Covid
Ein Booster für das Zuger Härtefallprogramm

Erneute Verschärfungen in der Pandemiebekämpfung und die allgemeine Verunsicherung führten und führen dazu, dass einzelne Branchen mit massiven Umsatzrückgängen und existenziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Der Kanton Zug wird weiter helfen.

Harry Ziegler
Drucken
Teilen

Das vor einem Jahr lancierte Zuger Härtefallprogramm ist am 31. Mai 2021 ausgelaufen. Ausbezahlt wurden bis Ende Mai dieses Jahres im Rahmen dieses Programms rund 115 Millionen Franken, wie einer Mitteilung der Finanzdirektion zu entnehmen ist.

Der Regierungsrat hat nun beschlossen, den noch verbleibenden Zuger Anteil an der Bundesratsreserve von rund sechs Millionen Franken zur gezielten Unterstützung von weiterhin pandemiebedingt notleidenden Unternehmen einzusetzen. Auch der Kanton wird einen Beitrag einschiessen. Allerdings ist dieser von den Gesuchen abhängig und ist laut Finanzdirektor Heinz Tännler noch nicht bezifferbar.

Hilfe für eine vorerst eingeschränkte Gruppe

Aktuell seien besonders Unternehmen aus den Bereichen Gastronomie/Hotel, Fitness/Sport und der Eventbranche betroffen, aber auch hier nicht alle im selben Umfang. Exemplarisch kann die Situation am Beispiel der Gastronomie veranschaulicht werden: Nachdem die behördliche Schliessung der Restaurants aufgehoben wurde, entfiel per 1. Juni 2021 auch der Anspruch auf weitere Härtefallzahlungen. Mit der Öffnung der Restaurants stiegen auch deren Kosten, während die Umsätze vielfach nicht mithalten konnten. Die jüngsten Verschärfungen der Mass-nahmen und die allgemeine Verunsicherung führen aktuell zu Absagen vieler Weihnachtsessen und lassen die Zahlen der laut Mitteilung traditionell umsatzstarken Jahresendmonate einbrechen.

«Es ist brutal mit anzusehen, wie die Hoffnungen von Gewerbetreibenden und deren Mitarbeitenden immer wieder enttäuscht werden. Umso bewundernswerter ist es, dass sie immer noch durchhalten. Wir dürfen sie jetzt nicht hängen lassen»,

betont Finanzdirektor Heinz Tännler. Hilfe soll vorerst den Unternehmen aus den Bereichen Gastronomie/Hotel, Fitness/Sport und der Eventbranche zukommen. «Andere Branchen sind noch in Prüfung. Ebenso werden Ausnahmen geprüft», erklärt der Finanzdirektor.

Ein einfaches Verfahren

Der Prozess, um als Unternehmen aus den genannten Bereichen Unterstützung zu erhalten, ist einfach. Die Finanzdirektion wird Unternehmen (Bereiche Gastronomie/Hotel, Fitness/Sport und Eventbranche) mit einem regulären Jahresumsatz unter fünf Millionen Franken – deren Anspruch im Härtefallprogramm bestätigt wurde – kontaktieren und einladen, bis zum 10. Januar 2022 ein Onlineformular zur Deklaration ihrer aktuellen Situation einzureichen. Nach Prüfung der Angaben werde schnellstmöglich entschieden, inwiefern ein weiterer Beitrag gewährt werden kann. Die Auszahlung erfolgt bis spätestens Ende Januar 2022. «Im Rahmen des Möglichen wollen wir schnell und unbürokratisch helfen», sagt Heinz Tännler abschliessend.

Aktuelle Nachrichten