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Das Beste kommt zum Schluss

Astona, die Konzertreihe für junge, hochbegabte Musiker, fand in Edlibach einen furiosen Abschluss.
Haymo Empl
Blick in die Reihen des Astona-Orchesters am Galakonzert. (Bild: Stefan Kaiser, Edlibach, 26. Juli 2019)

Blick in die Reihen des Astona-Orchesters am Galakonzert. (Bild: Stefan Kaiser, Edlibach, 26. Juli 2019)

Mit dem grossen Galakonzert feierte die 32. Astona International Summer Music Academy ihr Finale. Die Hitze hinderte Klassikbegeisterte nicht, zahlreich im Lassalle-Haus in Bad Schönbrunn zu erscheinen; der Forrenmattsaal war bis auf den letzten Platz besetzt, selbst die zusätzlich herangeschafften Stühle und Yogamatten reichten nicht, um dem Publikumsandrang gerecht zu werden. Auf dem Programm standen mehrere akustische (und ein kulinarischer) Leckerbissen: das Galakonzert mit Werken von Ravel, Beethoven und weiteren Perlen vergangener Dekaden.

Astona wurde von der Cellistin Nancy Chumachenco im Jahre 1988 gegründet und ist in dieser Form nach wie vor weltweit ein einzigartiger Kurs. 32 hochbegabte, nach strengen Kriterien ausgewählte Streicherinnen, Streicher und ein Pianist im Alter von 14 bis 22 Jahren wurden in den vergangenen zwei Wochen intensiv, fordernd und fördernd unterrichtet.

Junge Musikerinnen und Musiker aus 13 Ländern

Die Studierenden in diesem Jahr kamen aus 13 Ländern, welche durch acht Dozenten aus sechs Ländern gefördert wurden. An drei Konzerten mit Solowerken und Kammermusik und einem Orchesterkonzert hatten die jungen Talente die Möglichkeit, in verschiedenen Besetzungen aufzutreten. Am Freitag bildete das Astona-Orchester unter der Leitung von Jonathan Brett Harrison den Auftakt. Vorgetragen wurde die Streicherserenade in Es-Dur von Josef Suk (1874–1935). Der renommierte Geiger gilt als einer der bedeutendsten tschechischen Komponisten. Im eröffnenden «Andante con moto» folgt Suk typischen Vorgaben romantischer Sonatenform, bestens passend also zum Sommerabend im Lassalle-Haus mit traumhafter Aussicht und wunderbarem Park. Die Jugendlichen zeigten nicht nur, dass sie musikalisch das Handwerk beherrschen, sondern überzeugten durch die Homogenität in der Werkauffassung.

Nachhaltiges Netzwerk

Bedingt durch den kleinen Umbau der «Bühne» stand dann auch bereits eine gute halbe Stunde später die erste Pause an – Apéro riche für alle Gäste und vor allem intensiver Austausch mit allen Beteiligten. Wer wollte, konnte die Jugendlichen direkt nach ihren Erfahrungen in Astona fragen, oder sich mit Gründerin Nancy Chumachenco austauschen. Nach ihren persönlichen «Highlights» gefragt, gab sich die Leiterin diplomatisch: «Während des Kurses zu sehen, wie sehr viele Teilnehmende riesige Fortschritte machen, das sind für mich die wahren Glanzpunkte».

Und auf die Frage, wie nachhaltig Astona für die jungen Talente ist, erklärt Christoph Balmer, leidenschaftlich engagierter Manager der Astona-Wochen: «Nicht selten ist das Erlebnis von Astona für die Teilnehmenden in vielen Aspekten entscheidend. Sie gewinnen neue Perspektiven, finden im Idealfall Lösungen alter Probleme oder einen Lehrer für die Zukunft, und vernetzten sich mit neuen Kollegen. Der Einfluss von Astona reicht weit über die Sommerwochen hinaus.»

Nach der Pause von Ravel bis Waxman

Nach dem liebevoll präsentierten Apéro dann Ravel mit dem Quartett F-Dur op. 35 und Rebecca Clarke, Beethoven und Franz Waxman. Dieser war vielleicht nicht allen Konzertbesuchern ein Begriff, ist aber mit Hunderten Filmmusikkompositionen, welche bis in die 1960er-Jahre reichen einer der bedeutendsten Komponisten in diesem Genre: Auch hierfür steht Astona: Nicht nur die Jugendlichen lernen Neues kennen, auch die Rezipienten. Und wenn wir schon bei «hierfür steht» sind: Damit das Rätsel um die Wortschöpfung «Astona» ein für allem Mal gelöst wird: «Astona ist ein Anagramm für Sonata», erklärt Christoph Balmer lachend.

Nach einer weiteren kurzen Pause dann das Oktett für Streicher in Es-Dur, op. 20 von Felix Mendelssohn Bartholdy, gefolgt von frenetischem Schlussapplaus und Standing Ovations. Verdient hatten es alle; denn selten war so viel Herzblut und Engagement spür- und hörbar wie rund um Astona.

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