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Das Beizensterben geht
auch in Zug weiter

Auch in Zug gibt es immer weniger Restaurants. Damit liegt der Kanton im schweizweiten Trend. Die Gründe für das Verschwinden der Beizen sind wohl hauptsächlich neue Verhaltensweisen der Gäste.
Zoe Gwerder
Der klassische Stammtisch ist vielerorts ein Auslaufmodell. Bild: Christian H. Hildebrand

Der klassische Stammtisch ist vielerorts ein Auslaufmodell. Bild: Christian H. Hildebrand

Schweizweit sind im vergangenen Jahr so viele Restaurants verschwunden wie noch nie zuvor. So schrieb es die «Sonntagszeitung». Gemäss den Zahlen des Inkassodienstleisters Creditreform gab es 594 Konkurse und 2312 Löschungen, gegenüber 2226 Neueröffnungen. Unter dem Strich ergibt dies einen Rückgang von 680 Restaurants.

Auch im Kanton Zug ist der Rückgang ein Thema. Dieser Betrug mit 10 Konkursen und 29 Löschungen, gegenüber 27 Neueinträgen, minus 12 Restaurants, wie die Zahlen von Creditreform zeigen. Der Rückgang folgt auf drei moderatere Jahre. So betrug die Differenz im Jahr 2016 minus 8 Betriebe. In den Jahren 2014 und 2015 gab es gar etwas mehr Neueinträge als Löschungen und Konkurse. Drastischer war es hingegen 2013, als unter dem Strich ein Rückgang von 24 Betrieben resultierte.

Online-Auftritt wird immer wichtiger

Das Beizensterben merkt auch der Zuger Gastronomieverband Gastro Zug. Wie Vizepräsident Rafael Mendoza erklärt, habe die Zahl der Verbandsmitglieder in den letzten Jahren abgenommen. Insbesondere ländlichere Betriebe hätten es schwerer, ist der Wirt des Gasthaus Krone in Cham überzeugt. «Den klassischen Stammtischgast gibt es fast nicht mehr.» Auch dass diese Betriebe oft am besten mit dem Auto erreichbar sind und die Gäste deshalb weniger alkoholische Getränke konsumieren können, sei wohl ein Problem.

Einer der grössten Wandel für die Gastronomie, den man nicht verpassen dürfe, sei der Auftritt im Internet. «Man muss einen gepflegten Online-Auftritt haben, und am besten dort auch gleich die Online-Reservation anbieten», so Mendoza. Zudem sei es ein relativ neues Phänomen, dass immer mehr Restaurants an Gastro-Ketten übergehen. «Diese haben natürlich auf dem Markt einen Vorteil, da sie anders rechnen können als ein einzelner Betrieb.» Mendoza meint damit auch Verträge mit Zulieferern, die aufgrund der grösseren Menge günstiger liefern können. Trotzdem räumt Mendoza ein, dass die Lage im Kanton Zug im Grossen und Ganzen noch gut ist. «Man merkt, dass es hier der Wirtschaft gut geht.»

Wandel betrifft auch Bierlieferant

Dass die Zahl der klassischen Restaurants in den letzten Jahrzehnten trotzdem kontinuierlich abgenommen hat, merkt auch Martin Uster. Er ist Geschäftsleiter der Brauerei Baar, die viele Gastrobetriebe im Kanton Zug beliefert. Dies zeige sich auch in den Verkaufsstrukturen der Brauerei: «Vor 20 Jahren kam rund 50 Prozent des Umsatzes aus der Gastronomie. Heute sind es noch 15 Prozent.» Das habe zwar auch mit dem Wachstum des Unternehmens zu tun, «aber es zeigt, wie die Bedeutung und Gewichtung der Gastronomie abgenommen hat».

Uster weiter: «Im Alltag mit unseren Kunden haben wir immer wieder mit Schliessungen zu tun.» Die neuen Konzepte seinen dann oft ganz anders – beispielsweise Schnellimbisse. «Die Leute wollen sich am Mittag immer schneller verpflegen, damit man rasch wieder im Büro ist und früher am Abend nach Hause kann.» Hier würden vor allem Bäckereien und Konditoreien mit ihren Angeboten das Rennen machen.

Auch erlebe er immer wieder Fälle, bei denen nach einer Schliessung eines Restaurants kein Gastrobetrieb mehr in die Räumlichkeiten einziehe. Gemäss Uster hat sich der Getränkemarkt vermehrt zum Getränkehandel hin entwickelt. «Die Getränke werden immer mehr zu Hause und nicht mehr im Restaurant konsumiert, mit diesem Trend müssen wir leben.»

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