Dank einer Rotkreuzer Firma wird die Biobaumwolle nicht ausgehen

Die Remei AG und die BioRe Stiftung aus Rotkreuz sorgen dafür, dass Biobaumwolle auch in Zeiten von Corona erhältlich bleibt.

Tijana Nikolic
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Biobaumwollbauern aus Tansania arbeiten für die Remei AG und die BioRe Stiftung aus Rotkreuz.

Biobaumwollbauern aus Tansania arbeiten für die Remei AG und die BioRe Stiftung aus Rotkreuz.

Bild: PD/BioRe Stiftung)

Die Lockerungen des Bundesrats im Zusammenhang mit der Coronapandemie bringen viel Erleichterung. Die Schlagzeilen werden positiver und wir wägen uns langsam wieder in Sicherheit. Leider ist das in vielen Teilen dieser Welt noch nicht der Fall. Der Coronaausbruch in Tansania zum Beispiel befindet sich in einer aufsteigenden Kurve. Und auch in Indien hält der Lockdown noch an. Sollte dies noch länger so bleiben, wird das auch Europa spüren.

Die globalen Herausforderungen in der textilen Lieferkette, wovon ein Teil die Biobaumwollbauern sind, müssen die Textilhandelsfirma Remei AG sowie die BioRe Stiftung aus Rotkreuz bei ihrer Arbeit berücksichtigen. Beide Unternehmen bemühen sich seit über 25 Jahren, mit dem biologischen Anbau von Baumwolle eine nachhaltige Lebensgrundlage für Kleinbauern in Indien und Tansania zu schaffen. Die Kleinbauern sind wegen des Virus verunsichert. Christa Suter, Geschäftsführerin der BioRe Stiftung, sagt:

«Um den Aufkauf der Biobaumwolle zu sichern, organisiert BioRe in Tansania zum Schutz Ausrüstungen wie Masken, Desinfektionsmittel oder Eimeranlagen zum Händewaschen.»

Die Auswirkungen eines Lockdown könnte für die Bauern bedeuten, dass sich der Verkauf ihrer Ernte verzögert. «Es gibt keine staatliche Unterstützung, deshalb ist die Abnahmegarantie der Baumwolle, die ihnen die Remei AG gibt, für die Bauern wichtig», verrät Suter. Sie gehe nicht von einem kompletten Ernteausfall aus, es könne jedoch zu Mindererträgen kommen.

Die Bauern bangen um ihre Ernte

In Tansania gäbe es bislang keinen staatlichen Lockdown. Das Volk befürchte jedoch einen: «Dadurch könnten die Bauern die Ernte nicht einfahren und sie verlieren. Daraus würde eine wirtschaftliche Krise resultieren», so Suter. Selbst wenn die Baumwolle geerntet werden könnte, wäre der Baumwollabverkauf nicht sichergestellt. Das wäre für die Remei AG ebenfalls eine Herausforderung. «Wir übernehmen hierbei die Rolle des Netzwerkmanagers der Textilkette», sagt Marion Röttges, Co-CEO Apparel und Communication der Remei AG. Dies würde die Sicherstellung der Verfügbarkeit der Baumwolle sowie langfristige Planungen der notwendigen Rohstoffversorgung beinhalten. «Mit der Vorfinanzierung der Biobaumwolle der BioRe stellen wir deren Verfügbarkeit sicher», so Röttges.

Indem die Remei AG seit vielen Jahren landwirtschaftliche Risiken wie Unter- und Überproduktion durch eine Abnahmegarantie mittrage, entstehe Kontinuität in den fairen Handelsbeziehungen zu den Bauern und Sicherheit im Rahmen der Rohstoffversorgung für ihre Produktionskette. «Wir finanzieren deshalb die Lagerhaltung unserer Produkte und arbeiten mit einer langfristigen Planung in der Garnherstellung. Damit können wir verlässliche Verfügbarkeiten sicherstellen», erklärt Röttges. Covid-19 führe deshalb zu keinen unmittelbaren Versorgungsschwierigkeiten im Rohstoffbereich oder bei den Garnen.