Das Angebot der Höheren Fachschule für Informatik und Elektronik in Zug steht fest

Im August 2020 startet der erste Lehrgang der Höheren Fachschule für Informatik und Elektronik am Gewerblich-Industriellen Berufsbildungszentrum Zug. Auch Frauen sollen damit angesprochen werden.

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Die HFIE baut nach eigenen Angaben «auf Teamarbeit, um kollektives Know-how zu bilden und zu entfalten».

Die HFIE baut nach eigenen Angaben «auf Teamarbeit, um kollektives Know-how zu bilden und zu entfalten».

Bild: PD/GIBZ

(bier) Das Gewerblich-Industrielle Berufsbildungszentrum Zug (GIBZ) bietet bekanntlich ab dem Schuljahr 2020/21  eine Höhere Fachschule für Informatik und Elektronik (HFIE) an. Die Volkswirtschaftsdirektorin Silvia Thalmann-Gut erklärt in einer Medienmitteilung dazu: «Zukunftsorientierte Berufe der Informations- und Kommunikationstechnologien erfreuen sich grosser Nachfrage. Für die nächsten Jahre ist ein Mangel von rund 40 000 Fachkräften prognostiziert. Der neue Lehrgang bietet eine Chance für junge Berufsleute mit einer technischen Grundausbildung, ihre Karriere schon früh anzustossen».

Quelle: Kanton Zug

Die ICT-Branche (Information and Communication Technology) erfährt gemäss der Mitteiung ein rasantes Wachstum und gehört mit einer Bruttowertschöpfung von 29,7 Milliarden Franken (2017) gemäss dem Verband ICT-Switzerland zum siebtgrössten Wirtschaftszweig der Schweiz. «Die HFIE schliesst im Kanton Zug eine Lücke, um dem Fachkräftemangel in einer der wichtigsten Branchen der Schweiz entgegenzuwirken», ist Beat Wenger, Rektor am GIBZ, überzeugt.

Neue Berufsbilder verlangen neue Kompetenzen

Die Anforderungen der ICT-Berufe haben sich vom« Computernerd und Mathegenie hin zum teamorientierten, flexibel agierenden Mitarbeitenden entwickelt», heisst es in der Mitteilung weiter. Beat Wenger erläutert: «Das Verständnis und die Freude an moderner Technik bilden nach wie vor die Basis, genauso wie man selbstverständlich lesen lernt, ohne dabei selbst je ein Buch schreiben zu müssen. Viele neue Berufsbilder sind bereits entstanden und in den nächsten Jahren werden bestimmt noch mehr dazu kommen.»

Frauen hätten sich bis jetzt noch nicht wirklich für die ICT-Berufe zu begeistern vermögen. «Es liegt auch an den Schulen, die Naturwissenschaften und damit den Zugang zur Technik nicht als exklusiv, sondern vielmehr als normal zugänglichen Lernstoff zu vermitteln. Die neuen Berufsbilder in der ICT-Branche sind sowohl für Männer als auch für Frauen gleichermassen interessant. Die Karrierechancen für Frauen sind durchaus gegeben, auch wenn es sich immer noch um eine von Männern dominierte Branche handelt», legt Beat Wenger dar. Aufgrund der grossen Nachfrage nach Fachkräften seien die Löhne im Vergleich zu anderen Berufen ohne Hochschulabschluss bereits heute «sehr grosszügig».

Einstieg in die Höhere Fachschule für Informatik und Elektronik

Interessierte Lernende, die sich in der Grundbildung der Informatik, Elektronik oder Automatik befinden, könnten bereits ab dem dritten Lehrjahr einzelne Module der HFIE im Sinne eines modularisierten Vorkurses absolvieren. «Junge Berufsleute absolvieren das Studium berufsbegleitend, aufgebaut nach individuellem betrieblichem Hintergrund.» Das modularisierte und personalisierte Lernen sei einer der vielen Vorteile der HFIE, heisst es in der Mitteilung weiter. Studierende könnten während der gesamten Studienzeit an aktuellen Projekten ihrer Betriebe arbeiten. Die ersten zwei Jahre des Studiums sind stark auf die Schlüsselkompetenzen wie Resilienz, Präsentation, Kommunikation, Wirtschaftsverständnis und Marktanalyse ausgerichtet.

Daneben wird die technische Vertiefung in den Kompetenzbereichen Informatik und Elektronik angestrebt. Im dritten Jahr wird das Schwerpunktprofil gewählt, um fachlich die entsprechenden Kernbereiche professionell weiterzuentwickeln. Zur Auswahl stehen die Profile Systemtechnik, Elektronik/Digitalisierung und Applikationsentwicklung. Regierungsrätin Silvia Thalmann-Gut fasst zusammen: «Absolventinnen und Absolventen der HFIE am GIBZ erhalten eine breite Grundlage, um sich in der ICT Branche erfolgreich zu engagieren.»

Das Kursprogramm ist hier zu finden.

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