Coronapandemie: Im Kanton Zug gilt ab dem 10. Oktober Maskenpflicht in allen Läden

Auch das Personal in Restaurants, Bars und Clubs muss ab diesem Zeitpunkt mit Schutzmaske arbeiten.

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(bier) Der Zuger Regierungsrat hat aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen beschlossen, eine Maskentragepflicht für Verkaufslokale und Einkaufszentren sowie für Mitarbeitende von Restaurationsbetrieben anzuordnen. Diese Regelung tritt per Samstag, 10. Oktober in Kraft, teilte die kantonale Gesundheitsdirektion am Mittwochmorgen mit.

Auch im Zuger Einkaufszentrum Metalli wird die Maskenpflicht gelten.

Auch im Zuger Einkaufszentrum Metalli wird die Maskenpflicht gelten.


Bild: Maria Schmid, (Zug, 11. Mai 2020)

Die Maskenpflicht gelte für alle Personen, die sich in öffentlich zugänglichen Innenräumen von Verkaufslokalen und Einkaufszentren befinden. Zudem müssen neu auch Mitarbeitende von Restaurationsbetrieben im Gästebereich stets eine Maske tragen.

Bereits bisher gilt die Maskenpflicht bei Dienstleistungen, bei denen es zu Körperkontakt kommt oder der Mindestabstand fortgesetzt nicht eingehalten werden kann. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder vor ihrem 12. Geburtstag sowie Personen, die aus besonderen Gründen, insbesondere medizinischen, keine Masken tragen können.

Schwierigkeiten in manchen Ladenbereichen

Zur Begründung der Maskenpflicht in Läden steht in der Mitteilung: «Insbesondere zu den Stosszeiten kann es in Verkaufslokalen und Einkaufszentren zu einer hohen Anzahl von Besucherinnen und Besuchern kommen. Zwar sehen die Schutzkonzepte dieser Betriebe zumeist vor, dass die Zahl der Kundinnen und Kunden begrenzt ist. Diese Höchst-grenze verhindert jedoch nicht, dass sich die anwesenden Personen ungleichmässig im Lokal verteilen. So ist etwa im Eingangsbereich, bei manchen Produktauslagen, auf Rolltreppen oder an der Kasse die Wahrung des erforderlichen Abstands oft nur schwer einzuhalten.»

Die aktuellen Covid-19-Zahlen der Zuger Gesundheitsdirektion zeigen einen starken Anstieg der Fälle in den letzten Tagen, aber keinerlei Auffälligkeiten bei der Zahl der Hospitalisierten:

«Es handelt sich hierbei um einen vergleichsweise kleinen Eingriff in die persönliche Freiheit jedes Einzelnen», führt der Zuger Gesundheitsdirektor Martin Pfister aus. «Wenn wir keine Massnahmen gegen den Anstieg der Infektionen treffen, drohen deutlich schwerwiegendere Massnahmen, die wir aus gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gründen verhindern müssen.»

Gastronomie: Masken auch in Aussenbereichen

Und zur neuen Massnahme in der Gastronomie schreibt die Gesundheitsdirektion: «In Restaurants, Bars, Clubs, aber auch in Diskotheken und Tanzlokalen steht das Personal in häufigem, direkten Kontakt mit den Gästen. Dabei ist die Einhaltung des Mindestabstands nicht immer möglich. Da insbesondere Mitarbeitende im Service Kontakt zu einer Vielzahl von Personen haben, sind diese stärker gefährdet, sich mit dem Coronavirus zu infizieren.» Und weiter heisst es:

«Von einer infizierten Servicemitarbeiterin oder einem infizierten Servicemitarbeiter geht aus demselben Grund auch eine höhere Gefahr einer Verbreitung des Virus unter den Gästen aus.»

Für Mitarbeitende von Restaurationsbetrieben – einschliesslich Bar- und Clubbetrieben, aber auch von Diskotheken und Tanzlokalen – gelte eine Maskenpflicht, wenn sie sich im Gästebereich befinden. Der Gästebereich umfasse auch allfällige Aussenbereiche, in denen sich Gäste aufhalten (Terrasse, Innenhof, Balkon). Wo eine geeignete Abschrankung besteht, könne auf das Tragen einer Maske verzichtet werden, als Beispiel wird in der Mitteilung die Plexiglasscheibe an der Kasse genannt.

Die Gesundheitsdirektion kündigt an, dass das Nichteinhalten der Massnahmen zu weiteren Verschärfungen führen werde. Gemäss dem Kantonsarzt Rudolf Hauri sei die Wirksamkeit von Schutzmasken erwiesen. «Weil Infizierte bereits vor den ersten Symptomen ansteckend sind, sind Masken gerade bei diesem Virus sehr wichtig», steht in der Mitteilung. Die Maskenpflicht gelte vorerst bis zum 30. November.

Die Maskenpflicht beim Einkaufen wurde bereits in mehreren Kantonen eingeführt. In der Deutschschweiz gilt sie in Basel-Stadt, Zürich, Freiburg, Wallis und Solothurn.

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