Leserbrief

Coronakrise: Erleichterungen sollten für möglichst viele möglich sein

«Rendezvous mit der Realität», Ausgabe vom 29. April

Fanny Holenweger, Steinhausen
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Regelmässig besuche ich eine Migrantin im Altersheim. Sie hat hier ihre Familie gegründet und ihr Leben lang gearbeitet. Deutsch spricht sie nicht sehr gut. Gerne ging sie ins Dorf eine Kleinigkeit einkaufen, Kaffee trinken.

Nun ist sie, wie alle mit ihr, im Altersheim versorgt. Niemand darf sie besuchen, auch ihre Kinder nicht. Ich rufe sie regelmässig an, mehr kann ich nicht tun. Nun hat sie mich selber angerufen und mit tränenerstickter Stimme geklagt: Ich halte es nicht mehr aus. Sicher waren die getroffenen Massnahmen richtig und wichtig. Und es wird auch noch einige Zeit so bleiben müssen.

Aber ich meine, nun sollte man dringend etwas für die Heiminsassen tun. Man könnte z.B. mit einem Bus mit ihnen ausfahren, in einem Restaurant mit Säli mit ihnen Kaffee trinken. Ich hoffe, dass auch für diese Menschen Erleichterungen möglich sind.

Fanny Holenweger, Steinhausen


Es ist einfach nicht zu glauben! Da fordern einige Parlamentarier doch tatsächlich Sitzungsgelder für Sitzungen, die wegen Covid-19 nicht stattfanden. Und eine Politikerin aus dem Kanton Zug fragte die Parlamentsdienste an, ob ihr Sprachkurs unter Kommunikationsentschädigung laufe.

Man kann sich für solche Leute einfach nur schämen. Das BAG zählte (Stand 26. April) 26061 Infizierte und 1607 Tote. Gewisse Politikerinnen und Politiker sorgen sich also in der derzeitigen Situation primär um ihr Portemonnaie. Die Frage sei erlaubt: Wer wählt solche Personen – genauer solche Schmarotzer – ins Parlament?

Abschliessend: Masken schützen nicht vor Ansteckung, sagt das BAG. Natürlich, es gab ja keine! Und dann dies: Schweizer Händler exportierten 26 Tonnen Schutzmasken. Verstehen Sie Politiker?

Werner Aeschlimann, Arni (AG)


Jetzt haben wir es schwarz auf weiss. Wer meint, die Kirche habe noch eine Lobby, der Bundesrat ein Gespür für Religion, der kann es jetzt nachlesen: Schwitzen, keuchen, tropfen im Fitnesscenter? Geht. Spazieren, flanieren, diskutieren im Museum? Geht. Gemeinsam beten, hören, singen in der Kirche? Bleibt verboten oder ist zumindest ungeklärt. Ich weiss nicht, wie viele Menschen es gibt, die weinten, weil sie nicht ins Museum können. Aber ich weiss, dass es viele gibt, welche weinen, weil sie kein gemeinsames Beten und Feiern erleben dürfen. Ich glaube schon, dass Fitness ein Beitrag zur Volksgesundheit ist. Ich glaube ebenso, dass gemeinsames Beten und Feiern und psychische, geistige und spirituelle Stärkung ein Beitrag zur Volksgesundheit ist. Ich bitte alle politischen Verantwortlichen, dieses – eigentlich unglaubliche und auch tragische – Vergessen der Bedeutung des gemeinsamen Glaubens und Feierns in den kommenden Tagen zu korrigieren.

Rainer Barmet, Pfarreiseelsorger, Cham