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An der Podiumsdiskussion «Wachstum ohne Grenzen?» der Grünen Risch-Rotkreuz sind zwei Lokalpolitiker sichtlich überfordert. Verständlicherweise.
Wolfgang Meyer
Rotkreuz ist in den letzten 25 Jahren enorm gewachsen. (Bild: Daniel Frischherz/Zuger Presse (30. April 2018))

Rotkreuz ist in den letzten 25 Jahren enorm gewachsen. (Bild: Daniel Frischherz/Zuger Presse (30. April 2018))

Unendliches Wachstum auf begrenztem Raum. «Das sagt nur ein Irrer – oder ein Ökonom.» Der Journalist und Buchautor Hanspeter Guggenbühl, gräbt das griffigste Zitat des renommierten US-Ökonomen Kenneth Boulding aus, um seinen Standpunkt zu illustrieren. «Die gegenwärtige Wachstums-Maxime der Wirtschaft fährt uns über kurz oder lang an eine Wand.»

Vergangen Dienstag eröffnet er als Gastreferent die Podiumsdiskussion der Grünen Risch-Rotkreuz zum Thema «Wachstum ohne Grenzen?» in der Rotkreuzer Dorfmatt. Guggenbühl fordert Wachstumsstopp. Das bedeutet unter anderem Stopp des Bevölkerungs- und des Konsumwachstums. Global. Guggenbühl hat die grossen Schrauben im Visier. Als Dreh- und Angelpunkt rückt er die systematische Internalisierung bislang externalisierter Kosten in den Fokus. «Würden sich bei den Preisbildungsmechanismen etwa von Energiepreisen alle effektiven Kosten niederschlagen, würde dieser gewaltig in die Höhe schiessen.» Kosten etwa, die bei der Atomenergie im Endlager auf kommende Generationen abgewälzt werden. Oder bei fossilen Brennstoffen auf Betroffene des Klimawandels. «Wir müssen der Natur einen Preis geben.» Nur wenn die Auswirkungen wirtschaftlichen Handelns auf soziales, menschliches und natürliches Kapital mit in das ökonomische Kalkül einfliessen, komme die Wachstumsmanie zur Räson.

Ein beachtenswertes Stück Systemkritik

«Rotkreuz hat in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren ein enormes Wachstum erlebt», sagt Konradin Franzini. Er ist Co-Präsident der Jungen Alternative Zug und Vorstandsmitglied der Grünen Risch-Rotkreuz und lancierte die Podiumsdiskussion mit. «Das beginnen die Leute jetzt zu spüren.» Etwa am geplanten Autobahn-Halbanschluss an der Buonaserstrasse, meint er. In der anschliessenden Podiumsdiskussion bemühten sich die beiden Regierungsratskandidaten Andreas Hürlimann (ALG) und Andreas Hostettler (FDP), lokale Lösungsansätze für den Wachstumsdruck im Kanton zu finden.

Bald wird klar, weshalb das nicht gelingen kann: «Um einen Verzicht kommen wir nicht herum, wenn wir das Wachstum stoppen wollen», stimmt Hostettler Guggenbühl zu. «Mit Verzicht gewinnt man aber keine Wahlen.»

Auch Hürlimann sieht die Grundsatzproblematik. «Das ist leider wahr.» Ein beachtenswertes Stück Systemkritik. Doch dabei belassen es die beiden Politiker und diskutieren lieber wieder Wege, den Wachstumsdruck auf Zug graduell einzudämmen. «Auf dem Bauland das wir haben, müssen wir intelligent bauen», sagt Hofstetter und meint konkret «verdichten». Hürlimann spricht über Vorzeigebauten in Steinhausen mit Minergie-P Standard und deren Energiebilanz. Doch ob nun mehr Menschen pro Quadratmeter oder weniger Energie pro Mensch, die Visionen der beiden Politiker beschränken sich darauf, mit anhaltender Effizienzsteigerung ein anhaltendes Wachstum zu ermöglichen. Ein Ende ist dabei nicht in Sicht.

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