Coronafonds: Die Stadt Zug verteilt die Einkaufsgutscheine im Juli

Das coronageplagte Gewerbe und alle Stadtzuger Einwohner erhalten Unterstützung. Nun sind die Bedingungen dafür klar.

Laura Sibold
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Mit dem Überschuss von 77 Millionen Franken in der Jahresrechnung 2019 will die Stadt Zug auch dem durch die Coronapandemie beeinträchtigen Gewerbe unter die Arme greifen. So hat das Parlament Anfang Juni beschlossen, einen Coronafonds von 10 Millionen Franken zu äufnen, der für Kultur und Sport bereitstehen soll. Aus diesem Fonds sollen rund 3 Millionen Franken entnommen werden, um allen Stadtzugern einen Pro-Zug-Gutschein im Wert 100 Franken zuzustellen.

Damit die Gutscheine in ihrem Laden eingelöst werden können, müssen die Stadtzuger Geschäfte Mitglied der Vereinigung Pro Zug sein. Diese hat derzeit 223 Mitglieder, womit rund die Hälfte der Detailhandelsgeschäfte in der Stadt Zug Mitglied ist. Damit alle Gewerbler von der städtischen Unterstützung profitieren können, übernimmt die Stadt den Pro-Zug-Mitgliederbeitrag für eineinhalb Jahre, was bis Ende 2021 insgesamt 225 Franken pro Geschäft ausmacht.

Bereits 18 Neumitglieder seit Anfang Juni

Johanna Margraf, Präsidentin der Vereinigung Pro Zug, ist voll des Lobes für diese Unterstützung der Stadt. «Das ist eine sehr grosszügige Geste, vor allem weil es eine Win-win-Situation ist. Nicht nur der Detailhandel wird unterstützt, auch die Stadtzuger profitieren.» In den Stadtzuger Geschäften werde so mehr eingekauft und viele, auch kleinere Geschäfte würden in der schwierigen Coronazeit unterstützt. «Dieses Engagement der Stadtregierung schätzen wir sehr», betont Margraf.

Die Grosszügigkeit der Stadt wird zwangsläufig zu einer erhöhten Nachfrage nach Mitgliedschaften bei Pro Zug führen. Johanna Margraf, bestätigt, dass Pro Zug seit Anfang Juni bereits 18 Neuanmeldungen erhalten hat.

«Wir rechnen mit einem grossen Ansturm neuer Mitglieder.»

Darüber freue sich die Vereinigung sehr. «Es wäre schön, wenn der Grossteil der Zuger Detailhandelsbetriebe Mitglied wäre», sagt die Präsidentin. Die Vereinigung preist das Angebot auf der Website www.prozug.ch an und lädt die Geschäfte ein, sich Pro Zug anzuschliessen. Mitglied werden können Gewerbler verschiedenster Branchen – auch Gastronomiebetriebe wie Restaurants oder Hotels. Margraf erklärt, dass keine Papiergutscheine verteilt werden, sondern eine neue Geschenkkarte. Sie kann in allen Stadtzuger Geschäften, die Mitglied von Pro Zug sind, mit Ausnahme von Coop, Migros und Denner eingelöst werden.

Hilfsfonds: Formulare bald aufgeschaltet

Doch wann können die Stadtzuger mit einem Gutschein rechnen? Die Stadt verweist auf die Beschwerde- und Referendumsfristen zum Parlamentsbeschluss, die es abzuwarten gelte. Verlaufen diese bis am 8. Juli ungenutzt, wird die Stadt allen Einwohnern einen Brief mit der Karte im Wert von 100 Franken, gültig bis Ende 2021, schicken. Die Stadt geht davon aus, dass der Brief in den Sommerferien versandt wird, also voraussichtlich Mitte Juli. In welchen Geschäften die Geschenkkarte eingelöst werden kann, ist auf der Website von Pro Zug ersichtlich.

Auch um vom städtischen Coronahilfsfonds profitieren zu können, brauchen Sport- und Kulturanbieter sowie Mieter Geduld. Nach Ablauf der Referendumsfrist werden die Departemente die Antragsformulare auf der städtischen Website veröffentlichen. Auch alle Veranstalter von Freizeit- und Grossanlässen können nach dem Subsidiaritätsprinzip bei Bund, Kanton und der Stadt um Unterstützung anfragen. Der Kanton hat im Sport- und Kulturbereich je 5 Millionen Franken bereitgestellt.