Kommentar

Crypto-Affäre - bereits vergessen?

Den Involvierten in der Crypto-Affäre konnte nichts besseres passieren als das Auftauchen des Corona-Virus. Dass die Affäre aber dem Vergessen anheim fällt, das darf nicht passieren, ist Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung» überzeugt.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

Können Sie sich erinnern, was vor zwei, drei Wochen die Schlagzeilen in der Schweiz beherrschte? Marginal das Corona-Virus, zur Hauptsache aber die Affäre um die Steinhauser Chiffriergeräte-Herstellerin Crypto AG. Und die immer vermutete, nun belegte Zusammenarbeit mit klandestinen Organisationen.

Und jetzt? Die Crypto-Affäre ist mehr oder weniger aus den Schlagzeilen verschwunden. Die Berichterstattung über das – zugegeben unsere Gesundheit direkt betreffende – Virus dominiert die Titel in den meisten Medien. Zu Recht. Zumal der Bund es bis gestern nicht für dringend angezeigt hielt, die Bevölkerung intensiv aufzuklären. Das haben die Medien übernommen.

Dass die Crypto-Affäre aus den Schlagzeilen verschwunden ist, das freut wohl nur betroffene Altpolitiker im Kanton Zug, deren Parteien und die Nachfolgefirmen der Crypto. Da die Affäre nicht mehr täglich im Gespräch ist, bietet dies Gelegenheit, diese und die daraus entstehenden Probleme des Kantons Zug, aber auch der Schweiz, auszusitzen – wie dies der verstorbene deutsche Bundeskanzler Helmut Kohl mit unliebsamen Themen meisterhaft zu tun pflegte.

Das darf nicht sein. Es ist deshalb dringend notwendig, dass immer wieder daran erinnert wird und die Regierung sich klar und transparent zu allen Vorkommnissen, seien es die diversen Affären, «Papers» oder «Leaks», äussert, die am (noch) guten Ruf des Kantons Zug kratzen.