben in jeder Grippesaison 1500 Menschen an dieser Krankheit, in Europa 44000. Warum berichten die Medien nicht jeden Abend über jede neu verstorbene Patientin, oder gar über die Zahl neu Infizierter? Warum werden da keine Grossveranstaltungen abgesagt? In China mit 1,5 Milliarden Einwohnern sind jetzt 2590 Menschen am Covid-19 verstorben. Auf die Zahl positiv Getesteter bezogen ergäbe das eine Sterblichkeit (Letalität) von 3,3 Prozent. Nun darf aber angenommen werden, dass in China (und auch weltweit) eine sehr grosse Dunkelziffer an nicht diagnostizierten Infizierten vorliegt und schliesslich die Sterberate in der Nähe derjenigen der Grippeviren liegen dürfte. Im am zweitmeisten betroffenen Südkorea beträgt die aktuelle Letalität 0,9 Prozent.

Anfänglich lag die Gefährlichkeit des Virus in China noch völlig im Dunkeln, sodass die rigorose Reaktion zu verstehen ist. Ob solche drastischen Massnahmen bei heutigem Wissensstand noch angebracht sind, darf in Frage gestellt werden. Die Verlangsamung der unvermeidbaren Ausbreitung wird die Epidemie in die Länge ziehen und die Entwicklung einer Immunität gegen das Virus in der Gesamtbevölkerung beeinträchtigen. Ist es nicht einfach der öffentliche Druck, der Virologen, Beamte und Politiker dazu drängt, möglichst aktiv zu sein, um sich nicht der Gefahr von Schuldzuweisungen auszusetzen?

Erich Sigrist, Steinhausen


Die aktuelle Aufregung um das Covid-19-Virus lässt vergessen, wie tief die Impfrate in der Bevölkerung gegen die Grippeviren ist. Geradezu skandalös ist die niedrige Durchimpfung bei jenen Personen, welche vulnerable Menschen vor einer Ansteckung schützen sollten, nämlich dem Pflegepersonal. Ebenfalls höchst ungenügend ist die Rate bei den Spitalärztinnen und -ärzten. Wenn man sich die massiven Schutzmassnahmen gegen das kursierende Corona-Virus vor Augen hält, welche ganze Wirtschaftszweige zu Schaden kommen lassen, muss die Frage erlaubt sein, ob man das Spital- und Pflegeheimpersonal nicht zur Grippeimpfung verpflichten müsste. Bei 1500 Grippetoten pro Saison wäre eine derart drastische Massnahme sicher vertretbar.

Wie wird es nun sein, wenn der Impfstoff gegen das Virus Covid-19 zur Verfügung stehen wird. Werden sich dann die Pflegenden ebenso wenig impfen lassen wie gegen die Grippe? Wird man sie dann zur Impfung zwingen? Zu hoffen wäre es.

Heinz Sennrich,  Steinhausen