Crossiety App
Der digitale Dorfplatz in Menzingen und Unterägeri wird immer belebter – nun startet Crossiety auch in Oberägeri

In Menzingen gibt es bereits 400 registrierte Nutzer, in Unterägeri rund 720. Mit der Entwicklung der App, die in den Gemeinden vor einigen Monaten lanciert wurde, sind die Verantwortlichen zufrieden. Einen Schub erhofft man sich aber, wenn das soziale Leben wieder Fahrt aufnehmen kann.

Carmen Rogenmoser
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Sich treffen, austauschen und über die Geschehnisse im Dorf sprechen – all das war in letzter Zeit nur beschränkt möglich. In Oberägeri gibt es aber bald eine neue Möglichkeit der Kommunikation: Die Gemeinde lanciert mittels App einen digitalen Dorfplatz. Dieses Angebot – die App Crossiety – wird in Oberägeri im März gestartet. Vorab findet eine virtuelle Schulung statt (siehe Hinweis). «Sie ist einfach im Handling und bietet der Bevölkerung eine Plattform, sich digital zu vernetzen und auszutauschen», erklärt der zuständige Gemeinderat Paul Iten (Forum). Die Möglichkeiten seien vielfältig und bilden virtuell das Dorfleben ab, etwa mit einem Marktplatz, Infos zu Vereinen sowie dem Gewerbe oder eben Neuigkeiten aus der Verwaltung. «Wir erhoffen uns in erster Linie, dass sich die Bevölkerung untereinander vernetzt und austauscht», betont Iten.

Der Gemeindeverwaltung bietet die App neben der Website und den Social-Media-Kanälen eine weitere digitale Kommunikationsmöglichkeit. «Die Einwohnergemeinde wird eine Nutzerin von ganz vielen sein», ist Iten überzeugt. Die Gemeinde kann die App nach den eigenen Bedürfnissen und lokalen Begebenheiten einrichten.

Oberägeri ist damit die dritte Zuger Gemeinde, die sich für den digitalen Dorfplatz mit Hilfe der Crossiety-App entschieden hat. In Unterägeri und Menzingen wurde damit vor einigen Monaten gestartet.

400 Teilnehmer in Menzingen

Der Menzinger Gemeindepräsident sieht genau in den spezifischen Einrichtungsmöglichkeiten grosse Vorteile. «Crossiety ist sehr individuell konfigurierbar. Man kann sowohl seine eigenen Wunschregionen als auch Gruppen wählen und Push-Meldungen bestimmen. Zudem sind die Daten in der Schweiz gespeichert», ergänzt er. Die App werde rege genutzt. Bereits beim Einführungsworkshop war das Interesse gross. «Heute sind rund 400 Teilnehmer registriert. Es werden somit rund 20 Prozent der Haushalte in Menzingen abgedeckt», gibt Etter Auskunft.

Genutzt werde die App von Privaten insbesondere, um Gegenstände anzubieten oder zu suchen und sich zu informieren. Immer mehr würden aber auch Detaillisten auf der Plattform auf kurzfristige Änderungen, etwa der Öffnungszeiten oder Angebote, hinweisen. Für die Gemeinde ist die App eine «gute, sichere und rasche Möglichkeit, gezielt auch auf den sozialen Medien Informationen an die Bevölkerung abzusetzen». Das betrifft unter anderem Informationen aus dem Rathaus über den Neujahrsapéro, zum Ökihof oder für die Jugendarbeit.

Andreas Etter sieht aber noch Wachstumspotenzial, besonders wenn das soziale Leben wieder Fahrt aufnehmen kann. «Vor allem Vereine und Veranstalter werden noch mehr Nutzen ziehen können, wenn wieder Helfer für Feste gesucht werden oder Veranstaltungen generell wieder beworben werden können.» Neben dem digitalen Dorfplatz wird so auch der reale Dorfplatz wieder belebt.

In Unterägeri ist die App seit Oktober aktiv

Ähnlich zeigt sich die Situation in Unterägeri. Dort wurde die App im Oktober offiziell lanciert. «Die Einführung ist sehr gut angelaufen», sagt Gemeindepräsident Josef Ribary. «Aktuell gibt es rund 720 registrierte User. Es zeigt sich eine erfreuliche Tendenz, dass mit jedem Monat neue Nutzer hinzu kommen und die digitale Gemeinschaft stetig wächst.» Auch in der Ägerital-Gemeinde wird der Marktplatz gegenwärtig am meisten genutzt. Es werde getauscht, gesucht und angeboten. «Bei den Unternehmen können wir ebenfalls einen Anstieg beobachten», so Ribary. Der Veranstaltungskalender sei aufgrund der gegenwärtigen Situation selbstredend leer.

Die Gemeindeverwaltung nutzt die Plattform neben der externen auch für die interne Kommunikation. Die Gemeinde informiere etwa über offene Stellen, Aktualitäten und News und begrüsse gleichzeitig neue Mitarbeitende intern in der geschlossenen Gruppe. «Ende November wurde über die App gar ein Wettbewerb lanciert, der grossen Anklang fand und aktuell nutzen wir Crossiety ergänzend zur Website, um die Bevölkerung über die Coronamassnahmen auf dem Laufenden zu halten», erklärt der Gemeindepräsident. «Der Aufbau einer lokalen Plattform benötigt Zeit und Aufklärung. Daran arbeiten wir stetig», sagt Ribary. Er ergänzt:

«Wir wünschen uns einen belebten digitalen Dorfplatz, wo man sich über lokale Events informiert, neue Mitglieder für Vereine gewinnt, neue Kundinnen und Kunden findet oder sich einfach über das lokale Geschehen ins Bild setzt.»

Wichtig erscheine es, zu erwähnen, dass Nutzer selbst bestimmen, welche Informationen sie preisgeben oder einsehen möchten. «Die Gemeinde stellt lediglich die Plattform zur Verfügung, hat jedoch keinerlei Einsicht in private Gruppen oder Unterhaltungen.»

Crossiety wird in Oberägeri Anfang März lanciert und vorab findet am Dienstag, 23. Februar, 19 Uhr, eine Schulung für interessierte Einwohnerinnen und Einwohner statt. Dieser Anlass wird aufgrund der aktuellen Situation rund um Corona allenfalls virtuell statt vor Ort durchgeführt.