Leserbrief

Das BAG bietet nun auch betreutes Denken an

Nützliche Coronatipps zum Weihnachtsfest zu Hause

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Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bietet eine neue Dienstleistung an: betreutes Denken. Ist das nicht nett? Nach dem Motto: Das BAG – dein Freund und Helfer. Das grosse Fest steht vor der Tür, und rechtzeitig gilt es, zu überlegen, wie dieses coronagerecht zu gestalten sei. Zugegeben: ein komplexes Thema. Da nimmt unsereins ein solches Angebot doch gerne an. Ein paar wenige Gestaltungsvorschläge liegen seitens des BAG bereits vor.

Ergänzend dazu wären noch ein paar weiterführende Fragen zu klären: Da wäre einmal die Frage, wo gefeiert werden soll? Zur Beantwortung dieser Frage ist gewiss zuerst eine Liste mit den eingeladenen Gästen zu erstellen. Aufgrund dieser wird es ein Leichtes sein, die Teilnehmer- bzw. Teilnehmerinnenzahl zu ermitteln. Aufgrund dieser Vorgabe wäre alsdann zu klären, ob die Ausmessungen Ihrer Stube diese Teilnehmerzahl überhaupt zulässt. Sollte dem nicht so sein, bliebe abzuklären, ob allenfalls der nächstgelegene Zivilschutzraum oder die nächstgelegene Tiefgarage, ein Mehrzweckraum oder eine Turnhalle anzumieten wäre. Hauptsache, wie sich vom selbst versteht, Abstände einhalten. Achtung: Beim zwar nicht empfohlenen Singen sind diese unbedingt zu verdoppeln.

Herrscht in dieser Angelegenheit einmal Klarheit, muss die Frage angegangen werden: Wie feiern? Fangen wir mal ganz vorne an. Bei der Begrüssung bitte diskret die Temperatur messen und den korrekten Sitz der Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) prüfen. Es empfiehlt sich, die Garderobe ins Treppenhaus zu verlegen. Jedem Gast wäre zum Ablegen seiner Winterkleider eine im Voraus desinfizierte Treppenstufe zuzuteilen. Schuhe auch im Hausgang, eingemittet zwischen den zwei Eingangstüren (gemeint ist Ihre Tür und die des Nachbarn), aus Platzgründen, sorgfältig stapeln.

Begrüssung (und Verabschiedung): dezenter Augenauf- und abschlag, bei nahe Verwandten zweimal im kurzen Abstand. Anschliessend Gäste zu ihrem vorgängig bezeichneten Platz begleiten mit der Bitte, diesen nur im Notfall und mit angehaltenem Atem zu verlassen. Allfällige Gaben müssen mindestens 48 Stunden vor dem Fest, feinsäuberlich desinfiziert, abgegeben werden.

Der Christbaum muss selbstredend abwaschbar sein. Nach dem sachgerechten Aufrichten oder eben Zusammenstecken der «Weihnachtstanne» diese bitte von oben bis unten und von aussen nach innen sorgfältig desinfizieren. Notabene: Es gibt zwischenzeitlich auch desinfizierende Sprays mit einer weihnachtlichen Duftnote. Zum Beispiel mit Koriander, der im doppelten Sinne zu empfehlen ist, weil er gleichermassen Viren und Menschen fernhält. Das Dankesagen nach Erhalt der Geschenke kann, je nach Verwandtschaftsgrad, in dreierlei Formen geschehen: zärtliches Augenzwinkern im engsten Familienkreis. Ellbogen oder Faust freundschaftlich tuschieren für alle ausserhalb der Familie. Wer sich einem Geschenkgeber ganz besonders verbunden fühlt, mag dem auch ein zartes «Danke» zuhauchen. Sollte die Feier in Ihrer Stube abgehalten werden, muss diese gut beheizt sein, denn restlos alle entbehrlichen Kleidungsstücke müssen vorsichtshalber im Gang bleiben.

Hier noch ein Tipp für die immer besorgte Hausfrau: Droht Ihr Desinfektionsmittel auszugehen, dient das Einreiben der Hände mit Schnaps dem gleichen Zweck. Nach dem Motto: Lieber gesund als betrunken. Was das Weihnachtsmenu angeht, können Sie Ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Was bei musikalischen Einlagen noch zu bedenken wäre: Beim gemeinsamen Singen müsste beachtet werden, dass Zischlaute wie f, k, p, t und z tunlichst zu vermeiden sind. Also ganz einfach zum Beispiel: «O Annenbaum...» oder «Sille Nach, heilige Nach...» usw. Will man das Risiko noch einmal minimieren, kann man, anstatt zu singen, auch gerade so gut summen auf a, o oder u.

Zum Schluss: Wenn Sie Ihre wohlbedachten Massnahmen schriftlich festhalten und rechtzeitig dem BAG einreichen, bekommen Sie – auf Wunsch – eine kostenlose Einwilligungsbestätigung. Allfällige Einsprachen substanzieller Art wären dann aber kostenpflichtig.

Frohe Weihnachten

Daniel Wirz, Zug