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Das Chlor im Dorfbach hat sich abgebaut

Die Behörden erklären, wieso das Chlor mutmasslich von einem Oberägerer Pool stammt.
Fabian Gubser

Am vergangenen Samstagmorgen, kurz nach 9.15 Uhr, klingelte bei der Einsatzleitzentrale der Zuger Polizei das Telefon: Im Dorfbach in Oberägeri würden mehrere tote Fische liegen.

Abklärungen zusammen mit dem Amt für Umwelt haben ergeben, dass der Chlorgehalt im Bach zu hoch war und zum Fischsterben führte. Das schrieben die Zuger Strafverfolgungsbehörden in einer Mitteilung.

Amt für Umwelt vermutet Leerung von Pool

«Wir gehen davon aus, dass der Chlor-Stoss von einer unsachgemässen Entleerung eines privaten Schwimmbads verursacht wurde», sagt Baudirektor Florian Weber, der dem Amt für Umwelt vorsteht. Wieso? Aus dem umliegenden Wohngebiet Schwerzelweg, Schwerzelrain und Gulmstrasse führe eine Meteorwasserleitung in den Dorfbach. Industrie gebe es in der Nähe indes keine. Zudem werde Chlor sehr häufig bei der Aufbereitung von Wasser für Schwimmbecken eingesetzt.

Aufgrund dessen werde davon ausgegangen, dass ein Pool in einen Meteorschacht abgelassen worden sei, welcher direkt in den Dorfbach führt. Insgesamt zählte die Polizei 50 tote Fische.

Inzwischen habe sich das Chlor wahrscheinlich sowohl in der Meteorwasserleitung als auch im Bachwasser so weit abgebaut, dass es nicht mehr giftig sei. Grund dafür sei der Regen vom vergangenen Wochenende, der das Chlor verdünnt habe. Deswegen gehe Weber nicht davon aus, dass weitere Tiere zu Schaden kommen würden.

Das unkorrekte Leeren eines Pools ist strafbar. Gemäss Weber verstösst dies gegen mehrere Artikel des Gewässerschutzgesetzes und wird gebüsst. Zudem hat der Verursacher die Kosten für die Massnahmen zu tragen. Grundsätzlich empfiehlt es sich, Poolwasser vor dem Entleeren mindestens eine Woche lang stehenzulassen (siehe Box). Entsprechende Geräte können übrigens den Chlorgehalt messen.

Dieser Fall ist die einzige Gewässerverschmutzung mit Chlor, die dem Amt für Umwelt bekannt ist. Gemäss Weber treten solche Gewässerverunreinigungen mit toten Fischen vor allem nach Reinigungsarbeiten auf, wenn konzentrierte Lösungen verwendet und anschliessend nicht sachgerecht entsorgt, sondern einfach in den nächsten Schacht eingeleitet werden.

Polizei hat bis jetzt keine Zeugen gefunden

Wer im besagten Bereich in Oberägeri Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, bei der Zuger Polizei anzurufen (0417284141). Bis jetzt haben sich keine Zeugen gemeldet.

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