Cup-Qualifikationsrunde 1. Liga: Zuger scheiden bei Elfmeterschiessen aus

Kämpferisch hervorragend, spielerisch bescheiden: Zug 94 kann offensiv nur selten in Erscheinung treten und Akzente setzen.

Martin Mühlebach
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Die Zuger (blau) zeigten sich kämpferisch: hier am Ball Zugs Alexander Srdic.

Die Zuger (blau) zeigten sich kämpferisch: hier am Ball Zugs Alexander Srdic.

Bild: Roger Zbinden (Zug, 8. August 2020)

Bei gleissendem Sonnenschein und geradezu tropischen Temperaturen lieferten sich Zug 94 und Solothurn in der Hertiallmend in Zug einen spannenden Cupfight. Spannend vor allem, weil es die Gäste verpassten, eine ihrer hochkarätigen Torchancen zu nutzen. Solothurn hatte genügend Abschlussmöglichkeiten, um bereits zur Pause vorentscheidend in Führung liegen zu können.

Dass die Seiten beim Stande von 0:0 getauscht wurden, lag nicht nur an der Abschlussschwäche der Gäste. Es war auch der Verdienst der Platzherren, die eine kämpferisch hervorragende Leistung abriefen. Und für die sie beinahe belohnt wurden. Nachdem die Solothurner in der 52. Minute und nur zwei Zeigerumdrehungen später lediglich die Latte trafen, vermochten sich die Zuger für einmal im gegnerischen Strafraum festzusetzen. Als der umherflippernde Ball vom vorgepreschten Aussenverteidiger Leotrim Nitaj zur 1:0 Führung ins Tor spediert wurde, machte sich die Heimelf berechtigte Hoffnung, die 1. Cup-Hauptrunde erreichen zu können.

Solothurn griff nun etwas entschlossener an als zuvor, aber die Zuger stemmten sich mit einer gewaltigen Kampfkraft gegen den 1:1-Ausgleich – der in der 89. Minute dann doch noch fiel. Die Solothurner dominierten die Verlängerung, aber die Entscheidung zu ihren Gunsten fiel erst im Elfmeterschiessen, als dem jungen Zuger Mert Kahveci die Nerven versagten. Statt zum 5:5 auszugleichen, knallte er den Ball an die Latte.

Zug 94 verdient Kredit, wenn…

Zug 94, Ausgabe 2020/2021, vermag durchaus zu gefallen. Von Trainer Vural Oenen taktisch hervorragend eingestellt, kämpft die stark verjüngte Elf solidarisch um jeden Ball. Es ist aber offensichtlich, dass die Mannschaft noch hart an sich arbeiten muss, um erfolgreich agieren zu können. Torhüter Mario Pastore ist ein sicherer Rückhalt und im zentralen Mittelfeld sorgt der 35-jährige Teamsenior Miroslav Savanovic für Ruhe und Übersicht.

Aber gegen vorne geht (fast) gar nichts. Die Offensivkräfte Daniel Babic, Alexander Srdic und Mamadou Sylla – der mit denselben Allüren und derselben Frisur auf dem Platz herumirrt wie Blessing Eleke, der Stürmer des FC Luzern. Babic, Srdic und Mamadou sind zwar willig, aber es mangelt ihnen offensichtlich noch an der nötigen Durchschlagskraft.

Zug 94 verdient dennoch Kredit, wenn die Mannschaft von Trainer Vural Oenen die gegen Solothurn gezeigte solidarische Kampfbereitschaft weiterhin abzurufen vermag. Vural Oenen meinte nach dem Cupfight: «Meine Mannschaft hat die taktischen Vorgaben gut umgesetzt. Es ist bitter, dass wir für unseren generösen Einsatz nicht belohnt wurden und im Penaltyschiessen aus dem Cup ausschieden.» «Aber», gestand er fair ein, «die Solothurner haben den Sieg nicht gestohlen. Sie stellten das besser eingespielte Team als wir.»

Zug 94 – Solothurn 5:6 nach Penalty (0:0/0:1)
Hertiallmend. – 188 Zuschauer. – SR Risi. – Tore: 66. Nitaj 1:0. 89. Chatton 1:1. – Bemerkungen: 52. Lattenschuss Mathys. 54. Lattenschuss Mast. – Zug 94: Pastore; Aeberli, Njau, Mollet (103. Stuber), Nitaj; Yigit (61. Sadiku), Savanovic (106. Kahveci), Fraga (71. Bieli); Srdic; Sylla (93. Avila), Babic. – Solothurn: Wagner; Gräf (Gerspacher Sebi), Stuber (85. Vernocchi), Selmanaj, Mzee; Veronica (91. Anderegg), Loosli (91. Arifi), Philipp Gerspacher (71. Chatton); Mast, Hunziker, Mathys.