Das Budget und eine Kreditabrechnung sorgen für Freude in Walchwil

Der Voranschlag für das Jahr 2020 rechnet mit einem Plus von 1,5 Millionen Franken. Und die Oberdorfstrasse kostet weit weniger als angenommen.

Raphael Biermayr
Drucken
Teilen
Der Baukredit für die Oberdorfstrasse wurde um fast 28 Prozent unterschritten. (Bild: Roger Zbinden, freier Fotograf, Walchwil, 13. Oktober 2018)

Der Baukredit für die Oberdorfstrasse wurde um fast 28 Prozent unterschritten. (Bild: Roger Zbinden, freier Fotograf, Walchwil, 13. Oktober 2018)

Die Walchwiler Gemeindebudgets 2019 und 2020 ähneln sich. Primär dank der geringeren Abgabe für den innerkantonalen Finanzausgleich steht für das nächste Jahr unter dem Strich ein Plus von 1,5 Millionen Franken. Für das laufende Jahr wurde mit einem Ertragsüberschuss von 1,1 Millionen Franken gerechnet. Der Steuerfuss beträgt unveränderte 55 Prozent des kantonalen Einheitssatzes.

Diese Kontinuität widerspiegelt die von Gemeindepräsident und Finanzchef Stefan Hermann (CVP) angesprochene, beabsichtigte Ruhe, die nach den Grossinvestitionen während der vergangenen Jahre Einzug halten soll. In der Investitionsrechnung für 2020 finden sich denn auch nur der Bau des Panoramawegs sowie die Sanierung und Kanalisationserneuerung der Vorderbergstrasse im Bereich Gibelegg. Für die Umsetzung dieser Vorhaben sind 2,15 Millionen Franken veranschlagt. «Strassensanierungen werden uns auch weiterhin beschäftigen», sagt Hermann in die Zukunft blickend.

Baukredit wurde um fast 28 Prozent unterschritten

Diese Zukunft hält etwas mehr finanziellen Spielraum für die Gemeinde bereit. Denn die Abrechnung für den Bau der Oberdorfstrasse fällt um sage und schreibe 8,1 Millionen Franken geringer aus, als der im März 2010 dafür gesprochene Kredit von 29,5 Millionen Franken.

Weil die Gemeinde nur für einen Teil der Baukosten der Neubaustrecke aufkommen muss (den Rest berappen die Grundeigentümer der durch die Strasse neu erschlossenen Gebiete), bedeutet das eine Minderbelastung der öffentlichen Hand in der Höhe von rund 4,8 Millionen Franken. Unter dem Strich zahlt die Allgemeinheit rund 10,7 Millionen Franken.

Die enorme Kreditunterschreitung von fast 28 Prozent, die bereits bei der Eröffnung der Oberdorfstrasse im Herbst 2018 ruchbar wurde, erlaubt die Frage: Wie seriös war 2010 die Kreditforderung des damaligen Gemeinderats? Antworten liefert die Vorlage für die Gemeindeversammlung vom 11. Dezember, die über die Kreditabrechnung befinden wird: So brachte die 2015 erfolgte öffentliche Ausschreibung einen Wechsel des Ingenieurunternehmens im Vergleich zur Planungsphase mit sich. Die gewählte Offerte für die Baumeisterarbeiten lag schliesslich rund 6 Millionen Franken tiefer als vorhergesehen.

«Es kamen viele gute Effekte zusammen. Vor allem half, dass von Anfang bis zum Schluss das gleiche Team aus Gemeindevertretern und Fachleuten beteiligt war», lobt Stefan Hermann, der seit 2012 im Gemeinderat sitzt, die Arbeit seiner früheren Kollegen.