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CVP SCHWEIZ: Pfister bringt sich in Stellung

Die Anzeichen mehren sich, dass der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister CVP-Chef werden will. In der Partei gehen die Meinungen über ihn auseinander.
Politisiert am rechten Flügel der CVP: der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Politisiert am rechten Flügel der CVP: der Zuger Nationalrat Gerhard Pfister. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Lukas Leuzinger

Noch will Gerhard Pfister die Karten nicht auf den Tisch legen. «Ich interessiere mich ernsthaft für das Amt des Parteipräsidenten», sagte er jedoch gestern gegenüber unserer Zeitung. Offiziell kandidiert er aber noch nicht für die Nachfolge von CVP-Chef Christophe Darbellay, der im April kommenden Jahres zurücktreten wird.

Die Anzeichen mehren sich indes, dass Pfister seinen Hut in den Ring werfen wird – nicht nur weil die «Sonntagszeitung» dies in ihrer jüngsten Ausgabe ankündigte. Mehrere Fraktionskollegen bestätigen, dass Pfister mit ihnen über seine Ambitionen gesprochen hat.

Der Schwyzer CVP-Nationalrat Alois Gmür könnte sich Pfister «sehr gut als Parteipräsidenten vorstellen», wie er auf Anfrage sagt. «Er könnte die CVP auf eine Richtung bringen, mit der wir in den Stammlanden wieder gewinnen können.» Support gibt es aber nicht nur vom Wirtschaftsflügel der Christdemokraten. Auch Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (Baselland) sagt, sie unterstütze Pfisters Kandidatur. Es gebe nicht viele, die eine heterogene Gruppe wie die CVP führen könnten. Pfister traut sie dies zu.

Unbehagen auf der linken Seite

Dass der 53-Jährige die nötigen Qualitäten für das Präsidentenamt mitbringt, attestieren ihm die meisten in der Partei. Oft wird an seine Rolle als CVP-Wahlkampfleiter bei den eidgenössischen Wahlen 2011 erinnert. Damals habe er sich stark für die Partei eingesetzt, aber auch gezeigt, dass er mit anderen Meinungen umgehen könne. Zuvor hatte er als Präsident der Zuger CVP den Abwärtstrend der Kantonalpartei gebremst.

Trotzdem ist nicht allen CVP-Politikern wohl bei der Vorstellung, dass Pfister die Partei leitet. Der Zuger Nationalrat, der beruflich in der Führung von Privatschulen tätig ist, politisiert am äussersten rechten Rand seiner Partei. Er nimmt gerne öffentlich pointiert Stellung und verschont dabei auch die eigene Partei nicht. Vertreter des sozialliberalen Flügels befürchten deshalb, dass Pfister als Parteipräsident viele Wähler in urbanen Regionen abschrecken würde – auch wenn er die Partei nicht nach rechts steuern würde.

Geschlosseneres Auftreten

Wohin die CVP seiner Meinung nach gehen soll, hatte Pfister im Sommer im Gespräch mit unserer Zeitung skizziert. «Liberal, sozial, konservativ» – diese Eigenschaften sollen die Partei kennzeichnen. Ihm wird attestiert, dass er die verschiedenen Flügel der CVP respektiert. Gleichzeitig soll die Partei nach aussen geschlossener auftreten. «Man muss schauen, dass, wenn man sich als Partei äussert, nicht gleich divergierende Meinungen kommen.»

Ein anderer Kritikpunkt, der von eini­gen CVP-Kollegen genannt wird, betrifft Pfisters Auftreten. Der persönliche Umgang mit ihm wird von manchen als schwierig bezeichnet. Er könne aufbrausend sein, wirke zuweilen arrogant.

Gute Chancen

Dennoch wären seine Chancen, zum Nachfolger von Darbellay gewählt zu werden, im Falle einer Kandidatur gut. Bei den jüngsten Wahlen wurde der rechte CVP-Flügel gestärkt. Prominente Vertreter des sozialliberalen Flügels wie die St. Galler Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz oder Jacques Neyrinck aus der Waadt sind zurückgetreten oder haben die Wiederwahl verpasst.

Entscheidend wird aber auch sein, wer allenfalls gegen Pfister antreten würde. Der Solothurner Nationalrat Stefan Müller-Altermatt sagte laut «Sonntagszeitung» ab. Auch der Luzerner Ständerat Konrad Graber kommt als Präsident der parteiinternen Findungskommission nicht in Frage. Neben Pfister am häufigsten als Kandidat genannt wird der Bündner Nationalrat Martin Candinas. Er wirkt wie ein Gegenentwurf zu Pfister: Mit 35 Jahren ist er relativ jung und steht innerhalb der Partei eher links.

Candinas schliesst eine Kandidatur nicht aus, wie er auf Anfrage sagt. «Wir sollten nun aber die Findungskommission ihre Arbeit machen lassen.» Die Kommission soll im Februar ihre Auswahl an Kandidaten präsentieren. Der neue Präsident wird voraussichtlich an der Delegiertenversammlung im April bestimmt werden.

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