Das Pflegezentrum Chlösterli in Unterägeri setzt auf Teamwork

Das Pflegezentrum Chlösterli in Unterägeri sucht nach freiwilligen Helfenden während der Coronakrise.

Tijana Nikolic
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Derzeit finden Infoveranstaltungen statt.

Derzeit finden Infoveranstaltungen statt. 

Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 24. März 2020)

Das Coronavirus hält aktuell die Welt in Atem. Durch die vielen Massnahmen und Einschränkungen in dieser Zeit können viele Menschen ihrer Arbeit nicht nachgehen, bleiben zu Hause und wissen teilweise nicht, was sie mit der vielen Freizeit anfangen sollen, dachte sich Paul Müller, Geschäftsführer des Alterszentrums Chlösterli in Unterägeri. Auf der anderen Seite gäbe es viele Institutionen im Gesundheitswesen, welche ihren Betrieb nicht einstellen können. «Unsere eigenen Ressourcen von aktuell 150 Mitarbeitenden könnten erschöpft werden», findet Müller. Sein Kerngedanke: «Spezielle Situationen erfordern spezielle Lösungen.» Auf der Website des Chlösterli sowie auf Facebook sucht er deshalb nach freiwilligen Helfenden.

«Damit wir unseren Betrieb auch zukünftig aufrechterhalten können, suchen wir mit dem Aufruf ‹Gemeinsam packen wir es an!› Unterstützung», sagt Müller. Gesucht werden gesunde Personen, die bereit wären das Chlösterli im Bereich Pflege und Betreuung, Hausdienst wie Mahlzeitenlieferungen, Wäscherei, Küche oder der Kinderbetreuung, falls im Notfall benötigt, zu unterstützen und somit ihre aktuell verfügbare Zeit sinnvoll einzusetzen. Rund 60 Interessierte haben sich bisher auf den Aufruf gemeldet. Um die Freiwilligen genaustens zu informieren, finden momentan Infoveranstaltungen im Chlösterli statt.

Vorkenntnisse nicht zwingend

Auf den Aufruf hätten sich viele junge Leute gemeldet, die in dieser schwierigen Zeit helfen wollen. Aber auch Personen, die momentan nicht arbeiten. Die Freiwilligen werden teilweise bereits jetzt eingearbeitet. Vorkenntnisse sind nicht zwingend: «Leute, die helfen wollen, sind gefragt. Falls es wirklich zu akutem Fachpersonalmangel wegen des Virus kommen sollte, sind wir im Notfall dankbar, wenn jemand da ist, der zum Beispiel eine volle Urinflasche leeren kann», so Müller. Vom Virus betroffen ist das Chlösterli nicht akut. Bisher wurde lediglich eine Mitarbeiterin positiv getestet. «Sie ist mittlerweile gesund und kommt voraussichtlich nächste Woche wieder zur Arbeit», sagt Müller. Um den Austausch von Informationen oder Hilfe, wo benötig wird auch unter den Pflegeheimen im Kanton Zug zu fördern, haben sich verschiedene Pflegeinstitutionen zum «Projekt zur Steuerung von Personal und Material in den Pflegeinstitutionen des Kantons Zug» zusammengetan (siehe Box). An einer Infoveranstaltung des Regierungsrats haben sich die Institutionen für das Projekt zusammengetan, um sich gegenseitig Hilfe zu bieten: «Letztens brauchte ein Pflegezentrum beispielsweise Flächendesinfektionsmittel. Die anderen Institutionen konnten gleich aushelfen. Das wäre ansonsten viel länger gegangen», erklärt Müller.