Coronapandemie: Einkaufen geht im Kanton Zug nur noch mit Maske

Nach dem am Wochenende die Fallzahlen im Kanton Zug sprunghaft angestiegen sind, wird ab Samstag die Maskenpflicht erweitert.

Zoe Gwerder
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Auch im Einkaufszentrum Metalli müssen ab Samstag alle eine Schutzmaske tragen.

Auch im Einkaufszentrum Metalli müssen ab Samstag alle eine Schutzmaske tragen.

Bild: Patrick Hürlimann (Zug, 7. Oktober 2020)

Insgesamt 86 neue Coronafälle wurden während der fünf Tage von Samstag bis Mittwoch verzeichnet. Davon 25 am Montag und 26 am Dienstag. Dies sind mehr Fälle pro Tag, als es je an einem Tag während der ersten Welle gab. Zwar sind die aktuellen Zahlen nicht mit jenen im Frühjahr zu vergleichen, da damals nur bei Risikopatienten und Gesundheitspersonal sowie bei schweren Verläufen getestet wurde – heute hingegen wenn möglich jeder Verdachtsfall abgeklärt wird. Doch der Anstieg, von in den letzten Wochen zwei bis sechs neuen Coronafällen pro Tag auf nun über 20, ist ein deutlicher. Und auch wenn Spitaleinweisungen aufgrund einer Covid-19-Erkrankung noch tief sind, handelt der Kanton Zug nun.

Wie der Regierungsrat am Dienstag beschlossen hat, gilt ab kommendem Samstag, 10. Oktober, bis vorerst zum 30. November eine Maskenpflicht in allen Verkaufslokalen, Einkaufszentren sowie für Mitarbeitende von Restaurationsbetrieben. Kinder vor ihrem 12. Geburtstag sind von der Pflicht ausgenommen. «Die steigenden Fallzahlen sind beunruhigend, weshalb jetzt rechtzeitig diese Massnahme getroffen werden muss», erklärt Gesundheitsdirektor Martin Pfister.

Dass man sich für die Maskenpflicht in Läden entschied, habe mit den Ergebnissen aus dem Contact-Tracing zu tun. So könne man derzeit nur noch bei rund der Hälfte aller neuen Fälle im Gespräch mit den Infizierten eruieren, wo sie sich angesteckt haben könnten. Er sagt:

«Da wir den Ansteckungsort bei vielen nicht kennen, müssen wir bei anonymen Treffpunkten ansetzten.»

Mit der Maskenpflicht in Läden soll zusätzlich auch erreicht werden, dass Personen mit einem erhöhten Risiko wieder sicherer einkaufen können.

Kantonsarzt Rudolf Hauri betont derweilen den Nutzen von Masken. «In der Zwischenzeit ist wissenschaftlich bewiesen, dass Masken gegen die Ausbreitung des Coronavirus nützen.» Dies werde auch von der Taskforce des Bundes bestätigt. «Weil Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sind, sind Masken gerade bei diesem Virus wichtig», so Hauri.

Für die Betroffenen der Branchen kommt die Massnahme nicht unerwartet. So trafen sich deren Interessensvertreter bereits Anfang letzter Woche, um die Einführung einer solchen Massnahme zu besprechen.

Der Gewerbeverband des Kantons Zug begrüsst die Maskenpflicht. «Wichtig ist, dass ein zweiter Lockdown verhindert wird», erklärt Präsident Roland Staerkle. Es gehe dem Verband um den Schutz der Kunden und der Angestellten. «Beim Coiffeur ist es inzwischen selbstverständlich, dass man eine Maske trägt.» Staerkle hält die Hoffnung hoch, dass die Maskenpflicht bis Ende November so gut wirkt, dass das Weihnachtsgeschäft vielleicht ohne Gesichtsmaske vonstattengehen könnte. «Die Hoffnung stirbt zuletzt», sagt Staerkle.

Gastro-Branche ist «nicht begeistert»

Dass nun in Restaurants, Bars und Nachtlokalen alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt eine Maske tragen müssen, kommt in dieser Branche weniger gut an. «Begeistert sind wir nicht», sagt die Präsidentin von Gastro Zug Barbara Schneider, «aber wir werden uns natürlich daran halten». Sie gibt zu bedenken, dass man den Gästen bisher durch das maskenfreie Arbeiten eine gewisse Normalität entgegenbringen konnte. «Zudem gab es meines Wissens keine grösseren Ansteckungen in Restaurants.»

Nun müssen Läden und Restaurants ihre Schutzkonzepte entsprechend anpassen. Die Kontrolle dieser Konzepte obliegt den Gemeinden. Ob nun jeder Kunde bei seinem Einkauf eine Gesichtsmaske trägt, müssen die Geschäfte selber kontrollieren. Gesundheitsdirektor Pfister ist aber guter Dinge, dass die Maskenpflicht von der Bevölkerung gut aufgenommen wird. «Hier zeigen uns die Erfahrungen beim öffentlichen Verkehr sowie im Nachbarkanton Zürich, dass die Leute Masken tragen, wenn sie dazu verpflichtet werden.»